Research Market strategy
by Swissquote Analysts

US-Wahl im Mittelpunkt, chinesische Daten enttäuschen

08.11.2016 - 00:00

Forex News and Events

Wahltag (von Peter Rosenstreich)

Wir können nur sagen ... endlich. Nach der inoffiziell längsten Kampagne zu den US-Präsidentschaftswahlen sind die Wahllokale nun endlich geöffnet. Die Märkte warten nun auf Clintons Einzug in das Weise Haus, und wir sehen, dass die Risikobereitschaft allgemein steigt. Das Online-Analyse-Tool von Swissquote sieht Clinton nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 46,7% vor Trump mit 44,5%, eine etwas größere Marge als am Montag. Die Prognosen von Nate Silvers FiveThirtyEight sehen Clintons Chancen für einen Wahlgewinn bei 71%.

Clinton hält bereits eine solide Anzahl von 266 Wahlmännerstimmen und muss nur noch die Stimmen von weiteren 4 umkämpften Staaten gewinnen, um die erste Präsidentin Amerikas zu werden. Wenn auch ein großer Teil des Clinton-Siegs bereits eingepreist sein sollte, erwarten wir dennoch eine Erholungsrallye des Marktes. So sollten wir deutliche Aufschwünge an den globalen Aktienmärkten, bei den EM-Währungen (vor allem MXN, KRW und CNY) und einen Abverkauf beim Gold, dem JPY und CHF sehen. Wir warnen die Händler jedoch davor, diese Wahl mit Begriffen wie "normal" zu qualifizieren. Denn wir zweifeln stark daran, dass sie ein linear verlaufendes Ereignis sein wird, wo die Stimmen aufgehen, wo entgegenkommende Reden gehalten werden und Amtseinführungen geplant werden. Diese Wahl ist keine einfache Brexit-Abstimmung, sondern ein Test der Dynamikanalyse. In der Vergangenheit konnten die Wahlen bereits um 04:00 CET als "entschieden" erklärt werden, aber heutzutage kann dies erst viele Tage später der Fall sein. Für einen frühen Wahlentscheid müssen die meisten umkämpften Staaten an der Ostküste (vor allem Florida, Penn und Ohio) mit einer überwältigenden Mehrheit für Clinton stimmen. In diesem Fall werden die Medien die Wahl für entschieden erklären, und der Verlierer muss einen Plan B entwerfen (wir glauben, dass Trump seine Rechtsanwälte bereits in Stellung gebracht hat und auf einen Kampf vorbereitet ist). Selbst wenn Clinton die wichtigen umkämpften Staaten für sich gewinnen sollte, ist es unwahrscheinlich, dass Trump klein beigeben wird, womit wir in den nächsten Tagen mit einem Anstieg der Volatilität rechnen müssen. Wir sehen weiter Nachfrage bei den Optionen, was zeigt, dass sich die Händler massiven aus-dem-Geld-Szenarien stellen.



SNB Dilemma

Neben vielen internationalen Politikern hat auch die SNB durchgeatmet, nachdem die Wahrscheinlichkeit einer Präsidentschaft von Trump abgenommen hat. SNB-Vorstandsmitglied Andrea Maechler sagte, dass die Zentralbanken bereit sind, einzugreifen, um den CHF zu schwächen. Die Korrelation des CHF zu den Trump-Umfragen ist zunehmend gestiegen, damit können wir davon ausgehen, dass sein Sieg wohl eine große Nachfrage nach den sicheren Häfen auslösen wird. Der Einbruch der Werte für Clinton bei den nationalen Umfragen in der letzten Woche hat den USD/CHF auf seinen niedrigsten Wert seit Juni zurückgeführt. Die Schweizer Fremdwährungsreserven deuten darauf hin, dass die SNB unregelmäßig  eingriffen hat, um sich gegen die massive CHF-Aufwertung zu stemmen, auch wenn diese Interventionen vor kurzem anscheinend nachgelassen haben.

Die dieswöchigen Verbraucherpreisdaten haben gezeigt, dass der Inflationsdruck schwach bleibt. Die Verbraucherpreise sanken im Oktober um 0,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Den gleichen Rückgang hatte man im September gesehen. Der starke CHF importiert weiter die Deflation und macht die Bemühungen der SNB zum Erreichen ihrer Ziele zunichte. Doch die gemischten politischen Maßnahmen wie negative Zinsen und Deviseninterventionen haben sich nicht als effizient erwiesen. Mit den langfristig negativen Auswirkungen für Sparer, Banken und Versicherungen, die solche Entscheidungen belasten, bleibt weiter unklar, wie lange die SNB ihre aktuelle geldpolitische Einstellung beibehalten kann. Wir bleiben zum CHF mittel- und langfristig konstruktiv (kurzfristig kommen wahlabhängige Verkäufe bei einem Clinton-Sieg in Betracht).



China: Exporte stolpern trotz schwächerem Yuan (von Yann Quelenn)

Die chinesische Wirtschaft hat es schwer. In der letzten Nacht brachen die Exporte um -7,3% im Jahresvergleich ein, dies ist der siebte aufeinanderfolgende Monat mit einem Rückgang. 
Insgesamt ist die globale Nachfrage schwach, weshalb vieles darauf hinweist, dass sich die chinesische Wirtschaft in einer Entwicklung von einem internationalen zu einem inländischen Wachstum befindet.

Der schwächere Yuan konnte die Exporte nicht antreiben. Die chinesische Wirtschaft hat gegenüber dem Dollar im Oktober 1,5% und seit letztem Jahr 9% eingebüßt. Bei der schwächeren Nachfrage fielen die Importe des Landes um 1,4%, doch die Nachfrage nach Rohstoffen ist gestiegen. Als Folge ist der Handelsüberschuss im Oktober auf 49,1 Mrd. USD zurückgegangen, was aber immer noch ziemlich positiv ist. Wir glauben, dass dieser Trend anhalten wird. Einen Indikator, den wir genau verfolgen, ist der Baltic Dry Index, der Auskunft über die Höhe der Frachtkosten gibt. Dieser Index notiert weiter sehr niedrig (870) im Vergleich zu Werten, die im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts erreicht wurden (zwischen 2500 und 10000). Selbst ein leichter Anstieg bei dem Index wäre nicht ausreichend, um von einer globalen Erholung zu sprechen.

Hinzu kommt: Die schneller als erwartet steigenden Verbraucher- und Herstellerpreise können den Vorteil einer schwächeren Währung nicht ausgleichen. Wir glauben, dass China früher oder später die Inflation exportieren wird. Deshalb bleiben wir zu den Rohstoffen bullisch, auch wenn nun die Zinsen im Dezember erhöht werden sollten, doch dies sollte dann auf jeden Fall die letzte Zinserhöhung für mindestens ein Jahr gewesen sein.
 

 

Swissquote Sqore Handelsideen: http://de.swissquote.com/fx/news/sqore

 

Gold - Back Within Former Uptrend Channel.

Today's Key IssuesCountry / GMT
Sep House transactions YoY, last 20,30%EUR/08:00
Sep Household Consumption (MoM), last 0,00%SEK/08:30
Sep Household Consumption (YoY), last 2,60%SEK/08:30
Sep Industrial Production MoM, exp 0,00%, last -0,40%GBP/09:30
Sep Industrial Production YoY, exp 0,80%, last 0,70%GBP/09:30
Sep Manufacturing Production MoM, exp 0,40%, last 0,20%GBP/09:30
Sep Manufacturing Production YoY, exp -0,10%, last 0,50%GBP/09:30
nov..07 FGV CPI IPC-S, exp 0,43%, last 0,34%BRL/10:00
Oct FGV Inflation IGP-DI MoM, exp 0,24%, last 0,03%BRL/10:00
Oct FGV Inflation IGP-DI YoY, exp 8,08%, last 9,74%BRL/10:00
Bank of Italy Report on Balance-Sheet AggregatesEUR/10:00
Oct NFIB Small Business Optimism, exp 94,1, last 94,1USD/11:00
Fed's Evans Speaks on Economy and Policy in New YorkUSD/12:45
Oct Housing Starts, exp 195.0k, last 220.6k, rev 219.3kCAD/13:15
Sep Building Permits MoM, exp -5,80%, last 10,40%CAD/13:30
Oct NIESR GDP Estimate, last 0,40%GBP/15:00
Sep JOLTS Job Openings, exp 5488, last 5443USD/15:00
Bank of Canada's Schembri speaks in HalifaxCAD/16:20
Bank of England Chief Economist Andy Haldane Speaks in LondonGBP/17:00
Oct Card Spending Retail MoM, exp 0,40%, last 1,90%NZD/21:45
Oct Card Spending Total MoM, last 2,00%NZD/21:45
Oct Foreign Direct Investment YoY CNY, exp 2,50%, last 1,20%CNY/23:00

The Risk Today

EURUSD

Der EUR/USD schwächt sich ab. Ein stündlicher Widerstand zeigt sich bei 1,1145 (Hoch vom 6. 11. 2016). Ein wichtiger Widerstand liegt weit entfernt bei 1,1352 (Hoch vom 18. 8. 2016). Die kurzfristige technische Struktur spricht für weitere Anstiege. Langfristig deutet das Todeskreuz auf eine weitere bärische Tendenz hin, obwohl das Paar seit letztem Dezember zugelegt hat. Ein wichtiger Widerstand liegt bei 1,1714 (Hoch vom 24. 8. 2015). Starke Unterstützung findet sich bei 1,0458 (Tief vom 16. 3. 2015).

GBPUSD

Der GBP/USD pausiert oberhalb von 1,2400. Ein stündlicher Widerstand liegt bei 1,2557 (Hoch vom 4. 11. 2016). Eine stündliche Unterstützung zeigt sich bei 1,2083 (Tief vom 25. 10. 2016). Ein starker Widerstand liegt weit entfernt bei 1,2620 und dann bei 1,2873 (3. 10. 2016). Beobachten Sie das Niveau um 1,2400, bevor es zu weiteren Rückgängen kommt. Das langfristig technische Muster ist sogar noch negativer, nachdem der Brexit den Weg für weitere Rückgänge bereitet hat. Eine langfristige Unterstützung zeigt sich bei 1,0520 (1. 3. 85) und scheint ein anvisierbares Ziel zu sein. Ein langfristiger Widerstand liegt bei 1,5018 (24. 6. 2015) und würde eine langfristige Umkehr im negativen Trend darstellen. Doch dies sieht für den Moment noch ziemlich unwahrscheinlich aus.

USDJPY

Der USD/JPY hat seine Umkehrbewegung, ausgehend von der stündlichen Unterstützung bei 102,55 (Tief vom 3. 11. 2016), abgeschlossen. Ein stündlicher Widerstand liegt bei 104,62 (Hoch vom 7. 11. 2016) und bei 105,53 (Hoch vom 28. 10. 2016). Eine wichtige Unterstützung findet sich bei 100,09 (27. 9. 2016). Erwarten Sie weitere Rückgänge. Wir favorisieren eine langfristig bärische Tendenz. Eine Unterstützung zeigt sich nun bei 96,57 (Tief vom 10. 8. 2013). Ein allmählicher Anstieg in Richtung des Hauptwiderstands bei 135,15 (Hoch vom 1. 2. 2002) scheint nun völlig unwahrscheinlich. Erwarten Sie weitere Rückgänge bis zur Unterstützung bei 93,79 (Tief vom 13. 6. 2013).

USDCHF

Der USD/CHF hat während des Wochenendes um eine Ziffer zugelegt. Starke Unterstützung zeigt sich bei 0,9632 (Basistief vom 26. 8. 2016), und eine Widerstandszone zeigt sich bei 0,9790 (Hoch vom 7. 11. 2016) und um die Parität. Es ist an der Zeit, bärische Positionen einzugehen. Langfristig bewegt sich das Paar seit 2011 noch immer bereichsgebunden, trotz einiger Unruhen, nachdem die SNB den CHF vom EUR entkoppelte. Seit dem Januar 2015 deutet die technische Struktur gleichwohl auf eine langfristig bullische Entwicklung hin.

Resistance and Support

EURUSDGBPUSDUSDCHFUSDJPY
1.14281.31211.0257111.45
1.13521.28571.0093107.49
1.1211.25570.9999105.53
1.10491.24250.9755104.52
1.08221.20830.9632102.55
1.07111.18410.9522100.09
1.04581.0520.944499.02
 
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