Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 17.01.2022
Morning news

US-Earningsseason gestartet: JP Morgan verdient in Q4 weniger

Topic of the day

Die US-Großbank JP Morgan Chase (-6,1%) hat im vierten Quartal bei gleichbleibenden Einnahmen weniger verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Am Freitag startete die US-Berichtssaison mit den Zahlen von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo. JP Morgan fuhr in den drei Monaten bis Ende September einen Nettogewinn von 10,4 Milliarden US-Dollar ein, 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie betrug 3,33 Dollar. Im Gesamtjahr schaffte die Bank einen Rekordgewinn von 48,3 Milliarden Dollar. Das bisherige Hoch hatte 2019 - vor Beginn der Pandemie - bei 36,4 Milliarden Dollar gelegen. Die Einnahmen blieben mit 29,3 Milliarden Dollar auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Im Gesamtjahr kletterten die Erträge um 1 Prozent auf 121,6 Milliarden Dollar. Hohe Kosten für den Konzernumbau und ein schwächeres Handelsergebnis haben auch der Citigroup im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrück¬gang beschert. Dagegen hat die US-Bank Wells Fargo im vierten Quartal dank höherer Einnahmen deutlich mehr verdient. In dieser Woche stehen die Quartalsberichte von Morgan Stanley, Bank of America und Goldman Sachs auf der Agenda.

Swiss stocks

Mit Abgaben hat der Schweizer Aktienmarkt den letzten Handelstag der Woche beendet. Unter anderem verzeichneten die zuletzt gesuchten Finanzwerte leichte Kursverluste. Für die Aktien von CS Group und UBS ging es um 0,4 bzw. 0,7 Prozent nach unten. Bei den Versicherern Swiss Life (-0,1%) und Swiss Re (-0,4%) wurden im Vorfeld des Wochenendes vereinzelt Gewinne mitgenommen. Der SMI reduzierte sich um 0,8 Prozent auf 12.526 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 16 Kursverlierer und vier -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 29,75 (zuvor: 30,2) Millionen Aktien. Die Holcim-Aktie reduzierte sich um 0,5 Prozent. Die Davy-Analysten haben die Titel auf "Hold" von "Outperform" abgestuft. Die Zementhersteller versuchten Strategien zu entwickeln, die ESG-Kriterien entsprächen (Umwelt- und Sozialstandards sowie gute Unternehmensführung), doch bislang scheiterten sie daran.

International markets

Europe

Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Freitag tiefer. Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 15.883, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,0 Prozent auf 4.272 nach unten. Die Märkte hadern weiter mit den Konsequenzen des extremen Inflationsanstiegs und seinen Folgen. Derweil schwächelte das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Schlussquartal 2021, auch für den Auftakt 2022 zeichnet sich kaum Besserung ab. SAP hat dank hoher Wachstumsraten im Cloudgeschäft in einem gewohnt starken Schlussquartal die eigenen Jahresziele erreicht und teilweise übertroffen. Einen Crash erleben Anleger in den Aktien des französischen Versorgers EDF. Die Titel des Atomstromproduzenten brachen um 14,6 Prozent ein. Auslöser sind Pläne der französischen Regierung zur Deckelung der Strompreise. Für DWS ging es 2 Prozent nach oben. Der Vermögensverwalter konnte höher als erwartete Einnahmen aus Performance- und Transaktionsgebühren einfahren als erwartet. Entsprechend liegen die vorläufigen Zahlen zum vierten Quartal über Markterwartung und wurden vorgezogen veröffentlicht. Wacker Chemie stiegen um 7,3 Prozent. Mit der neuen EBITDA-Prognose für 2021 von etwa 1,5 Milliarden Euro, nach 1,2 bis 1,4 Milliarden zuvor, liegt Wacker Chemie nun oberhalb der Konsenserwartung (1,448 Milliarden) und auch über der Schätzung der UBS von 1,408 Milliarden, wie deren Analysten festhalten. Die erhöhte Prognose sei auf die höheren Polysiliziumpreise zurückzuführen. Eine starke Nachfrage gebe es auch bei Silikonen und Polymeren, was es dem Management ermöglicht habe, die Preise zu erhöhen und höhere Rohstoffkosten damit auszugleichen. Software AG fielen um 4,2 Prozent, nachdem Goldman Sachs die Aktie auf "Neutral" abgestuft hat.

United States

Im Spannungsfeld zwischen anhaltenden Zinssorgen und den Quartalszahlen von US-Banken hat die Wall Street zum Wochenausklang uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,6 Prozent auf 35.912 Punkte. Für den S&P-500 ging es 0,1 Prozent nach oben. Der Nasdaq-Composite erholte sich nach dem Absturz am Vortag leicht und schloss 0,6 Prozent höher. An der Nyse gab es dabei 1.299 (Donnerstag: 1.585) Kursgewinner und 2.041 (1.781) -verlierer. Unverändert schlossen 114 (136) Titel. Am heutigen Montag findet in den USA aufgrund eines Feiertages kein Handel statt. Der Vermögensverwalter Blackrock (-2,2%) hat seinen Gewinn im vierten Quartal gesteigert und Marktgewinne ließen das verwaltete Vermögen des Unternehmens auf über 10 Billionen Dollar steigen. Die Aktien von Goldman Sachs (-2,5%) und Bank of America (-1,7%), die in dieser Woche ihre Quartalszahlen vorlegen werden, gaben nach. Meta Platforms (+1,7%) ist nach einem Medienbericht in Großbritannien auf mindestens 2,3 Milliarden Pfund Schadensersatz verklagt worden. Dem Facebook-Mutterkonzern werde vorgeworfen, die Daten von mehr als 44 Millionen Nutzern missbräuchlich genutzt zu haben, berichtete der Fernsehsender Sky News.

Asia

Die Aktienmärkte in Ostasien zeigen sich zu Wochenbeginn uneinheitlich. Während der Nikkei an der Börse in Tokio um 0,7 Prozent zulegt, verliert der Hang-Seng-Index in Hongkong 1,1 Prozent, belastet von Immobilienwerten. Country Garden Holdings geben 8,1 Prozent nach, Longfor Group büssen 2,6 Prozent ein. Im chinesischen Kernland legt der Schanghai-Composite indessen um 0,6 Pronzent zu, nachdem die People's Bank of China die Zinssätze für die einjährige mittelfristige Kreditfazilität und für siebentägigen Reverse-Repo-Geschäfte um jeweils 10 Basispunkte auf 2,85 bzw. 2,1 Prozent gesenkt hat. In Südkorea verliert der Kospi 1,5 Prozent. Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering knicken um 7,5 Prozent ein, belastet von dem Veto der Europäischen Union gegen die Fusion mit Hyundai Heavy Industries (-3,3%).

Bonds

Am Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 8,3 Basispunkte auf 1,78 Prozent. Die Renditen erhöhten sich trotz enttäuschender US-Daten, da sich die Anleger weiterhin darauf konzentrieren, dass die Fed-Vertreter die Weichen für eine Straffung der Geldpolitik stellen, so ein Teilnehmer. Einige Analysten wollen einen Anstieg der Rendite für zehnjährige Titel über 2,00 Prozent nicht ausschließen.

Analysis

Davy senkt Holcim auf Neutral (Outperform)
Berenberg erhöht Stabilus-Ziel auf 84 (78) EUR - Buy
Hauck&Aufhäuser senkt Ziel Elringklinger auf 25 (28) EUR - Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.