Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 20.05.2022
Morning news

U.S. Aktienmarkt ist stark von der Spitzengruppe geprägt, aber das Ausmaß der Verluste ist breit gefächert

Topic of the day

Acht Unternehmen sind für fast die Hälfte des diesjährigen Kursrückgangs an der Börse verantwortlich - und das ist noch nicht alles. Apple Inc, Microsoft Corp., Amazon.com Inc., Tesla Inc. und die Muttergesellschaften von Google und Facebook sind in den letzten Jahren so gross geworden, dass sie bis 2022 rund 25 % des S&P 500 ausmachen werden. Der US-Leitindex ist nach dem Marktwert gewichtet, was bedeutet, dass die grössten Unternehmen den grössten Einfluss haben. Noch vor kurzem trieben diese Unternehmen den Aktienmarkt in die Höhe. Jetzt, da sie ins Stocken geraten sind, schwächelt auch der breitere Markt. Zusammen mit Nvidia Corp. und Netflix Inc. sind sie nach Angaben von S&P Dow Jones Indices für 49,6 % der Verluste des Referenzindex bis Dienstag auf Basis der Gesamtrendite verantwortlich. Der S&P 500 ist im Jahr 2022 um 18 % gefallen, bzw. um 17 %, wenn man Dividenden und Aktienausschüttungen berücksichtigt. Die ehemaligen Lieblinge des Aktienmarktes sind sogar noch weiter gefallen. Netflix ist um 71 % gesunken, und die Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms Inc. und Nvidia sind um 43 % bzw. 42 % gefallen. Die anderen fünf Aktien sind zwischen 21 % und 36 % gefallen. Die Aktien, die den S&P 500 in diesem Jahr stützten, waren Exxon Mobil Corp., Chevron Corp. und ConocoPhillips sowie Merck & Co. und AbbVie Inc. nach Angaben von S&P Dow Jones Indices. Die Energieaktien sind in diesem Jahr um mehr als 40 % gestiegen, während Merck um 20 % und AbbVie um 13 % zugelegt haben.

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Swiss stocks

Mit einem kräftigen Minus hat der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag den Handel beendet. Der SMI verlor 2,3 Prozent auf 11.309 Punkte. Alle 20 SMI-Werte schlossen dabei mit Abgaben. Umgesetzt wurden 41,94 (zuvor: 34,9) Millionen Aktien. Bei den Einzelwerten standen die Aktien von Julius Bär (-5,9%) unter Abgabedruck. Die neuen Finanzziele der Bank seien zwar gut, jedoch zu weit in der Zukunft, um den Kurs zu stützen, hiess es. Für die Aktien von UBS und CS Group ging es um 1,4 bzw. 1,7 Prozent nach unten. Die Titel von Clariant hielten sich mit einem Abschlag von 1,3 Prozent etwas besser als der Gesamtmarkt. Das Chemie-Unternehmen habe im Rahmen der finalen Jahreszahlen für 2021 einen sehr optimistischen Ausblick auf das laufende Jahr gegeben, meinten Händler. Clariant spricht von der Erwartung eines "starken" Wachstums 2022 und einem "besonders starken" im ersten Halbjahr. Gleichzeitig sollen die Margen in allen Bereichen steigen. Ordentliche Geschäftszahlen und optimistische Prognosen hat Duty-Free-Shop-Betreiber Dufry vorgelegt. Die Aktien verloren allerdings mit den Rezessionssorgen 5,8 Prozent.

International markets

Europe

n den europäischen Aktienmärkten hat sich der Rücksetzer am Donnerstag ausgeweitet. Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 13.882 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 1,4 Prozent auf 3.641 Punkte nach. Im Unterschied zum deutschen Leitindex DAX werden die Stoxx-Indizes nicht um die Dividenden bereinigt. Im DAX wurden am Donnerstag Deutsche Börse und SAP ex Dividende gehandelt. Bereinigt schlossen SAP sogar deutlich im Plus: Der Kurs fiel um 1,27 Euro nach einer Ausschüttung von 2,45 Euro je Aktie. Deutsche Börse gaben 5,05 Euro ab bei einer Dividende von 3,20 Euro. Auf der Verliererseite fielen Deutsche Post um 3,2 Prozent. Grund war ein Minus von fast 13 Prozent im Kurs von Royal Mail in London: Das Geschäft des britischen Konkurrenten leidet offensichtlich zunehmend unter dem Ende der Corona-Pandemie und unter der hohen Inflation. Fresenius und Allianz gaben jeweils 3 Prozent ab. Merck stiegen dagegen um 2,3 Prozent, hier wurde der Rückgang der vergangenen Wochen um bis zu 20 Prozent nun zum Einstieg genutzt. Angeführt wurde die Gewinnerseite von Delivery Hero und Zalando, die sich um jeweils über 4 Prozent erholten. Im MDAX gewannen Thyssenkrupp 2,2 Prozent. Commerzbank gewannen mit einer Kaufempfehlung der UBS 2,8 Prozent. Im SDAX fielen Ceconomy um 7,1 Prozent. Dermapharm legten um 3,6 Prozent auf 46,20 Euro zu. Gegen den schwachen Markt legten Schoeller-Bleckmann in Wien um knapp 8 Prozent zu. Der Ölfeld-Ausrüster hat starke Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt. Der Auftragseingang wurde mehr als verdoppelt, der Umsatz legte um 70 Prozent zu.

United States

Die Rezessionsangst hat auch am Donnerstag die Wall Street fest im Griff gehabt. Der Dow-Jones-Index verlor 0,8 Prozent auf 31.253 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite reduzierte sich nach dem Einbruch um 4,7 Prozent am Vortag um weitere 0,3 Prozent. An der Nyse wurden 1.773 (Mittwoch: 547) Kursgewinner und 1.508 (2.768) -verlierer gezählt, unverändert schlossen 122 (108) Titel. Zudem haben enttäuschende Geschäftszahlen und Ausblicke mehrerer grosser US-Einzelhändler in den vergangenen Tagen verdeutlicht, dass die Inflation den privaten Konsum, eine der wichtigsten Säulen der US-Wirtschaft, schon spürbar dämpft. Mit Kohl's und BJ's Wholesale Club haben zwei weitere bedeutende US-Einzelhändler ihre Zahlen vorgelegt. Kohl's hat im ersten Quartal die Erwartungen des Marktes deutlich verfehlt. Die Aktie legte nach anfänglichen Verlusten um 4,4 Prozent zu. BJ's Wholesale (+7,4%) hat hingegen überraschend gut abgeschnitten, vor allem weil das Unternehmen mehr Umsatz mit Kraftstoffen machte. Als herbe Enttäuschung wurden dagegen Zahlen und Ausblick von Cisco (-13,7%) aufgenommen. Im dritten Geschäftsquartal setzte der Telekom-Ausrüster weniger um als erwartet. Die Facebook-Mutter Meta Platforms (-0,5%) fügt bei der Messaging-App WhatsApp kommerzielle Dienste hinzu. Damit soll es Unternehmen ermöglicht werden, ein benutzerdefiniertes Dashboard zu erstellen, um mit Kunden zu chatten und Kundendienste anzubieten. Dies kündigte der CEO des Unternehmens, Mark Zuckerberg, an. Der Service ist der neueste Versuch, die ansonsten kostenlose Messaging-App zu monetarisieren.

Asia

Die ostasiatischen Aktienmärkte zeigen sich im Handelsverlauf am Freitag auf breiter Front erholt. Für einen positiven Impuls sorgt die chinesische Notenbank. Sie hat ihre Loan Prime Rate (LPR) im Fünfjahresbereich um 15 Basispunkte auf 4,45 Prozent gesenkt und im Einjahresbereich bei 3,70 Prozent belassen. In Schanghai gewinnt der Composite-Index 1,1 Prozent, in Hongkong geht es um 1,8 Prozent nach oben, in Seoul um 1,6 Prozent. In Tokio legt der Nikkei-Index um 1,2 Prozent auf 26.707 Punkte zu. Seiko Epson machen einen Satz um über 9 Prozent nach oben. Der japanische Druckerhersteller hat einen Aktienrückkauf und eine Sonderdividende angekündigt.

Bonds

Die Konjunktursorgen verschafften den "sicheren Häfen" weiter Zulauf. Am Rentenmarkt blieb die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen unverändert bei 2,893%. Die Rendite der zweijährigen Anleihe fiel um fast 10 Basispunkte.

Analysis

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Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.