Research Market strategy
by Swissquote Analysts

EUR/USD auf dem Weg zu 1,08, da der Greenback an Momentum verliert

17.03.2017 - 00:00

Forex News and Events


Aufwärtspotential weiter begrenzt ... zumindest momentan (von Arnaud Masset)

Die Einheitswährung erfuhr nach der letzten FOMC-Sitzung und der Zurückhaltung der Fed-Mitglieder in Bezug auf die Geschwindigkeit der Zinsnormalisierung einen angenehmen Aufschwung. 
Die politische Unsicherheit, die aufgrund des Aufstiegs des Populismus unter den EU-Mitgliedern nachlässt, hat jedoch auch dazu beigetragen, dass der EUR wieder etwas an Farbe zurückgewonnen hat. Das Spiel ist noch nicht vorbei, da die französischen Wahlen weiter die Haupthürde für eine weitere EUR-Aufwertung bleiben. Seit gestern Abend testet der EUR/USD den wichtigen Widerstandsbereich zwischen 1,08 und 1,09 (das alte Hoch und der aktuelle gleitende 200-Tagesdurchschnitt liegen bei 1,0896).  Wir gehen nicht davon aus, dass diese Werte vor den französischen Wahlen deutlich durchbrochen werden; der Markt wird jedoch extrem sensibel auf die anstehenden Wirtschaftsdaten aus den USA reagieren, da diese den Straffungspfad der Fed verlangsamen könnten.

Vor der ersten und zweiten Runde der französischen Wahlen sollten die als klassischer sicherer Hafen geltenden Währungen - der CHF und JPY - vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit und Zweifeln um die Stärke der Erholung der US-Konjunktur eine gute Performance aufweisen.



Renditestreben dominiert die Devisen (von Peter Rosenstreich)

Der USD verliert weiter an Boden, da die US-Renditen ihre Hochs hinter sich lassen, nachdem sich die Fed zurückhaltend gezeigt hatte. Die Devisen der Schwellenländer haben gegenüber dem USD deutlich zugelegt (heute sehen wir eine kleine Pause), während die G10-Währungen keine richtige Richtung aufweisen. Allgemein befinden sich die Märkte wieder in einer „Goldlöckchen-Phase“, in der die akkommodierende Geldpolitik und das politische Risiko in den USA und die Verlangsamung in Europa dominieren. Da die Fed die Dots nicht geändert hat und das Ergebnis der PVV bei den holländischen Wahlen enttäuschend war, haben die kurzfristigen Sorgen der Anleger nachgelassen. Die Devisenvolatilität hat nachgelassen, was den Anlegern erneut Grund gegeben hat, ihre Einstellung in Bezug auf die Renditen zu ändern. Wir machen uns Sorgen, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit unterbewertet, dass die Fed ihren Zinserhöhungszyklus im Juni fortsetzt. Bei den Devisen verbuchen Carry- und Momentum-Trades wesentliche risikobereinigte Renditen. Der Kauf des EUR/USD ist beliebter geworden, da ein flacher Politikpfad der Fed mit einer Straffung durch die EZB im September zu kollidieren scheint.  Wie wir bereits in zahlreichen Prognosen angekündigt haben, ist es unwahrscheinlich, dass der Dollar 2017 dominieren wird. Der Handel mit Long-Positionen im EUR/JPY wäre die  High-Conviction-Strategie für diesen Fed-/EZB-konvergenten Trade. An diesem Wochenende treffen sich die G20-Finanzminister und die Zentralbank. Allgemein gesehen hatten die G20 Zeit, zu einem Konsens zu gelangen oder echte Lösungen mit begrenzten Statements anzubieten. Aufgrund der Sorge um den zunehmenden Populismus und den Protektionismus wird es sicherlich wichtige Nachrichten geben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sensationelle Kommentare anhaltende Marktauswirkungen haben werden. Besonderer Fokus wird auf dem US-amerikanischen Finanzminister Mnuchin und seinen Aussagen zur  USD-Politik und dem globalen Handel liegen. Oberflächlich hat Mnuchin gesagt, dass man mit einem stärkeren USD zufrieden sei, aber wir vermuten, dass die Regierung tätig werden wird, sollte die Fed globale Rotationen in den USD auslösen. Wenn der Hype um die G20 nachgelassen hat sollten wir am Montag „grünes Licht“ für umfassende Risikobereitschaft sehen. Heute werden die USA die Industrieproduktion und die Michigan-Stimmung veröffentlichen, die beide besser erwartet werden als im Vormonat.



Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich fällt auf ein 42-Jahrestief (von Yann Quelenn)

Was ein Widerspruch! Der erwartete, wirtschaftliche Alptraum nach der Brexit-Abstimmung ist nicht Realität geworden. In der Tat hat die Arbeitslosenquote mit nur 4,7% ihren niedrigsten Wert in 42 Jahren erreicht. Es scheint so, als wäre die britische Wirtschaft zumindest momentan nach der Entscheidung, aus der Europäischen Union, auszutreten, nicht schlimmer dran. Man sollte trotzdem darauf hinweisen, dass es quasi keinen Lohndruck gibt. Wir denken, dass die fehlende Stellensicherheit (z.B. mit dem Nullstundenvertrag) die Arbeitslosenquote ebenfalls fallen lässt.

Anfang der Woche hat sich die BoE entschieden, ihre Zinsen bei 0,25% zu belassen. Es ist klar, dass die Brexit-Sorgen der Zentralbank definitiv helfen, da das Pfund schwach bleibt. Wir bleiben zum Pfund bullisch und sehen die europäischen Unsicherheiten mittelfristig zunehmen, vor allem im Zusammenhang mit den französischen Wahlen.

Wenn wir uns die Daten genauer ansehen, so steigt die Inflation und die BoE sollte weitere Straffungsmaßnahmen in der Zukunft andeuten. Das Auslösen von Artikel 50 steht an und die Verhandlungen sollten länger anhalten als erwartet, da die Handelsverträge für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Vereinigten Königreichs wesentlich sind.


 

Swissquote Sqore Handelsideen: https://de.swissquote.com/fx/news/sqore

 

EUR/USD - Strengthening.

Today's Key IssuesCountry / GMT
Jan Trade Balance EU, last 124m, rev 57mEUR/09:00
Jan Trade Balance Total, last 5798m, rev 5730mEUR/09:00
Jan Trade Balance SA, exp 22.0b, last 24.5bEUR/10:00
Jan Trade Balance NSA, last 28.1bEUR/10:00
Mar IGP-M Inflation 2nd Preview, exp 0,22%, last 0,02%BRL/11:00
Jan Manufacturing Sales MoM, exp -0,30%, last 2,30%CAD/12:30
Feb Industrial Production MoM, exp 0,20%, last -0,30%USD/13:15
Feb Capacity Utilization, exp 75,50%, last 75,30%USD/13:15
Feb Manufacturing (SIC) Production, exp 0,50%, last 0,20%USD/13:15
Mar P U. of Mich. Sentiment, exp 97, last 96,3USD/14:00
Mar P U. of Mich. Current Conditions, exp 111, last 111,5USD/14:00
Mar P U. of Mich. Expectations, exp 87,1, last 86,5USD/14:00
Mar P U. of Mich. 1 Yr Inflation, last 2,70%USD/14:00
Mar P U. of Mich. 5-10 Yr Inflation, last 2,50%USD/14:00
Feb Leading Index, exp 0,50%, last 0,60%USD/14:00
4Q BoP Current Account Balance, exp -$12.00b, last -$3.40bINR/22:00
Feb Labor Market Conditions Index Change, exp 2,5, last 1,3USD/23:00
ECB's Coeure takes part in G-20 meeting in Baden-BadenEUR/23:00
Feb Industrial Production YoY, exp 1,30%, last 2,30%RUB/23:00
Feb Tax Collections, exp 93044m, last 137392mBRL/23:00

The Risk Today

EURUSD

Der EUR/USD festigt sich weiter. Das Paar bewegt sich in einem Aufwärtstrendkanal. Ein wichtiger Widerstand liegt noch immer etwas entfernt bei 1,0874 (Hoch vom 8. 12. 2016). Eine starke Unterstützung findet sich bei 1,0493 (Tief vom 22. 2. 2017). Die technische Struktur deutet auf einen weitergehenden Anstieg in Richtung des Widerstands bei 1,0874 hin. Langfristig deutet das Todeskreuz von Ende Oktober auf eine weitere bärische Tendenz hin. Das Paar hat die wichtige Unterstützung bei 1,0458 (Tief vom 16. 3. 2015) durchbrochen. Ein wichtiger Widerstand liegt bei 1,1714 (Hoch vom 24. 8. 2015). Erwarten Sie eine Bewegung in Richtung Parität.

GBPUSD

Der GBP/USD bewegt sich weiter aufwärts, doch das Paar bleibt in der Nähe der Unterstützung bei 1,2254 (Tief vom 19. 1. 2017). Der Weg ist noch immer weit offen für weitere Rückgänge. Ein stündlicher Widerstand liegt bei 1,2300 (Hoch vom 5. 3. 2017). Das langfristig technische Muster ist sogar noch negativer, seit die Brexit-Abstimmung den Weg für weitere Rückgänge bereitet hat. Eine langfristige Unterstützung zeigt sich bei 1,0520 (1. 3. 85) und scheint ein angemessenes Ziel zu sein. Ein langfristiger Widerstand liegt bei 1,5018 (24. 6. 2015) und würde eine langfristige Umkehr im negativen Trend darstellen. Doch dies sieht für den Moment noch ziemlich unwahrscheinlich aus.

USDJPY

Der USD/JPY hat es nicht geschafft, den wichtigen Widerstands bei 115,62 (Hoch vom 19. 1. 2016) zu durchbrechen. Die stündliche Unterstützung bei 113,56 (Tief vom 6. 3. 2017) wurde gebrochen. Das Paar bewegt sich seitwärts. Wir favorisieren eine langfristig bärische Tendenz. Eine Unterstützung zeigt sich nun bei 96,57 (Tief vom 10. 8. 2013). Ein allmählicher Anstieg in Richtung des Hauptwiderstands bei 135,15 (Hoch vom 1. 2. 2002) scheint nun völlig unwahrscheinlich. Erwarten Sie weitere Rückgänge bis zur Unterstützung bei 93,79 (Tief vom 13. 6. 2013).

USDCHF

Der USD/CHF schwächt sich weiter ab, seit das Paar den Aufwärtstrendkanal verlassen hat. Eine stündliche Unterstützung liegt bei 0,9862 (Tief vom 31. 1. 2017) und wurde gebrochen. Ein wichtiger Widerstand befindet sich etwas entfernt bei 1,0344 (Hoch vom 15. 12. 2016). Erwarten Sie eine Konsolidierung. Langfristig bewegt sich das Paar seit 2011 noch immer bereichsgebunden, trotz einiger Turbulenzen, seit die SNB den CHF vom EUR entkoppelte. Eine wichtige Unterstützung findet sich bei 0,8986 (Tief vom 30. 1. 2015). Seit der Aufhebung des Bodens im Januar 2015 deutet die technische Struktur gleichwohl auf eine langfristig bullische Entwicklung hin.

Resistance and Support

EURUSDGBPUSDUSDCHFUSDJPY
1.131.34451.0652121.69
1.09541.31211.0344118.66
1.08741.27711.0171115.62
1.07741.23960.9951113.26
1.04541.19860.9862111.36
1.03411.18410.955106.04
11.0520.9444101.2
 
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