Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 16.05.2022
Morning news

Holcim verkauft Indien-Geschäft für 6,4 Mrd Franken

Topic of the day

Eine der grössten indischen Unternehmensgruppen hat sich bereit erklärt, das Zementgeschäft von Holcim Ltd. in Indien zu übernehmen. Die Transaktion im Wert von 10,5 Milliarden Dollar ist die bisher grösste Übernahme in der indischen Infrastruktur- und Baustoffindustrie. Die Adani-Gruppe wird die Anteile der in der Schweiz ansässigen Holcim an den börsennotierten indischen Unternehmen Ambuja Cements Ltd. und ACC Ltd. erwerben. Damit wird Adani zum zweitgrössten Zementhersteller Indiens, wie die Adani Group am Sonntag mitteilte. Holcim hält über Tochtergesellschaften 63,19% an Ambuja Cements und 54,53% an ACC. Der Wert der Holcim-Beteiligung und des offenen Angebots für Ambuja Cements und ACC beläuft sich auf 10,5 Mrd. USD und ist damit die bisher grösste Akquisition der Adani-Gruppe. Der Abschluss der Transaktion, die noch der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden bedarf, wird für die zweite Hälfte dieses Jahres erwartet, heisst es in der Erklärung. Die Adani Group ist ein diversifiziertes indisches Konglomerat mit einer Marktkapitalisierung von rund 177 Milliarden Dollar, das sieben börsennotierte Unternehmen umfasst. Die Gruppe ist in der Infrastrukturbranche tätig, von Energie über Logistik bis hin zum Management von Flughäfen.

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Swiss stocks

Der Aktienmarkt in der Schweiz hat sich am Freitag von jüngsten Verlusten erholt. Seit Mitte April ist es überwiegend abwärts gegangen. Der SMI gewann 1,3 Prozent auf 11.650 Punkte. Unter den 20 SMI-Werten standen sich 18 Kursgewinner und zwei -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 34,24 (zuvor: 43,58) Millionen Aktien. Steigende Marktzinsen befeuerten das Kaufinteresse in Bankenwerten. Die Branche litt lange unter dem Niedrigzinsumfeld. Credit Suisse steigerten sich um 3,1 Prozent und UBS um 2,7 Prozent. Logitech verteuerten sich um 1,8 Prozent, nachdem Julius Bär die Aktie auf "Buy" von "Hold" erhöht hatte. Holcim rückten um 2,9 Prozent vor. Neben der Adani Group und der JSW Group hat wohl auch Ultratech Cement Interesse am Indien-Geschäft des Baustoffproduzenten geäußert. Es könnte zu einem lukrativen Bieterrennen kommen. Zu den stark gesuchten Aktien gehörten ferner Lonza (+3,7%) und Alcon (+3,5), am anderen Ende des Kurstableaus fanden sich Roche (-0,4%) und Swisscom (-0,7%).

International markets

Europe

Europas Börsen haben sich zum Wochenschluss kräftig erholt. Der DAX stieg um 2,1 Prozent auf 14.028 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gewann 2,5 Prozent auf 3.703. Stützend wirkten Aussagen von Fed-Präsident Jerome Powell. Die Berichtssaison im DAX zum ersten Quartal neigte sich dem Ende entgegen und die Deutsche Telekom sorgte für einen positiven Ausklang. Der operative Gewinn auf Basis des bereinigten operativen Ergebnisses nach Leasing kletterte um 6,8 Prozent auf 9,873 Milliarden - verglichen mit einer Konsensprognose von 9,548 Milliarden. Ausserdem erhöhten die Bonner die Prognose. Der Kurs schloss 2,1 Prozent höher. Freenet gewannen 1,6 Prozent. Carl Zeiss Meditec legten nach Vorlage der Quartalszahlen 5,4 Prozent zu. Vitesco stiegen nach Aussagen zum Ausblick um 7,6 Prozent. Die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms half Bilfinger auf die Sprünge. Die Aktie schloss 6,9 Prozent fester. Wie das Unternehmen mitteilte, will es ab dem 1. Juli eigene Aktien im Wert von bis zu 100 Millionen Euro zurückkaufen. Nicht irritieren lassen sollten sich Marktteilnehmer von einigen deutlichen Minuszeichen bei den Kursen, denn sie waren auf die Dividendenabschläge zurückzuführen: Am Freitag schütteten allein im DAX Adidas, Eon, Fresenius Medical Care, Heidelbergcement und VW ihre Gewinnbeteiligungen an die Aktionäre aus, dazu im TecDAX Nemetschek. Um 13,6 Prozent nach unten ging es für die Aktie des belgischen Biotechnikunternehmens UCB. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Präparat Bimekizumab gegen Schuppenflechte zunächst abgelehnt. Auffallend fest notierten die Aktien von Fortum (+11,1%) und Uniper (+10,7%). Für die Analysten der UBS gelten die beiden Energiekonzerne als potenzielle Profiteure des zu reformierenden Energiesicherungsgesetzes in Deutschland.

United States

Nach einer längeren Durststrecke mit einigen wackeligen Stabilisierungsansätzen hat sich die Wall Street am Freitag erholen können. Der Dow-Jones-Index gewann 1,5 Prozent auf 32.197 Punkte, der S&P-500 stieg um 2,4 Prozent und der Nasdaq-Composite um 3,8 Prozent. An der Nyse wurden insgesamt 2.672 (Donnerstag: 1.530) Kursgewinner und 680 (1.860) -verlierer gezählt, unverändert schlossen 97 (87) Titel. Robinhood sprangen um knapp 25 Prozent in die Höhe. Beim Betreiber der gleichnamigen Handelsplattform ist der CEO der Kryptowährungsbörse FTX Trading eingestiegen. Sam Bankman-Fried hält gemäss einer Mitteilung an die Börsenaufsicht 7,6 Prozent an Robinhood Markets. Fintechs allgemein waren im Zuge der jüngsten Marktturbulenzen unter die Räder geraten. Das galt auch für Affirm Holdings, die sich nun um 31,4 Prozent verteuerten. Der Zahlungsdienstleister hatte die Einnahmen im dritten Geschäftsquartal überraschend deutlich gesteigert und sich zuversichtlich gezeigt, auch in einem volatilen Marktumfeld bestehen zu können. Seit Beginn des Jahres weist der Kurs der Aktie allerdings ein Minus von über 85 Prozent auf. Positiv wurden auch die Geschäftszahlen von Motorola Solutions (+6,9%) aufgenommen. Der Anbieter von Kommunikationslösungen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, 2011 aus der Aufspaltung von Motorola hervorgegangen, hat im ersten Quartal die Erwartungen von Analysten übertroffen.

Asia

Schwach ausgefallene Konjunkturdaten aus China geben am Montag die Richtung an den Börsen in Ostasien vor. Nach anfänglichen soliden Indexgewinnen geht es in Schanghai und Hongkong sowie in Seoul inzwischen moderat nach unten um bis zu 0,5 Prozent, während der Nikkei-Index in Tokio 0,4 Prozent auf 26.537 Punkte zulegt. Tokio SMC steigt gut 4 Prozent, nachdem der Pneumatikexperte einen deutlichen Gewinnanstieg angekündigt hat, ebenso der Mobilfunkanbieter KDDI (+3,2 %). Honda Motor (-4,0%) leiden dagegen unter einem 41-prozentigen Gewinnrückgang im vergangenen Geschäftsjahr. SK Bioscience profitieren in Seoul (+1,7%) weiter von der Zulassung des Exports eines Typhusimpfstoffs.

Bonds

Am Rentenmarkt, wo die Notierungen sanken und die Renditen damit stiegen, sprachen Händler von einer fallenden Risikoaversion. Stagflationssorgen hatten die Notierungen jüngst beflügelt. So stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 4 Basispunkte auf 2,935%, nachdem sie in den letzten vier Sitzungen an Boden verloren hatte. Die Rendite der zweijährigen Anleihe legt um 7 Basispunkte auf 2,594% zu.

Analysis

LBBW erhöht Carl Zeiss Meditec auf Kaufen (Halten) - Ziel 135 (156) EUR

Quirin senkt Zalando-Ziel auf 75 (100) EUR - Buy

Jefferies senkt Vodafone auf Hold (Buy) - Ziel 125 (150) p

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.