Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 13.05.2022
Morning news

Siemens beendet Russland-Geschäft – 600 Mio Euro Belastung

Topic of the day

Siemens wird sich nach 170 Jahren vollständig aus Russland zurückziehen. "Wir verurteilen den Krieg in der Ukraine und haben beschlossen, unsere industriellen Geschäftsaktivitäten in Russland in einem geordneten Prozess zu beenden", sagte Vorstandschef Roland Busch. Das Neugeschäft war nach der russischen Invasion bereits eingestellt worden. Siemens erwirtschaftete zuletzt rund 1 Prozent des Gesamtumsatzes in dem Land. Im Ergebnis des zweiten Quartals (per Ende März) schlagen sich die Russland-Sanktionen und der geplante Rückzug in Form von Wertminderungen und anderen Belastungen in Höhe von insgesamt 600 Millionen Euro nieder, die vor allem in der Bahntechniksparte Mobility zu einem Verlust führten. Das Ergebnis der industriellen Geschäfte ging in der Folge im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück - von Siemens befragte Analysten hatten mit 2,4 Milliarden Euro gerechnet. Auch die anderen Geschäfte blieben nicht unbelastet von den Russland-Sanktionen. Im Bereich Digital Industries lief zwar die Fabrikautomatisierung stark, im Software-Geschäft machte sich jedoch die Umstellung des Geschäfts auf das Abo-System (Software as a Service) negativ bemerkbar – hier sank die Marge unerwartet um 200 Basispunkte auf 18,1 Prozent.

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Swiss stocks

Kleinere Verluste hat der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag verzeichnet. Der SMI verlor 0,4 Prozent auf 11.506 Punkte. Unter den 20 SMI-Werten standen sich elf Kursverlierer und neun -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 43,57 (zuvor: 45,66) Millionen Aktien. Zurich Insurance (+1,5%) lagen im Plus. Die Versicherung hat im ersten Quartal von einem soliden Preisumfeld profitiert. Das Unternehmen erzielte ein Prämienwachstum über alle Sparten hinweg. Der Konzern geht davon aus, alle finanziellen Ziele für 2022 zu übertreffen. Bankenwerte liefen nach unten, nachdem sie am Vortag deutlich gewonnen hatten. Teilnehmer verwiesen auf gesunkene Marktzinsen, die den Banken das Geschäft erschweren. Credit Suisse fielen um 0,8 Prozent und UBS um 1,1 Prozent. Auch die Luxusgüterwerte drehten ihren Vortagestrend um. Nach deutlichen Gewinnen ging es nun mit Richemont (-2,4%) und Swatch (-0,5%) nach unten.

International markets

Europe

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag leichter geschlossen, konnten sich allerdings im späten Handel vom Tagestief lösen. Die Berichtssaison zum ersten Quartal hat in Europa nun ihren Höhepunkt hinter sich, von dieser Seite fehlen nun zunehmend die Impulse. Dabei war zu erkennen, dass die Unternehmen auch aufgrund der steigenden Preise beim Umsatz optimistisch ins Jahr schauen, die steigenden Kosten sich allerdings auf der Ertragsseite bemerkbar machen. Der DAX verlor 0,6 Prozent auf 13.740 Punkte, ex Dividende wurden BMW und Puma gehandelt. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,9 Prozent auf 3.613 nach unten. Auf Unternehmensseite setzte die Berichtssaison Akzente, wobei der schwache breite Markt vielfach auf die Kurse der betreffenden Unternehmen drückte. Die Siemens-Aktie verlor 3,7 Prozent. Der bereinigte Gewinn entsprach nach Aussage der Citigroup den Erwartungen. Die angehobene Umsatzprognose für die Sparten DI und SI falle aufgrund der besseren Auftragslage ermutigend aus. Die Margen von Siemens wurden dagegen von Bernstein durchweg als schwach eingestuft. Für RWE ging es nach Zahlenausweis um 3,8 Prozent nach unten. Etwas überraschend verlor die Merck-Aktie 5,6 Prozent. Während die Quartalszahlen alle nahe an den Schätzungen der Analysten lagen, fiel der Ausblick besser als die Prognosen aus - und zwar sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Gewinnseite. Die Analysten lobten mehrheitlich den Ausblick, Goldman Sachs dagegen soll nach Aussage aus dem Handel das Votum "Sell" bestätigt haben. Leicht über den Erwartungen lagen die Geschäftszahlen von Telefonica. Der Telekommunikationskonzern habe die Prognosen für den Umsatz um gut 3 Prozent und für den Gewinn um 5 Prozent übertroffen, so Händler. Die Aktie stieg um 2,6 Prozent.

United States

Nach einem erneut wechselhaften Verlauf hat die Wall Street uneinheitlich geschlossen. Noch immer wird an der Börse diskutiert, ob nach den jüngsten Inflationsdaten in den USA der Gipfel der Preissteigerungen erreicht ist. Die Unsicherheit darüber belastete tendenziell den US-Aktienmarkt. Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 31.730 Punkte, der S&P-500 gab um 0,1 Prozent nach, während der Nasdaq-Composite 0,1 Prozent zulegte. An der Nyse wurden insgesamt 1.530 (Mittwoch: 1.094) Kursgewinner und 1.860 (2.309) -verlierer gezählt, unverändert schlossen 87 (97) Titel. Beyond Meat (-4,2%) lagen im Minus. Der Hersteller pflanzenbasierter Fleischersatzprodukte ist im ersten Quartal tiefer als erwartet in die Verlustzone gerutscht. Das Unternehmen machte dafür hohe Kosten für die Einführung neuer Produkte verantwortlich. Disney fielen um 1 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie im zweiten Geschäftsquartal des Unterhaltungskonzerns hat die Erwartungen von Analysten verfehlt. E-Auto-Hersteller Rivian hat im ersten Quartal den Verlust deutlich ausgeweitet und weniger umgesetzt als erwartet. Die Aktien stiegen dennoch um 18 Prozent, da die Produktionsziele für das Jahr bestätigt wurden. Zudem hat die Aktie in diesem Jahr bereits 80 Prozent eingebüßt. Sonos verbesserten sich um 14 Prozent. Der Lautsprecherhersteller hat im zweiten Geschäftsquartal mehr umgesetzt als erwartet und den bereinigten Gewinn je Aktie überraschend deutlich gesteigert.

Asia

Bonds

Trotz der Aussicht auf steigende Leitzinsen fielen die US-Renditen erneut. Die Sorge vor einem Wirtschaftsabschwung trieb Anleger in den vermeintlich sicheren Rentenhafen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt immer deutlicher unter die wichtige 3-Prozentmarke.

Analysis

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Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.