Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 20.03.2023
Morning news

UBS übernimmt angeschlagene Credit Suisse für 3 Milliarden Franken

Topic of the day

Die UBS übernimmt die angeschlagene Credit Suisse für 3 Milliarden Franken. Dies gab die Schweizer Regierung am Sonntagabend bekannt. Die Aufsichtsbehörden hatten die UBS zum grössten Bankendeal seit Jahren gedrängt, um den gefährlichen Vertrauensverlust in das globale Bankensystem aufzuhalten. Der Deal zwischen den beiden Säulen des Schweizer Finanzwesens ist die erste Megafusion systemrelevanter globaler Banken seit der Finanzkrise im Jahr 2008, als Institute in der gesamten Bankenlandschaft aufgespalten und mit Rivalen zusammengelegt wurden, oft auf Geheiss der Aufsichtsbehörden. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kündigte an, die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS mit einer Liquiditätshilfe von bis zu 100 Milliarden Franken zu unterstützen. Die Schweizer Regierung erklärte zudem, sie werde mehr als 9 Milliarden Franken zur Verfügung stellen, zur Übernahme potenzieller Verluste. "Mit der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS wurde eine Lösung gefunden, um die Finanzstabilität zu sichern und die Schweizer Wirtschaft in dieser Ausnahmesituation zu schützen", teilte die SNB in einer Erklärung mit. Wie die SNB weiter bekannt gab, wird UBS die Credit Suisse für 0,76 Franken pro Aktie in einem reinen Aktientausch übernehmen. Zum Vergleich: Die CS-Aktie schloss am Freitagabend bei 1,86 Franken.

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Swiss stocks

Nach der kräftigen Erholung am Vortag ist es am Freitag an der Börse in Zürich wieder nach unten gegangen mit den Kursen. Trotz der Liquiditätsspritzen für die Credit Suisse und in den USA die Regionalbank First Republic herrschten weiter Sorgen vor Ansteckungseffekten, sollten bei als unsicher geltenden Banken im grossen Stil Kundengelder abgezogen werden. Zumal auch mit Blick auf das handelsfreie Wochenende gingen daher viele Akteure auf Nummer sicher und trennten sich von Aktien. Der SMI verlor 1 Prozent auf 10.614 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 18 Kursverlierer und zwei -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 223,29 (Donnerstag: 248,82) Millionen Aktien. Klares Schlusslicht waren am Freitag Credit Suisse. Nach dem rund 20-prozentigen Absturz am Mittwoch und der ähnlich starken Erholung am Donnerstag gab der Kurs wieder um 8,0 Prozent nach. UBS gaben um 1,2 Prozent nach. Mit am besten hielten sich Aktien, die als defensiv, also weniger konjunkturabhängig gelten. Das Pharmaschwergewicht Roche stieg um 0,2 Prozent, Nestle gaben nur um 0,4 Prozent nach. Richemont (-2,3%) zeigten sich unbeeindruckt davon, dass der Luxusgüterhersteller eine Zweitnotierung in Südafrika plant.

International markets

Europe

Nach einem freundlichen Start in den Tag schlossen die europäischen Aktienmärkte im Minus. Einen Impuls dafür dürfte der Hexensabbat geliefert haben. Am Nachmittag reagierte vor dem Wochenende dann "Risk-off", Aktien wurden verkauft und die sicheren Häfen wie Anleihen oder Gold gekauft. Der DAX gab zuvor gesehene Gewinne ab und verlor 1,3 Prozent auf 14.768 Punkte, der Euro-Stoxx-50 handelte 1,3 Prozent tiefer bei 4.067 Punkten. Alle Branchen-Indizes schlossen im Minus. Sichere Häfen wie Anleihen legten dagegen zu, die Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten 15 Basispunkte tiefer bei 2,13 Prozent. Starke Zahlen der Fedex verhalfen den Aktien der Deutschen Post zu einem Plus von 0,9 Prozent. Der Post-Konkurrent aus den USA hat im vergangenen Geschäftsquartal deutlich mehr verdient als erwartet und den Gewinnausblick erhöht.

United States

Nach der kräftigen Erholung am Vortag ist es zum Wochenausklang an den US-Börsen wieder nach unten gegangen. Die Furcht vor weiteren Problemen im Bankensektor und einer damit drohenden Rezession schwelte weiter - trotz der Liquiditätsspritze für die First Republic Bank von 30 Milliarden Dollar durch eine Reihe von US-Banken. Neue Nahrung erhielten die Ängste davon, dass die Mutter der von den Behörden geschlossenen und übernommenen Silicon Valley Bank (SVB), die SVB Financial Group, Gläubigerschutz beantragt hat. Zur Verunsicherung trugen daneben Daten der US-Notenbank bei, wonach sich Banken in der vergangenen Woche von der Fed über 150 Milliarden Dollar geliehen haben. In der Woche zuvor waren es 4,4 Milliarden gewesen. Der Dow-Jones-Index verlor 1,2 Prozent auf 31.862 Punkte. Der S&P-500 gab um 1,1 Prozent nach und der Nasdaq-Composite um 0,7 Prozent. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 470 (Donnerstag: 2.239) Kursgewinner und 2.571 (794) -verlierer. Unverändert schlossen 78 (79) Aktien. Der Logistiker Fedex überraschter derweil mit guten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal und erhöhte den Gewinnausblick. Der Kurs wurde um 8 Prozent nach oben befördert. Merck & Co gaben um 3,0 Prozent nach. Der Pharmakonzern hat einen Fehlschlag mit einer Medikamentenstudie erlitten. Ford büssten 4,4 Prozent ein. Der Autokonzern muss knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordern, um einen Bremsschlauch auszutauschen, der brechen könnte. Baidu stiegen um 6,3 Prozent. Das chinesische Unternehmen hat die Lizenz zum Betrieb führerloser Taxis in Peking erhalten. Dazu gibt es positive Kommentare zum Chatbot der Chinesen.

Asia

Die Angst vor einer Bankenkrise lastet am Montag weiter auf den Aktienmärkten in Ostasien und Australien. Unterstützungsmassnahmen der grossen Notenbanken in Form von mehr Dollar-Liquidität und vor allem die Nachricht von der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS können die Sorgen noch nicht zerstreuen. Gegen die regionale Tendenz tendiert der Composite-Index in Schanghai kaum verändert, nachdem die chinesische Zentralbank (PBoC) überraschend die Mindestreserveanforderung für heimische Banken gesenkt und wichtige Zinssätze unverändert belassen hat. Auf der Börse in Hongkong lastet allerdings das Minus des Schwergewichts HSBC von rund 6 Prozent.

Bonds

US-Anleihen verzeichneten nach dem Rücksetzer vom Donnerstag wieder starken Zulauf, was sich in deutlich sinkenden Renditen niederschlug. Am Vortag waren die Renditen noch kräftig gestiegen, weil die Wahrscheinlichkeit wieder höher gesehen wurde, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche die Zinsen im Kampf gegen die Inflation wie geplant erhöhen dürfte.

Analysis

UBS erhöht Inditex-Ziel auf 33 (31) EUR – Buy

CS erhöht Lanxess-Ziel auf 47 (42) EUR – Outperform

Citi senkt K+S auf 20 (22) EUR – Neutral

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.