Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 16.01.2023
Morning news

JP Morgan steigert überraschend Gewinn

Topic of the day

JP Morgan (+2,5%) hat im vierten Quartal von steigenden Zinsen profitiert und damit Belastungsfaktoren wie höhere Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite, steigende Kosten und ein schwächeres Investmentbanking ausgeglichen. Die US-Grossbank übertraf die Erwartungen der Analysten. Die Bank legte 1,4 Milliarden Dollar für ausfallgefährdete Kredite zur Seite. So warnte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon vor einer "milden Rezession". Die Wirtschaft sei heute zwar stark, aber die weiteren Auswirkungen von Faktoren wie dem Ukraine-Krieg, der geldpolitischen Straffung und der hohen Inflation seien noch nicht abzusehen, sagte er. Den Gewinn steigerte JP Morgan dennoch, was vor allem den höheren Zinsen zu verdanken war. Diese trugen zu einem Anstieg der Erträge um 18 Prozent auf 34,55 Milliarden Dollar bei. Allein die Nettozinserträge kletterten um 48 Prozent auf gut 20 Milliarden Dollar. Ausserdem liefen die Handelsgeschäfte, vor allem mit festverzinslichen Produkten, besser als im Vorjahr. Auf der anderen Seite schwächelte das Investmentbanking: Die Gebühreneinnahmen litten unter dem weitgehend ausgetrockneten Markt für Neuemissionen und Unternehmenszusammenschlüsse. Unter dem Strich verdiente JP Morgan in den drei Monaten bis Ende Dezember 11 Milliarden US-Dollar nach 10,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie betrug 3,57 Dollar. Analysten hatten im Factset-Konsens mit 3,08 Dollar gerechnet.

Swiss stocks

Der SMI schloss am Freitag nahezu unverändert bei 11.291 Punkten. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 13 Kursverlierer und 7 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 45,1 (zuvor: 52,24) Millionen Aktien. Unter den Einzelwerten fielen Credit Suisse um 2,3 Prozent, UBS schlossen indessen 0,5 Prozent im Plus. Bei den Pharmariesen gewannen Roche 1,0 Prozent und Novartis 0,5 Prozent. Die Aktien des Index-Schwergewichts Nestle rückten 0,3 Prozent vor. Partners Group büssten 3,1 Prozent ein. Das verwaltete Vermögen der Beteiligungsgesellschaft habe sich 2022 noch schwächer als erwartet entwickelt, so die Citigroup. Die Analysten haben ihre Einstufung auf "Neutral" von zuvor "Buy" heruntergestuft. Auch die Prognose für das Wachstum des verwalteten Vermögens 2023 falle schwächer als gedacht aus. Die Aktie von Logitech gab nach dem kräftigen Kurseinbruch am Vortag um weitere 2,8 Prozent nach. Das IT-Unternehmen hatte am Donnerstag nach einem schwachen dritten Quartal den Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr gesenkt, woraufhin der Aktienkurs um rund 17 Prozent eingebrochen war. Im breiteren Markt legten Inficon nach Vorlage von vorläufigen Zahlen für 2022 um 2,8 Prozent zu.

International markets

Europe

An den europäischen Aktienmärkten ging es auch am Freitag weiter nach oben. Auch wenn die Aufwärtsbewegung zuletzt ein wenig an Schwung verloren hat, ist die Rally seit Jahresbeginn erstaunlich. Fast noch bemerkenswerter ist, wie sich die europäischen Aktienmärkte von der Wall Street abkoppeln konnten. So befindet sich der S&P-500-Index unverändert in einem intakten Abwärtstrend. Der DAX gewann 0,2 Prozent auf 15.087 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,6 Prozent auf 4.151 Punkte nach oben. Zu den grössten Gewinner unter den Sub-Indizes gehörten die Technologiewerte mit einem Plus von 1,1 Prozent, die Automobilwerte bildeten mit einem Minus von 1,7 Prozent das Schlusslicht. "Die massiven Preissenkungen von Tesla auch in Europa sorgen für Entsetzen", sagte ein Händler. Wenn beispielsweise ein Einstiegsmodell im Tesla 3 plötzlich über 12.000 Euro billiger angeboten werde, müssten auch die deutschen Hersteller nachziehen. VW verloren 2,8 Prozent, Mercedes-Benz 2,7 Prozent und BMW handelten 1,6 Prozent tiefer. Daneben machten Analysten die Kurse. So nahm Metzler das Kursziel für Aurubis auf 132 Euro nach oben, die Aktie legte um 5,5 Prozent auf 92,54 Euro zu. Die Analysten werten bei Aurubis die robuste Nachfrage nach Kupferprodukten, den beträchtlichen Rückgang der Energiepreise sowie den jüngsten Preisanstieg bei Kupfer und Edelmetallen positiv. Für Hugo Boss ging es 1,8 Prozent nach unten, hier hat die Bank of America die Einstufung auf "Underperform" gesenkt. Kion stiegen um 5,2 Prozent - hier soll die Societe Generale eine Kaufempfehlung ausgesprochen haben.

United States

Die US-Börsen haben zum Ende der Handelswoche mit leichten Aufschlägen geschlossen. Am Montag bleiben in den USA der Aktien- und Anleihemarkt wegen des Feiertages "Martin-Luther-King-Day" geschlossen. Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent höher bei 34.303 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,4 Prozent nach oben. Der Nasdaq-Composite notierte 0,7 Prozent fester. Dabei gab es insgesamt 1.897 (Donnerstag: 2.372) Kursgewinner und 1.198 (746) -verlierer. Unverändert schlossen 87 (107) Titel. Im Blick der Anleger stand die beginnende US-Berichtssaison. Den Startschuss gaben die Ergebnisse der vier grössten US-Banken (JP Morgan siehe Top Thema). Die Bank of America (+2,2%) hat im vierten Quartal trotz höherer Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite und eines schwachen Investmentbanking-Geschäfts mehr verdient. Der Gewinn fiel höher aus als von Analysten erwartet. Eine Milliardenstrafe hat Wells Fargo (+3,3%) im vierten Quartal einen massiven Gewinnrückgang beschert. Gleichwohl fiel das Ergebnis der Bank besser aus als von Analysten erwartet. Höhere Kreditkosten haben der Citigroup (+1,7%) im vierten Quartal einen herben Gewinnrückgang beschert. Die Tesla-Aktie verlor 0,9 Prozent. Der Elektroauto-Hersteller hat die Preise für einige seiner in den USA verkauften Fahrzeuge um fast 20 Prozent gesenkt, um neue Käufer anzulocken. Der Krankenversicherer Unitedhealth (-1,2%) hat im Schlussquartal des vergangenen Jahres deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Blackrock hat im vierten Quartal 23 Prozent weniger verdient als im gleichen Zeitraum 2021. Das verwaltete Vermögen belief sich auf etwa 8,6 Billionen Dollar, gegenüber 8 Billionen im dritten Quartal. Goldman Sachs (+1,1%) hat sich mit ihren Ambitionen im Geschäft mit Konsumentenkrediten einen teuren Fehlschlag geleistet. Delta Air Lines (-3,5%) hat zuletzt von einer starken Nachfrage nach Flugreisen profitiert. Gleichzeitig hat die Fluggesellschaft aber mit hohen Kosten zu kämpfen, die den Gewinn im ersten Quartal schmälern dürften.

Asia

Die Aktienmärkte in Ostasien zeigen sich zu Wochenbeginn uneinheitlich. Während die chinesischen Börsen fester notieren, gibt die Börse in Tokio 1,1 Prozent nach. Belastet wird der Index von Auto- und Elektronikwerten. Suzuki Motor geben um 1,3 Prozent nach, Canon verlieren 2,9 Prozent. In Hongkong legt der Hang-Seng-Index um 0,5 Prozent zu. Stützend wirkt der anhaltende Optimismus über die wirtschaftliche Erholung Chinas nach der Abkehr von der Null-Covid-Politik. Auf dem chinesischen Festland rückt der Schanghai-Composite um 1,7 Prozent vor. Chinas Notenbank hat wichtige Referenzzinssätze unverändert belassen.

Bonds

Am US-Anleihemarkt erholten sich die Renditen der Staatsanleihen etwas von den zuletzt gesehenen Abgaben. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg um 6 Basispunkte auf 3,503 Prozent, während jene der zweijährigen US-Staatsanleihen um 8 Basispunkte auf 4,215% kletterte. Am Montag bleiben in den USA die Aktien- und Anleihemärkte wegen des Feiertages "Martin-Luther-King-Day" geschlossen.

Analysis

Jefferies senkt Zurich-Ziel auf 465 (470) CHF - Hold
Deutsche Bank senkt Logitech auf Hold (Buy) - Ziel 54 (68) CHF
UBS senkt U-Blox auf Sell (Neutral) - Ziel 100 (135) CHF

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.