Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 04.04.2022
Morning news

Rufe nach strafferer EZB-Geldpolitik wegen Inflationsanstieg

Topic of the day

Ein abermals überraschend starker Anstieg der Euroraum-Verbraucherpreise im März lässt die Rufe von Analysten und Geldpolitikern nach einer schnelleren Straffung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) lauter werden. "Die Inflationsdaten sprechen eine deutliche Sprache, die Geldpolitik darf nicht die Gelegenheit verpassen, rechtzeitig gegenzusteuern", erklärte das deutsche EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel in einem ungewöhnlich raschen und unverblümten Statement. Zuvor hatte Eurostat gemeldet, dass die Verbraucherpreise in der Eurozone im März mit einer Jahresrate von 7,5 (Februar: 5,9) Prozent gestiegen seien. Ökonomen hatten eine Jahresrate von 6,9 Prozent erwartet. Kompliziert wird die Lage dadurch, dass die hohe Teuerung vor allem auf dem kräftigen Anstieg der Energiepreise beruht, der sich durch den russischen Überfall auf die Ukraine noch beschleunigt hat. Gegen einen solchen Angebotsschock sind Zentralbanken nach Einschätzung von Experten weitgehend machtlos. Gleichwohl muss die EZB verhindern, dass die Inflationserwartungen außer Kontrolle geraten. Die Energiepreise stiegen im März mit einer Jahresrate von 44,7 (32,0) Prozent. Unverarbeitete Nahrungsmittel verteuerten sich um 7,8 (6,2) Prozent. Die Verbraucherpreise ohne diese beiden Kategorien sowie ohne Alkohol und Tabak erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent und um 3,0 (2,7) Prozent auf Jahressicht.

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Swiss stocks

Nach zwei Tagen mit Verlusten ist es am Freitag am Schweizer Aktienmarkt zu einer kleinen Gegenbewegung gekommen. Aus den USA wurden starke Arbeitsmarktdaten gemeldet. Der SMI gewann 0,1 Prozent auf 12.179 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zehn Kursverlierer und zehn -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 29,08 (zuvor: 44,93) Millionen Aktien. Bankenwerte profitierten etwas von den steigenden Marktzinsen. Derweil hat die Credit Suisse für UBS und Julius Bär die Einstufung Outperform bestätigt und die Kursziele leicht angehoben. UBS gewannen 0,4 Prozent, Credit Suisse 1,3 Prozent und Julius Bär 0,7 Prozent. Uneinheitlich präsentierten sich die Pharmawerte Novartis (-0,8%) und Roche (+1,3%). In den USA hat das Repräsentantenhaus am Vorabend einem Gesetz zugestimmt, das die Insulin-Ausgaben von Diabetikern auf 35 Dollar pro Monat begrenzt. Damit fiele eine wichtige Einnahmequelle für Pharmakonzerne weg, denn bislang müssen US-Diabetiker hunderte von Dollar pro Monat dafür ausgeben. Swisscom hat eine Dividende von 22 Franken bezahlt. Die Aktie hielt sich mit einem Minus von 17 Franken (-3,1%) recht gut. Logitech-Aktien setzten ihre Schwäche fort und verloren weitere 3,4 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten ging es in dem Papier um rund 30 Prozent abwärts, während der SMI 10 Prozent gutgemacht hat.

International markets

Europe

Europas Börsen sind am Freitag mit leichten Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Der DAX gewann 0,2 Prozent auf 14.446 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent auf 3.919 Punkte nach oben. Für die Stratec-Aktie ging es um 21,7 Prozent nach oben. Die Investoren EQT AB und KKR & Co. sollen nach einem Medienbericht unter mehreren Buyout-Firmen sein, die Angebote für den Anbieter von Medizintechnologie erwägen. Mit Aufschlägen von 1,8 Prozent reagierten Sanofi auf die Ankündigung des Börsengangs der Tochter Euroapi am 6. Mai an der Pariser Börse. "Das strahlt Zuversicht aus, wenn man jetzt nicht mit den üblichen Ausreden wie 'unvorteilhafter Volatilität' oder ähnlichem kommt", sagte ein Händler. Sanofi plant, einen Anteil von rund 30 Prozent zu behalten. Durch die Dekonsolidierung ergebe sich zudem ein leicht positiver Gewinneffekt für Sanofi. Um 4,9 Prozent abwärts auf 25,20 Euro ging es mit den Aktien von Hensoldt. Großaktionär Square Lux hatte am Vorabend 8,8 Millionen Aktien zum Verkauf angeboten. Die Preisspanne wurde bei 24 bis 25 Euro glatt genannt. Die Platzierung wurde mithin am Markt gut aufgenommen. Deutliche Kursgewinne verbuchten die Aktien der Lieferdienste. Dies dürften jedoch nur Eindeckungen gewesen sein, keine neuen Positionierungen zum Quartalsbeginn, sagte ein Händler. Die Aktien seien am Vortag abverkauft worden und würden selbst mit den aktuellen Gewinnen noch nicht auf Vortagesniveau liegen. Delivery Hero stiegen um 4,9 Prozent, Hellofresh um 3,9 Prozent und Zalando um 3,0 Prozent. Just Eat Takeaway verteuerten sich in Amsterdam um 7,5 Prozent, Deliveroo gewannen in London 1,9 Prozent.

United States

Die US-Börsen haben am Freitag nach einem volatilen Handelstag mit kleinen Gewinnen geschlossen. Neue Daten vom Arbeitsmarkt haben die gute Beschäftigungslage in den USA bestätigt. Allerdings untermauerten die Daten damit auch die Erwartung, dass die US-Notenbank an ihrem geldpolitischen Kurs aggressiver Zinserhöhungen festhalten wird. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,4 Prozent auf 34.818 Punkte. Für den S&P-500 ging es ebenfalls um 0,3 Prozent nach oben. Der Nasdaq-Composite gewann ebenfalls 0,3 Prozent. Dabei standen 2.077 (Donnerstag: 1.462) Kursgewinnern 1.203 (1.933) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 125 (103) Titel. Unternehmensnachrichten waren rar. Ein geplanter Aktiensplit ließ die Gamestop-Aktie zunächst steil nach oben laufen, doch gab die Aktie alle Gewinne wieder ab und schloss 0,9 Prozent im Minus. Der Videospielehändler hat mitgeteilt, dass er sich auf der Hauptversammlung die Zustimmung seiner Aktionäre dazu holen wolle. Zuletzt hatte das Unternehmen 2007 einen Aktiensplit vorgenommen, damals im Verhältnis 1:2. Mit deutlichen Kursgewinnen reagierten die ADR chinesischer Unternehmen auf die Nachricht, dass Peking im Streit um die Bilanzierung offenbar zum Einlenken bereit ist und damit der drohende Verlust der US-Börsennotierung abgewendet werden kann. Die zuständigen chinesischen Behörden wollten den US-Regulierungsbehörden vollen Zugang zu den geprüften Bilanzen gewähren, meldete Bloomberg. Für Alibaba, Bilibili, Didi und Pinduoduo ging es zwischen 1,3 und 12,8 Prozent aufwärts.

Asia

Mit einer uneinheitlichen Tendenz zeigen sich zu Wochenbeginn die asiatischen Aktienmärkte. An der Börse in Schanghai findet aufgrund von Feiertagen am Montag und Dienstag kein Handel statt. Für den Hang-Seng-Index geht es in Hongkong um 1,2 Prozent nach oben. Die Aktien von Alibaba und Bilibili steigen um 2,1 bzw. 10 Prozent. Der Nikkei-225 in Tokio gewinnt 0,1 Prozent. Der Kospi in Seoul kann sich von anfänglichen Verlusten erholen und legt um 0,3 Prozent zu.

Bonds

Am Rentenmarkt wurden US-Staatsanleihen nach dem starken Arbeitsmarktbericht verkauft, vor allem am kurzen Ende. Im Gegenzug stiegen zum Wochenschluss die Renditen. Dabei kam es zu einer deutlichen Inversion der Zinsstrukturkurve: Zweijährige Titel rentierten höher als zehnjährige. Dieses Phänomen gilt als Vorbote einer Rezession, wenn auch mit einer Vorlaufzeit von etwa einem Jahr. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg um 5 Basispunkte auf 2,385%. Der Satz für zweijährige Anleihen sprang um 12 Basispunkte auf 2,464%.

Analysis

Stifel senkt Kering-Ziel auf 795 (840) EUR - Buy

Alsterresearch senkt Washtec-Ziel auf 65 (67) EUR - Buy

Montega erhöht Fortec-Ziel auf 27 (26) EUR - Kaufen

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.