Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 05.08.2022
Morning news

Bayer übertrifft Erwartungen und hebt die Prognose an

Topic of the day

Bayer hebt nach einem weiteren starken Quartal die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) wird bei nominell etwa 13 Milliarden statt wie bisher bei 12 Milliarden Euro erwartet, wie der Pharma- und Agrarkonzern in Leverkusen mitteilte. Auch der Umsatz wird mit nominell 50 bis 51 Milliarden Euro über dem bisherigen Ziel von 47 Milliarden Euro gesehen. Nach wie vor setzt Bayer den Rückenwind von der Währungsseite mit 3 Milliarden Euro an. Den bereinigten Gewinn je Aktie prognostiziert Bayer jetzt mit 7,70 Euro - 60 Cent mehr als bisher. Im abgelaufenen zweiten Quartal profitierte Bayer von hohen Gewinnzuwächsen in der Agrarsparte und im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten. Das bereinigte EBITDA kletterte um 30 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenprognose von 3,276 Milliarden. Der Umsatz legte um 18,1 Prozent auf 12,8 Milliarden zu. Wechselkursbereinigt lag das Plus bei 9,6 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit Einnahmen von 12,285 Milliarden Euro gerechnet. "Wir haben operativ eine starke Performance erzielt: Beim Umsatz ist uns im Agrargeschäft ein signifikanter Anstieg gelungen, bei Consumer Health haben wir uns stark gesteigert und auch bei Pharmaceuticals leicht zugelegt", sagte Vorstandschef Werner Baumann.

Swiss stocks

Am schweizerischen Aktienmarkt hat sich am Donnerstag nicht viel getan. Der SMI legte 0,2 Prozent auf 11.203 Punkte zu. Unter den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und fünf -verlierer gegenüber, unverändert schloss eine Aktie. Umgesetzt wurden 30,52 (zuvor: 26,93) Millionen Aktien. Gebremst wurde die eidgenössische Börse von Schwäche der defensiven Schwergewichte Roche (-1,0%) und Novartis (-0,6%). Gesucht waren dagegen Finanzwerte: So stiegen UBS, Partners Group und Credit Suisse zwischen 1,7 und 2,4 Prozent. Laut einem Bloomberg-Bericht stehen bei der Credit Suisse Tausende Stellen auf der Streichliste. In Frankreich hatte sich die Reihe starker Geschäftszahlen unter Finanzinstituten fortgesetzt. Diesmal lieferte Credit Agricole einen überzeugenden Geschäftsbericht ab, die den Sektor stützten. Swiss Re (+0,5%) lancierte ein neues versicherungsgebundenes Anlageberatungsgeschäft.

International markets

Europe

An den europäischen Aktienmärkten ist es am Donnerstag weiter nach oben gegangen. Der Schwung des Vortages konnte mitgenommen werden, die Berichtssaison sorgte für die Musik bei den Einzelwerten. Positiv auf die Stimmung wirkten sich auch Energiepreise aus, die leichter tendierten. Die Hoffnung keimte auf, dass die Inflation in den kommenden Monaten ihren Höhepunkt gesehen haben könnte. Sinkende Energiepreise stützten diese Sicht. Der DAX legte um 0,6 Prozent zu auf 13.663 Zähler. Der Euro-Stoxx-50 kletterte um 0,6 Prozent auf 3.755 Punkte. In Deutschland ging der Auftragseingang der Industrie im Juni deutlich geringer zurück als befürchtet, was an der Börse positiv gewertet wurde. Die Berichtssaison tobt indes auf Hochtouren - allein aus dem DAX hatten mit Zalando, Bayer, Merck, Beiersdorf und Hannover Rück gleich fünf Unternehmen ihre Geschäftszahlen auf den Tisch gelegt. Die Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins um 50 Basispunkte erhöht und zudem ein Programm zum Verkauf von Anleihen angekündigt. Der Leitzins steigt somit auf 1,75 Prozent. Ökonomen und Börsianer hatten mit diesem Schritt gerechnet. Damit hat die BoE die Zinsen in sechs Sitzungen in Folge erhöht, was die längste Serie seit Ende der 1990er Jahre darstellt. Den Gewinner im DAX stellte Zalando mit einem Plus von 13 Prozent. Hier halfen nicht exorbitant gute Geschäftszahlen, hier reichte bereits, dass das Unternehmen die jüngst gesenkten Jahresziele bestätigte, um eine Rally auszulösen. Auf das überraschend starke erste Halbjahr des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf verwiesen die Analysten der DZ Bank, für die Aktie ging es um 2,2 Prozent nach oben. Beeindruckend war aus Sicht der DZ vor allem die Dynamik der Kernmarke Nivea, aber auch die Entwicklung der Derma-Marken.

United States

Nach den deutlichen Vortagesaufschlägen hat die Wall Street am Donnerstag die Gewinne konsolidiert. Zur Wochenmitte hatten positive Wirtschaftsdaten gestützt und die Rezessionsängste zumindest etwas vertrieben. Händler sprachen auch von Zurückhaltung vor dem Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 32.727 Punkte, der S&P-500 büsste 0,1 Prozent ein - der Nasdaq-Composite stieg dagegen um 0,4 Prozent. An der Nyse wurden 1.487 (Mittwoch: 2.258) Kursgewinner gezählt, ihnen standen 1.725 (956) Verlierer gegenüber - 135 (180) Titel schlossen unverändert. Die zuletzt guten Wirtschaftsdaten deuteten darauf hin, dass die schwächelnde US-Wirtschaft robuster dasteht als von einigen Marktbeobachtern erwartet. Dies dürfte aber Hoffnungen dämpfen, dass die US-Notenbank ihren Zinserhöhungskurs verlangsamen könnte. Diese Sicht wurde von der Präsidentin der US-Notenbankfiliale in Cleveland, Loretta Mester, untermauert. Sie ist der Ansicht, dass die Fed die Zinsen so lange anheben müsse, bis die hohe Inflation in den USA nachzulassen beginne. Conocophillips fielen um 1,6 Prozent. Der Ölkonzern hatte seinen Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppelt und die Markterwartungen übertroffen. Zudem soll die für 2022 geplante Ausschüttung aufgestockt werden. Allerdings rechnet das Unternehmen mit steigenden Kosten, angesichts dieser Schlagzeilen und einem 27-prozentigemn Kursplus seit Jahresbeginn nahmen Anleger Gewinne mit. Der US-Biotechnologiekonzern Amgen (-0,1%) kauft die Biotechfirma Chemocentryx für 3,7 Milliarden US-Dollar. Die Chemocentryx-Aktie machte daraufhin einen Kurssprung um 109 Prozent. Ebay sanken um 5,2 Prozent. Der Betreiber des gleichnamigen Internet-Auktionshauses war im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht.

Asia

Positive Vorzeichen dominieren zum Wochenausklang an den Börsen in Ostasien und Australien. Mit die höchsten Kursgewinne verzeichnen die Börsen in Tokio, wo der Nikkei-225-Index 0,9 Prozent gewinnt, und Seoul mit einem Plus von ebenfalls 0,9 Prozent. Zurückhaltender agieren die Anleger in Schanghai (+0,3%) und Hongkong (+0,1%).

Bonds

Am US-Rentenmarkt zogen die Notierungen an, die Renditen gaben nach. Die gesunkenen Ölpreise dämpften die Inflationserwartungen und damit auch die Zinsspekulationen hinsichtlich der US-Geldpolitik.

Analysis

UBS erhöht Vinci-Ziel auf 114 (111) EUR – Buy

Citi erhöht LVMH-Ziel auf 856 EUR – Buy

JP Morgan erhöht SocGen-Ziel auf 35 (32) EUR – Overweight

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