Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 29.07.2022
Morning news

Gutes iPhone-Geschäft stützt Apple – Aktie im Plus

Topic of the day

Apple hat in seinem dritten Geschäftsquartal wegen Lieferengpässen und Lockdowns in China zwar einen 11-prozentigen Gewinnrückgang hinnehmen müssen, aber mehr iPhones verkauft als erwartet. Während Analysten einen Rückgang der iPhone-Verkäufe um 2,5 Prozent erwartet hatten, legten diese um 2,8 Prozent zu und erweisen sich trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen als stabil. Das iPhone ist der größte Umsatzbringer von Apple. Die Apple-Aktien stiegen im nachbörslichen US-Handel um mehr als 3 Prozent. Die Anleger sahen sich durch die Ergebnisse gestärkt, auch wenn sie die potenziellen Auswirkungen eines starken Dollar, Inflationsängste, Engpässe bei Chips und Vorsichtsmaßnahmen in China weiterhin genau beobachten. Mit einem Konzernumsatz von 83 Milliarden US-Dollar - entsprechend einem Plus von 1,87 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - übertraf Apple den auf 82,8 Milliarden Dollar lautenden Analystenkonsens leicht. iPhones steuerten 40,67 (Vorjahr 39,57) Milliarden Dollar zum Umsatz bei. Analysten hatten lediglich mit 38,59 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn sank auf 19,4 (Vorjahr: 21,7) Milliarden Dollar oder 1,20 (1,30) Dollar je Aktie.

Swiss stocks

Nach der seit Tagen zu beobachtenden mehr oder minder seitwärts gerichteten Tendenz hat sich der Aktienmarkt in der Schweiz am Donnerstag freundlich gezeigt. Der SMI gewann 0,7 Prozent auf 11.129 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursgewinner und fünf -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 40,75 (zuvor: 46,84) Millionen Aktien. Nestle (-0,4%) hat im ersten Halbjahr trotz steigender Umsätze weniger verdient. Der Nahrungsmittel- und Getränkeriese hob bei Vorlage der Zwischenbilanz seine Prognose für das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr an, wird bei der Margenerwartung aber etwas vorsichtiger. Auch Schwergewicht Roche (-0,4%) bremste den Markt ab, während und Novartis (+0,3%) nach oben liefen. Credit Suisse bauten ihre Gewinne vom Vortag aus und gewannen 3,4 Prozent. Hier hatten Meldungen zum Umbau der Bank und zu künftigen Strategieschwerpunkten sowie der Reduktion der Kostenbasis gestützt. Dazu kam der Rücktritt von CEO Thomas Gottstein. Die Aktie des Wettbewerbers UBS verteuerte sich um 2,3 Prozent. Im Finanzsektor rückten daneben Partners Group um 5,3 Prozent vor.

International markets

Europe

Fester sind Europas Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der DAX kletterte um 0,9 Prozent auf 13.282 Punkte, im Euro-Stoxx-50 ging es um 1,2 Prozent auf 3.649 Zähler nach oben. Sorgen bereitete die deutsche Inflation: Sie stieg mit 8,5 Prozent zum Vorjahr stärker als befürchtet. Die Hoffnungen der EZB, hier einen Höhepunkt erreicht zu haben, sind damit Makulatur. Mit einem Kurseinbruch von 14,4 Prozent schlossen die Aktien des Dialysedienstleisters Fresenius Medical Care (FMC). Er musste seine Jahresprognose wegen Arbeitskräftemangels in den USA und hoher Lohnkosten senken. FMC rechnet nun mit einem geringeren Umsatzwachstum und Gewinn. Auch FMC-Muttergesellschaft Fresenius musste daher ihre Jahresprognose senken; die Aktien fielen um über 8 Prozent. Bei Airbus (-2,9%) waren die Quartalszahlen durchwachsen ausgefallen: Der Umsatz lag unter, der Gewinn über Erwartung. Negativ wurde jedoch die Senkung der angepeilten Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen aufgenommen. Beim französischen Versicherer Scor ging es an der Pariser Börse sogar fast 19 Prozent nach unten. Die Citigroup sprach von einem signifikanten Verfehlen der Erwartungen. Gut kamen starke Daten aus dem Auto-Sektor von VW, Stellantis bis hin zu Traton an. So verdiente VW (+3,7%) im zweiten Quartal mehr, obwohl weniger Autos verkauft wurden. Wie schon zuvor bei Mercedes zu sehen, bevorzugen die Wolfsburger die Auslieferung hochpreisiger und damit auch hochmargiger Fahrzeuge vor Kleinwagen mit geringen Margen, hiess es im Handel. Auch beim Lkw-Hersteller Traton (+3,2%) erfreuten die Geschäftszahlen. Bei Stellantis ging es nach Halbjahreszahlen sogar knapp 5 Prozent höher. In Rally-Laune zeigten sich die Aktien der Windanlagen-Hersteller. Unter anderem sprangen Nordex um 14,2 Prozent und Vestas knapp 16 Prozent. Im Chip-Sektor setzten sich die guten Quartals-Nachrichten fort: So hat STMicro (+3,7%) starke Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt, auch der Umsatzausblick wurde erhöht. Nicht nur lag der Umsatz über Erwartung, auch die hohe Bruttomarge von 47,4 Prozent übertraf die Schätzung. Auch bei Linde (+2,2%), Aixtron (+1,1%) und Wacker Chemie (+10,3%) ging es dank starker Geschäftszahlen und Ausblicke nach oben.

United States

An den US-Börsen haben die Indizes am Donnerstag satte Aufschläge verzeichnet. Unerwartet schwache Wirtschaftsdaten befeuerten zwar Konjunktursorgen, weckten jedoch Hoffnungen, dass die US-Notenbank das Tempo ihre Zinserhöhungen drosseln könnte. Der Dow-Jones-Index stieg um 1 Prozent auf 32.530 Punkte, der S&P-500 stieg um 1,2 Prozent, während der Nasdaq-Composite um 1,1 Prozent vorrückte. An der Nyse wurden 2.433 (Mittwoch: 2.728) Kursgewinner gezählt, ihnen standen 797 (509) Verlierer gegenüber - 132 (121) Titel schlossen unverändert. Unter den US-Konjunkturdaten des Tages schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,9 Prozent, während Volkswirte ein Wachstum von 0,3 Prozent prognostiziert hatten. Lang ist die Liste der Unternehmen, die ihre Quartalsberichte vorgelegt haben. Unter diesen hat Honeywell (+3,7%) zwar einen Gewinnrückgang vermeldet, gleichwohl aber mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Auch Merck & Co (-1,5%) und Pfizer (-2,5%) haben die Erwartungen übertroffen. Pfizer erzielte sogar einen Rekordumsatz. Mastercard (+2,7%) vermeldete einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg. Die Facebook-Mutter Meta (-5,2%) meldete erstmals überhaupt einen Umsatzrückgang auf Jahressicht; der Gewinn sackte deutlich ab. Auch der Ausblick enttäuschte. Qualcomm (-4,5%) hat ebenfalls einen eher verhaltenen Ausblick gegeben, allerdings den Gewinn im zurückliegenden Quartal überraschend deutlich gesteigert. Ford (+6,1%) meldete einen unerwartet kräftigen Anstieg von Umsatz und Gewinn.

Asia

Die Tendenz an den ostasiatischen Börsen ist am Freitag im Handelsverlauf uneinheitlich. Ins Auge sticht nach einem verhaltenen Start ein kräftiges Minus in Hongkong von über 2 Prozent. Dazu tragen insbesondere sehr schwache Kurse im Techniksektor bei. Unter den Einzeltiteln verbilligen sich Alibaba Health Information Technology um 7 und Alibaba Group um fast 6 Prozent. Im weiteren verlieren Meituan 5,2 Prozent, nachdem die Regulierer hier und bei anderen Essenslieferdiensten jüngst Forderungen nach schärferen Sicherheitskontrollen vorgebracht hat. Auch Schanghai verliert 0,7 Prozent, während es in Tokio um 0,2 Prozent nach unten geht, auf 27.758 Punkte.

Bonds

Der als sicherer Hafen geltende Anleihemarkt erfuhr regen Zulauf, was sich in sinkenden Renditen niederschlug. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel um 6 Basispunkte auf 2,672%. Die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen verlor fast 10 Basispunkte auf 2,873%.

Analysis

Deutsche Bank senkt RTL-Ziel auf 47 (59) EUR - Hold
Berenberg senkt Pacifico Renewables auf 42 (45) EUR - Buy
Deutsche Bank senkt Puma-Ziel 115 (120) EUR - Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.