Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 24.01.2022
Morning news

Siemens Energy schockt Anleger mit Gewinnwarnung

Topic of the day

Die Siemens Energy AG hat nach einem Quartalsverlust bei der spanischen Tochter Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) und angesichts möglicher Verluste im Gesamtjahr bei Siemens Gamesa die eigene Prognose für das Geschäftsjahr 2022 gesenkt. Auch die Erwartungen an 2023 werden überprüft. Siemens Gamesa und Siemens Energy rutschten im ersten Geschäftsquartal operativ in die roten Zahlen. Höhere Kosten als erwartet in der Windturbinensparte, Lieferkettenprobleme und Projektverzögerungen wirkten sich den Angaben zufolge negativ auf die Ergebnisse der spanischen Tochter aus. Im Gesamtjahr schliesst Siemens Gamesa einen operativen Verlust nicht aus, wie der Konzern mitteilte. Die Aktie notierte am Freitag 14 Prozent schwächer, Siemens Energy sogar über 16 Prozent im Minus. Den Citi-Analysten zufolge ist die Prognosesenkung bei Siemens Gamesa gravierender als der Quartalsverlust, da sich globale Lieferkettenprobleme nicht so schnell lösen liessen, wie bisher angenommen.

Swiss stocks

Der europäische Aktienmarkt hat am Freitag einen Absturz erlebt, dem sich die schweizerische Börse nicht entziehen könnte. Der Franken war wegen der geopolitischen Spannungen als vermeintlich sicherer Hafen gesucht und legte am Nachmittag zu Euro und US-Dollar merklich zu. Die Stärke der eidgenössischen Währung belastete den heimischen Aktienmarkt zusätzlich, denn sie verringerte die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Exportwirtschaft. Der SMI stürzte um 1,6 Prozent auf 12.356 Punkte ab. Alle 20 SMI-Werte verbuchten Verluste. Umgesetzt wurden 50,95 (zuvor: 28,03) Millionen Aktien. Die Stärke des Franken drückte die Kurse im exportlastigen Luxusgütersegment. Das SMI-Schlusslicht bildeten Richemont mit einem Abschlag von 4,8 Prozent - selbst ein positiver Kommentar der Deutschen Bank half nicht. Swatch gaben 2,6 Prozent ab. Swiss Re (-0,1%) hielten sich wacker, im Handel wurde auf eine Hochstufung durch die Societe Generale auf "Kaufen" verwiesen. Auch das defensive Nestle-Papier (-0,1%) hielt sich deutlich besser als der Markt.

International markets

Europe

Europas Börsen haben am Freitag mit kräftigen Verlusten geschlossen. Die Hauptthemen blieben die grassierende Inflation und daraus resultierende geldpolitische Konsequenzen. In den USA werden bereits vier Zinserhöhungen 2022 eingepreist. Beobachter schliessen aber nicht aus, dass es auch mehr werden könnten. Vor allem zinssensible Techwerte (-2,1%) stellt dies vor Herausforderungen. Schwache Zahlen von Netflix waren ausserdem nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Der DAX fiel um 1,9 Prozent auf 15.604 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verlor 1,6 Prozent auf 4.230 Punkte. Ein Aktienrückkauf bei Zalando (-2%) stützte den Kurs nicht. "Dafür ist das Volumen einfach zu gering", meinte ein Aktienhändler. Der Modehändler will zur Erfüllung der Verpflichtungen aus Aktienoptionsprogrammen bis zu 2,2 Millionen eigene Aktien kaufen. Auch andere Stay-at-Home-Aktien wurden verkauft: Delivery Hero gaben um 5,5 Prozent nach und Hellofresh um 3 Prozent.

Tagesgewinner im DAX waren Deutsche Börse mit plus 0,9 Prozent. Das Unternehmen profitiert von einer steigenden Volatilität an den Märkten, da dies einen höheren derivativen Absicherungsbedarf der Anleger bedingt. Mit Aufschlägen von 2,5 Prozent entzogen sich auch Siltronic dem Abwärtstrend an den Börsen. Im Handel hiess es, die Aktie sei gestützt worden durch die Genehmigung der chinesischen Behörden für die geplante Übernahme durch Globalwafers. Jedoch dürfte es sich bei den Kursgewinnen vornehmlich um Shorteindeckungen gehandelt haben. Noch stehe die Genehmigung durch das Bundeswirtschaftsministerium aus. Und es sei eher unwahrscheinlich, dass diese bis Ende Januar erteilt werde, so ein Händler. Airbus gaben 2 Prozent ab. Der Flugzeugbauer hat von sich aus einen Vertrag mit dem Kunden Qatar Airways storniert.

United States

Die Talfahrt der vergangenen Woche hat sich auch am Freitag an der Wall Street fortgesetzt. Damit endete eine tiefrote Börsenwoche geprägt von Zinsängsten und geopolitischen Spannungen. Wie schon an den Vortagen hatten leichte Erholungsansätze keinen Bestand, wieder schlossen die Indizes auf Tagestief. Der Dow-Jones-Index verlor weitere 1,3 Prozent auf 34.265 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büssten 1,9 bzw. 2,7 Prozent ein. An der Nyse gab es 733 (Donnerstag: 853) Kursgewinner und 2.705 (2.503) -verlierer. Unverändert schlossen 105 (168) Titel. Der technologielastige Nasdaq-Composite rutschte tiefer in den Korrekturmodus. Netflix knickten um 21,8 Prozent ein - belastet von einer enttäuschenden Prognose zum Neukundenwachstum. Im Schlepptau sanken Walt Disney im Dow um 6,9 Prozent. Die Peloton-Aktie erholte sich vom Kurseinbruch des Vortages. Die Aktie war um rund 24 Prozent eingebrochen, nachdem CNBC berichtet hatte, dass Peloton plane, die Produktion von Fitness-Geräten aufgrund der schwachen Nachfrage vorübergehend einzustellen. Der Titel kletterte nun um 11,6 Prozent. Das Unternehmen hatte angekündigt, "signifikante Korrekturmassnahmen zu ergreifen, um die Rentabilitätsaussichten zu verbessern und die Kosten zu optimieren." Der Umsatz für das zweite Geschäftsquartal lag im Rahmen der Erwartungen.

Asia

Die Stimmung an den ostasiatischen Börsen ist zum Auftakt der neuen Woche weiter gedrückt. In Tokio hat sich der Nikkei-Index von den Tiefs des Tages berappelt und liegt mittlerweile 0,2 Prozent im Plus bei 27.569 Punkten. In Schanghai steigt der Index ebenso leicht, während es in Hongkong um rund 1 Prozent nach unten geht. Klares Schlusslicht ist die Börse in Seoul, wo der Kospi um 1,6 Prozent nachgibt. Er liegt damit auf dem tiefsten Stand seit über einem Jahr.

Bonds

Am Rentenmarkt wurde erneut gekauft, was Händler mit der allgemeinen Flucht in vermeintliche Sicherheit erklärten. Die Verunsicherung am Aktienmarkt, aber auch die Ukraine-Krise hätten Anleger zur Risikoaversion verleitet.

Analysis

Deutsche Bank erhöht Richemont-Ziel auf 155 (145) CHF – Buy
BoA erhöht Relx-Ziel um 4% auf 2.560 p – Buy
JP Morgan erhöht Ziel Delivery Hero auf 139 (137) EUR – Overweight

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.