Research Market strategy
by Swissquote Analysts
Daily Market Brief

Aktienabverkauf hält an, Devisenmarkt stabilisiert sich

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Euro hält sich trotz Panik um italienischen Haushalt

Von Arnaud Masset

Ist die nächste Krise da? Die asiatischen Aktien büssten ihre Gewinne gestern ein und der Hauptleidtragende waren die chinesischen Märkte. Der CSI 300 fiel um 2,66%, während der Hongkonger Hang Seng 3,13% seines Wertes verlor. Auch in Europa blinken die Aktien rot: Der EuroSTOXX 600 ist um 1,05% auf 365 Punkte gefallen, sein niedrigster Wert seit Mitte Dezember 2016. Bei den Devisen hielt sich die Einheitswährung überraschend gut, wenn man die anhaltenden Spannungen über das italienische Budget in Erwägung zieht. Der EURUSD legte 0,5% zu. Auch das Pfund Sterling, das um 0,22% gegenüber dem US-Dollar anzog, konnte ebenfalls seine Verluste eindämmen, da die Anleger hoffen, dass die Europäische Union und das Vereinigte Königreich bald eine Einigung erzielen können.

Die Europäische Kommission wird heute über Italien diskutieren. Italien sagte, dass es an seinen Haushaltsplänen festhalten will, auch wenn diese gegen die EU-Vorschriften verstossen. Am Montag sagte Wirtschaftsminister GiovaniTria Brüssel, dass das Budget nötig sei, um das Wachstum wiederherzustellen. Brüssel zeigt sich bei Verstössen gegen den Haushalt üblicherweise hart; Italien gibt hier aber nicht nach. Wir gehen davon aus, dass die EU-Kommission das italienische Budget ablehnen wird, aber auf sanfte Art und Weise, so dass eine weitere Diskussion möglich ist. Wir erwarten daher keine starke Reaktion der Aktienmärkte. Wir bleiben auch zum EURUSD weiter mittel- bis langfristig long.

Schwächeres Öl trotz Spannungen zwischen Washington und Riad.

Von Vincent Mivelaz

Die Ölpreise fallen aufgrund der niedrigeren Iranexporte, angetrieben durch zunehmende Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den USA nach dem Khashoggi-Mord. Das Brentöl liegt nun unter 80 USD/Barrel und das WTI handelt unter 70 USD, beides unter den Werten vom letzten Wochenende. Die Anleger hatten gehofft, dass die Saudis, der weltweit führende Exporteur, ihr schwarzes Gold dazu verwenden würden, politisch gehört zu werden. Der saudi-arabische Energieminister Khalid Al-Falih bestätigte jedoch seine Absicht, 11 Mio. Barrel pro Tag zu produzieren und dass er nicht bereit sei, ein Embargo zu implementieren. In der Zwischenzeit werden die am Mittwoch für die zum 19. Oktober endende Woche veröffentlichten US-Bestände weiter im positiven Terrain erwartet, wo sie sich seit März 2017 befinden.

Das globale Umfeld hat sich jedoch immer noch nicht grundlegend geändert. Die US-Sanktionen gegen die Iranexporte beginnen in 12 Tagen (4. November 2018) und die Sanktionen gegen Venezuela steigen. Kurzfristig dürften die Rohölpreise leicht fallen, aber für die Zukunft ist eine Erholung wahrscheinlich.

 
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