by Swissquote Analysts
Europäische Anleger weiter zurückhaltend, da Moody‘s Italien herunterstuft

Italienische Aktien steigen trotz der Senkung des Kreditratings durch Moody’s
Am Montagmorgen stiegen die italienischen Aktien allgemein, wobei die Finanztitel am stärksten stiegen und die Renditen der Staatsanleihen ein Einmonatshoch erreichten. Am letzten Freitag senkte der Investor Service von Moody‘s das Länderrating auf Baa3, eine Stufe über Junk, da Ängste aufgekommen sind, dass die steuerliche Stärke Italiens zusammenbrechen könnte. Die Tatsache, dass der Ton des Statements jedoch recht positiv blieb, und der EU-Kommissar für Wirtschaft und Finanzen, Pierre Moscivici, konstruktiv klang, trugen jedoch zu einer Begrenzung des Abverkaufs bei. Zudem sagte Luigi Di Maio, dass seine Regierung zu Verhandlungen mit der Europäischen Union bereit sei. Der Spread der zweijährigen britischen BTP-Anleihen ist von 2,14% am letzten Donnerstag auf 1,72% gefallen.
An den Devisenmärkten reagierte die Einheitswährung positiv. Der EURUSD ist um 0,30% auf 1,1550 gestiegen, bevor er dann auf 1,1530 zurückgegangen ist, was vermuten lässt, dass die Anleger vorsichtig bleiben. Insgesamt hat sich die Risikostimmung etwas verbessert, aber das Vertrauen der Anleger bleibt nach zwei harten Wochen anfällig, in der die Aktienbewertungen wie Schnee in der Sonne zerschmolzen sind.
Die chinesischen Aktien erzielten trotz des langsamer werdenden Wirtschaftswachstums Mehrjahreshochs.
Trotz einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums bleiben die Anleger optimistisch, was die chinesischen Aktien steigen lässt. Die Verlangsamung des BIP-Wachstums im 3. Quartal wurde am letzten Freitag mit 6,50% veröffentlicht, somit der niedrigste Wert seit 2009; das liegt an einem Rückgang der Tätigkeiten im verarbeitenden Gewerbe, dem viel versprechende gemeinsame Statements der chinesischen Regulierungsbehörden folgten.
In der Tat konnte der Shanghai CSI 300 mit 4,32% seinen grössten Intraday-Gewinn seit Januar 2015 verbuchen, und der Hongkonger Hang Seng verbuchte ein Plus von 2,35%, der grösste Anstieg seit Mitte September 2018. Die Erholung ist eine willkommene Bewegung am Marktplatz, da die chinesischen Aktien seit Jahresbeginn stark eingebrochen sind (bisheriger Jahresverlauf: CSI 300: -22,23%, Hang Seng: -12,50%), was auf die steigenden Handelsspannungen zwischen China und den USA und dem Ansteckungsrisiko für Schwellenländerschulden zurückzuführen ist.
Auch wenn die chinesischen Behörden jedoch weiter um die Wirtschaftsprognosen für China besorgt sind, so wurden Ankündigungen unterstützender Massnahmen (z.B. die Gewähr von flexiblen Krediten) und Steuersenkungen, die auf 1% des BIPs geschätzt werden, und im nächsten Jahr eingeführt werden sollen, bestätigt. Somit scheint es laut der jüngsten Ankündigung so, als geht man davon aus, dass die chinesischen Behörden eine expansive, wachstumsorientierte Politik vor einem Schuldenabbau vorzieht.
Aktuell bleibt der Hauptfokus auf den Gesprächen zwischen Trump und Xi während der G20-Sitzung, die beide Parteien kürzlich bestätigt haben. Ein positives (oder negatives) Ergebnis könnte den Renminbi stark beeinflussen. Aber diesmal wird davon ausgegangen, dass die PBoC weiter die Marke bei 7 für den USDCNY als wichtige Schwelle beibehält. Das heutige Fixing der PBoC bleibt bei 6,9236.