Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 31.03.2022
Morning news

Ölpreise fallen nach Berichten über Anzapfen der US-Ölreserven deutlich

Topic of the day

Die Ölpreise fallen am Donnerstag deutlich zurück. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI verliert 5,5 Prozent auf 101,86 Dollar. Die Nordsee-Sorte Brent reduziert sich um 4,5 Prozent auf 108,30 Dollar. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass US-Präsident Joe Biden die Freigabe von einer Million Barrel pro Tag aus den US-Ölreserven über einen Zeitraum von mehreren Monaten in Erwägung zieht. Die USA hatten Anfang des Monats wegen des Ukraine-Kriegs ein Embargo gegen russisches Öl erlassen. Dies trieb die Preise in die Höhe und verstärkte den Druck auf die Inflation weltweit, die sich bereits auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten befindet. Bedenken hinsichtlich der Nachfrage in China aufgrund des Corona-Lockdowns in der Wirtschaftsmetropole Schanghai sorgten zuletzt bereits für Abwärtsdruck. Wie stabil der Abwärtstrend ist, ist fraglich. Das Ölkartell Opec wird im Tagesverlauf mit Russland und anderen wichtigen Ölproduzenten zum monatlichen Treffen zusammenkommen. Es wird erwartet, dass die Länder trotz der sich verschärfenden Energiekrise voraussichtlich die Produktion nicht um mehr als die bereits angekündigten 400.000 Barrel erhöhen werden.

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Swiss stocks

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch leichte Einbussen verzeichnet. Auf die Zuversicht am Dienstag ist nun ein gelinder Kater gefolgt. Der SMI verlor 0,7 Prozent auf 12.244 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 16 Kursverlierer und 4 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 36,88 (zuvor: 47,56) Millionen Aktien. Bei Bankenaktien wurden Gewinne mitgenommen. Credit Suisse verloren 2 Prozent, UBS hielten sich mit minus 1,5 Prozent etwas besser. Zu den stärker verkauften Titeln gehörten ferner Zykliker wie ABB (-3,9%) oder Holcim (-2%). Auch beim Vortagessieger Richemont wurden einige Gewinne eingestrichen. Die Aktie verbilligte sich um 2,3 Prozent. Die Aktien des Konkurrenten Swatch fielen um 1,1 Prozent. Roche gaben 0,5 Prozent ab. Der Pharmakonzern muss einen Rückschlag in einer Tiragolumab-Studie hinnehmen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat eine Phase-3-Studie mit Tiragolumab zur Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium ihren co-primären Endpunkt nicht erreicht.

International markets

Europe

Nach der jüngsten Erholungsrally sind die Kurse an den europäischen Börsen am Mittwoch wieder auf Talfahrt gegangen. Der DAX fiel um 1,4 Prozent auf 14.606 Punkte und der Euro-Stoxx-50 gab um 1,1 Prozent auf 3.959 Punkte nach. "Der Markt zweifelt zunehmend daran, ob Russland tatsächlich eine Verhandlungslösung sucht", so ein Marktteilnehmer. Zudem werden nun die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges sichtbar: Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat die Prognose für das Wachstum auf 1,8 Prozent zurückgenommen von 4,6 Prozent. Die Inflation in Deutschland ist dagegen auf 7,3 Prozent nach oben geschossen. In Belgien und in Spanien sind die Verbraucherpreise sogar noch stärker gestiegen. Im DAX fielen Continental um 6,6 Prozent zurück. Heidelbergcement und Delivery Hero verloren jeweils 4,3 Prozent, Deutsche Post 3,8 Prozent. Auf der anderen Seite stiegen Siemens Healthineers um 2,7 Prozent und RWE um 0,8 Prozent. Für Pearson ging es an der Londoner Börse um 5,9 Prozent nach unten. Apollo hat mitgeteilt, kein weiteres Gebot für den Fachverlag vorlegen zu wollen, nachdem bereits das dritte Angebot zurückgewiesen wurde. Apollo hatte zuletzt 6,7 Milliarden Pfund für Pearson geboten, was nach Einschätzung des Pearson-Vorstands weder den Wert des Verlags noch dessen zukünftige Wachstumsmöglichkeiten widerspiegelt. In Madrid stiegen Grifols mit Übernahmegerüchten um 5,6 Prozent. Angeblich seien zwei Private-Equity-Unternehmen an dem Hersteller von Blutplasma-Produkten interessiert. Es sei aber unklar, ob es tatsächlich zu einem Gebot komme.

United States

Gewinnmitnahmen haben das Geschäft an der Wall Street am Mittwoch geprägt. Nach Berichten am Vortag über Fortschritte bei den Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine kehrte Ernüchterung ein. Russland hat dem am Dienstag bekundeten Willen zur Deeskalation bislang noch keine Taten folgen lassen. Die Angriffe setzten sich unvermindert fort. Zudem legten die Preise am Ölmarkt wieder deutlicher zu und befeuerten die Sorge vor weiter steigenden Rohstoffpreisen. Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 0,2 Prozent auf 35.229 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,6 Prozent nach unten. Der Nasdaq-Composite verlor 1,2 Prozent. Dabei standen 1.309 (Dienstag: 2.760) Kursgewinnern 2.015 (628) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 127 (106) Titel. Micron-Aktien drehten im Verlauf nach Gewinnmitnahmen ins Minus. Die Titel verloren 3,5 Prozent, obwohl der Chiphersteller starkke Geschäftszahlen vorgelegt hat. Biontech (+1,5%) hat einen Umsatz- und Gewinnsprung vermeldet. Die Aktionäre sollen mit einer Sonderdividende bedacht werden, ausserdem kündigte das Unternehmen einen Aktienrückkauf an. Besser als erwartet hat auch PVH abgeschnitten. Die Mutter von Modemarken wie Calvin Klein und Tommy Hilfiger kehrte im vierten Quartal in die Gewinnzone zurück. Die Aktie (-6,5%) konnte sich jedoch den Gewinnmitnahmen im Sektor nicht entziehen. Auch die europäischen Branchenvertreter wurden am Mittwoch verkauft.

Asia

Die ostasiatischen Aktienmärkte tendieren am Donnerstag im Handelsverlauf nach schwächeren Vorgaben der Wall Street uneinheitlich. Dabei halten sich die Kursausschläge in Grenzen. In Tokio gibt der Nikkei-Index um ein halbes Prozent nach auf 27.882 Punkte. Vom Yen kommen diesmal mutmasslich keine Impulse, dort hat sich die Entwicklung etwas beruhigt, mit 122,30 je Dollar hält er die zuletzt gesehenen Erholungsgewinne.

Bonds

Am US-Anleihemarkt gaben die Renditen zur Wochenmitte am kurzen Ende etwa gleich nach wie am langen. Der Spread zwischen den Renditen zwei- und zehnjähriger Titel belief sich auf nur 4 Basispunkte. Am Vortag hatten zweijährige Anleihen sogar bereits kurzzeitig höher rentiert als zehnjährige. Diese sogenannte inverse Zinsstrukturkurve gilt als Rezessionsindikator.

Analysis

CS senkt Henkel-Ziel auf 75 (80) EUR – Neutral

Citi senkt Nordex-Ziel auf 17 (19,50) EUR – Neutral

JPM erhöht Shell-Ziel auf 2.700 (2.600) p – Overweight

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.