Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 25.01.2022
Morning news

Credit Suisse im 4. Quartal von Rückstellungen belastet

Topic of the day

Die Credit Suisse rechnet im Schlussquartal 2021 wegen hohen Rückstellungen nur mit einem in etwa ausgeglichenem Ergebnis vor Steuern. Die Quote des harten Kernkapitals habe zum Jahresende 2021 voraussichtlich aber die Schätzung von 14 Prozent übertroffen, während die Tier 1 Leverage Ratio Ende 2021 voraussichtlich über 6 Prozent liegen dürfte, teilte die Bank mit. Im vierten Quartal seien für Rechtsstreitigkeiten 500 Millionen Franken zurückgestellt worden, die aber teilweise durch Gewinne von Immobilienverkäufen von 225 Millionen Franken ausgeglichen werden. In erster Linie gehe es um ältere Rechtsstreitigkeiten, die die Investment Bank betreffen würden. Vor dem Abzug der bereits Anfang November 2021 angekündigten Goodwill-Wertverminderung von ungefähr 1,6 Milliarden Franken, wovon ungefähr 1,5 Milliarden Franken in der Investment Bank und ungefähr 100 Millionen Franken im Bereich Asia Pacific anfielen, werde dies zu einen erwarteten Vorsteuergewinn im Breakeven-Bereich resultieren, so die Bank weiter. Die Finanzergebnisse würden zurzeit noch im Detail finalisiert und am 10. Februar 2022 veröffentlicht.

Swiss stocks

Dem weltweiten Ausverkauf an den Börsen hat sich auch der schweizerische Aktienmarkt am Montag nicht entziehen können. Der SMI sackte um 3,8 Prozent ab auf 11.881 Punkte. Damit notiert der Index über 8 Prozent unter seinem erst Anfang des Monats markierten Rekordhoch. Alle 20 SMI-Werte schlossen im Minus. Umgesetzt wurden 68,62 (zuvor: 50,95) Millionen Aktien. Beobachter verwiesen auf die Ukraine-Krise und die Unsicherheit vor der US-Notenbanksitzung am Mittwoch. Überdies läuft die Bilanzsaison an. In der Schweiz werden in der laufenden Woche aus dem SMI Logitech (-5,9%), Givaudan (-3,2%), Lonza (-4,7%) und SGS (-4,2%) Zahlen vorlegen. Zusätzlicher Druck kam von der Währungsseite. Der als Fluchtwährung in Krisenzeiten beliebte Schweizer Franken wertete weiter auf, was vor allem Aktien exportabhängiger Unternehmen belastete. Diese Gemengelage lieferte den Anlegern genügend Gründe, vorsichtshalber Geld vom Tisch zu nehmen. Verkauft wurde quer durch alle Sektoren. Vergleichsweise gut hielten sich ferner Swiss Re (-0,3%), die von den Analysten der Credit Suisse auf Outperform hochgestuft worden waren. Auch die als defensiv geltenden Swisscom (-0,5%) kamen glimpflich davon.

International markets

Europe

Europas Börsen haben am Montag schwere Verluste hinnehmen müssen. Die Anleger trennten sich vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank Mitte der Woche von Risiko-Assets wie Aktien. In der Zwischenzeit werden an den Finanzmärkten 5 Zinsschritte im laufenden Jahr eingepreist. Zunehmend wird nicht ausgeschlossen, dass die Leitzinsen im März gleich um 50 Basispunkte erhöht werden könnten. Das hält die Commerzbank allerdings für unwahrscheinlich. Der DAX verlor bei hoher Volatilität 3,8 Prozent auf 15.011, für den Euro-Stoxx-50 ging es 4,1 Prozent auf 4.054 nach unten. Die Aktien von Unilever schossen in Amsterdam um 6,8 Prozent nach oben. Dort ist der aktivistische Investor Nelson Peltz mit seinem Hedgefonds Trian Fund Management eingestiegen. Nachdem das Übernahmeangebot für die Sparte Consumer Health von Glaxosmithkline von dem britischen Pharmakonzern abgelehnt wurde, dürfte das Interesse des Investors darin bestehen, Unilever in die Bereiche Nahrungsmittel und Home & Personal Care (HPC) aufzuspalten, so die Jefferies-Analysten. Accell haussierten mit Aufschlägen von 25,5 Prozent auf 57,80 Euro nach dem Kauf des Unternehmens durch KKR. Der niederländische Fahrradhersteller hat einer Übernahme durch den Private-Equity-Investor für 1,56 Milliarden Euro oder 58 Euro je Anteilsschein zugestimmt. Die Nachfrage nach Fahrrädern wie auch deren Preise sind seit Ausbruch der Coronakrise stark gestiegen, zum einen da viele Menschen wegen der Pandemie mehr Zeit zuhause verbringen, zum anderen werden öffentliche Verkehrsmittel verstärkt gemieden. Philips gaben nach dem Zwischenbericht dagegen 4,6 Prozent nach. Umsatz und Gewinn brachen im vierten Quartal ein, die Dividende von 85 Cent soll aber unverändert auf Vorjahresniveau gezahlt werden. Die Citigroup zeigte sich überrascht, dass 85 Prozent der 450 Millionen Euro schweren Belastung durch Lieferkettenprobleme auf das Konto der Bereiche Diagnosis & Treatment (D&T) und Connected Care gehen.

United States

Die Wall Street hat zu Beginn der neuen Handelswoche ihre Talfahrt zunächst fortgesetzt, ehe im späten Handel Gelegenheitskäufe die Kurse in positives Terrain führten. Die andauernden Zinsängste hatten schon in der Vorwoche zu kräftigem Abgabedruck geführt. Vor allem zinssensible Technologiewerte wurden von den Anlegern abverkauft. Neben Zinssorgen verunsicherten aber auch die geopolitischen Spannungen in Osteuropa. Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent im Plus. Der S&P-500 rückte um ebenfalls 0,3 Prozent vor. Die beiden Indizes lagen zeitweise über 3 Prozent im Minus. Für den technologielastigen Nasdaq-Composite summierten sich die Abgaben in der Spitze auf fast 5 Prozent. Er beendete den Handel 0,6 Prozent höher. Dabei wurden 1.459 (Freitag: 680) Kursgewinner gesehen, denen 2.034 (2.757) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 87 (122) Titel. Unter den Einzelwerten machten Kohl's einen Sprung um 36 Prozent. Der Einzelhandelskonzern hatte bestätigt, Übernahmeofferten erhalten zu haben, jedoch keine Namen genannt.

Asia

Land unter an den Aktienmärkten in Ostasien und Australien: Auf breiter Front geht es am Dienstag mit den Indizes steil abwärts, obwohl es an der Wall Street zu einer spektakulären Erholung im Tagesverlauf gekommen war und die US-Indizes sogar im Plus geschlossen hatten. Nach einer anfangs teils noch knapp behaupteten Tendenz, haben im Verlauf die Verkäufer klar die Oberhand gewonnen und sorgen für Verluste von bis zu 3 Prozent in Seoul.

Bonds

Anleihen waren zu Wochenbeginn mit den andauernden Unsicherheiten über weite Strecken gefragt, ehe mit der Erholung der Aktienkurse das Interesse nachliess. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere zeigte sich im späten Handel wenig verändert.

Analysis

UBS senkt Ziel Zur Rose auf 169 (250) CHF – Sell
UBS senkt Arcelormittal-Ziel auf 33 (35) EUR – Buy
JP Morgan senkt Adidas-Ziel auf 340 (350) EUR – Neutral

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.