Research Market strategy
by Swissquote Analysts
Daily Market Brief

EUR vor EZB-Sitzung besser nachgefragt

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Von Arnaud Masset

Die Europäische Zentralbank sollte ihre Politik heute nicht verändern. Trotzdem ist nicht auszuschliessen, dass Mario Draghi angesichts der gestrigen enttäuschenden PMI-Zahlen aus dem Euroraum auf einen vorsichtigeren Ton hinsichtlich der Wachstumsprognosen übergehen wird. Der Gesamt-PMI für den Euroraum ging im Oktober von 53,9 im Vormonat auf 52,7 zurück und konnte die Durchschnittsprognosen von 53,9 nicht erreichen. Zudem wurden auch die Wachstumsprognosen nach unten revidiert, da das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal auf 1,8% im Jahresvergleich zurückgegangen ist, gegenüber 2,1% im Juni-Quartal.

Die Marktteilnehmer gehen auch davon aus, dass Mario Draghi sich zur Situation in Italien äussern wird. Der EZB-Präsident hat sich stets darum bemüht, sich zu solchen Themen nicht zu äussern. Er würde aber dennoch sicherlich anerkennen, dass das zu kurzfristigen Unsicherheiten führt, genauso wie der laufende Handelskrieg zwischen den USA und seinen Haupthandelspartnern.

Insgesamt denken wir, dass es für die Einheitswährung weitgehend ein Aufwärtsrisiko gibt. Der Euro hat in den letzten paar Wochen bereits einen wesentlichen Abverkauf durchlaufen. Erst gestern ist er gegenüber dem Greenback um 0,65% auf seinen niedrigsten Wert seit Mitte August gefallen. Wir bleiben zuversichtlich, dass sich die Situation in Italien bald löst. Schliesslich hat die italienische Regierung klar gemacht, dass die bereit ist, das Budget mit der EU-Kommission zu erörtern.

Stärkere türkische Lira vor Zentralbanksitzung

Von Vincent Mivelaz

Für Anleger in Long-Positionen der türkischen Lira (TRY) scheint Optimismus eine gute Strategie zu sein, seit US-Pastor Andrew Brunson am 12. Oktober freigelassen wurde. Die Lira bleibt nun gegenüber dem Greenback unter dem Bereich bei 6 und hat 4% zugelegt. Die heutige Zentralbanksitzung jedoch könnte ein Wendepunkt für den Trend sein, der Mitte Oktober aufgrund eines schwächeren USD begonnen hatte.

Auch wenn die aktuelle Rallye weiter positiv für die TRY bleibt, so haben sich die Fundamentaldaten nicht geändert. Die Inflation überschreitet die Schwelle von 24% (September im Jahresvergleich, VPI 24,52%) und das trotz des jüngsten Anstiegs von 625 Bp von vor der MPC-Sitzung am 13. September. Der aktuelle einwöchige Repo-Satz bei 24% impliziert einen realen Zinssatz nahe null.

Daher werden die Marktteilnehmer davon ausgehen, das sie türkische Zentralbank ihren Leitzins um mindestens 100 Bp anheben wird, da die Energieprodukte ca. 70% des Anstiegs der türkischen Inflation ausmachen und die Zahl sich bis zum Jahresende an die 25%-Schwelle annähern sollte. Reagiert die Zentralbank nicht, wird dies einen Rückgang der türkischen Lira begünstigen.

Dementsprechend dürfte der USDTRY, der aktuell bei 5,7025 liegt, im Falle einer Zinserhöhung entlang 5,62 fallen. Entscheidet sich die Zentralbank, nicht zu handeln, ist von einem Anstieg des Paares entlang der 5,78 auszugehen.

 
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