Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 11.11.2021
Morning news

Disney verfehlt Erwartungen – Disney+ noch schwächer als gedacht

Topic of the day

Der Unterhaltungskonzern Walt Disney hat im vierten Geschäftsquartal mit Ergebnis und Umsatz die Erwartungen verfehlt. Der Streaming-Dienst Disney+ gewann zwar 2,1 Millionen neue Abonnenten hinzu - ein Wachstum von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal -, was aber selbst nach der Warnung des Disney-CEO noch deutlich hinter den Schätzungen der Analysten zurückblieb. Disney meldete für das vierte Quartal einen Nettogewinn von 159 Millionen Dollar oder 9 Cent pro Aktie, verglichen mit einem Verlust von 39 Cent pro Aktie im Vorjahresquartal. Bereinigt um Restrukturierungskosten, Amortisationen und andere Effekte verzeichnete das Unternehmen einen Gewinn von 37 Cent pro Aktie, verglichen mit einem bereinigten Verlust von 20 Cents pro Aktie vor einem Jahr. Der Umsatz verbesserte sich auf 18,53 (Vorjahr: 14,71) Milliarden Dollar. Von FactSet befragte Analysten hatten einen bereinigten Nettogewinn von 52 Cent pro Aktie bei einem Umsatz von 18,8 Milliarden Dollar erwartet. Disney+ bringt es nun auf 118,1 Millionen Abonnenten.

Swiss stocks

Die Tendenz täglich kleiner Zugewinne seit Beginn der Woche hat sich am Mittwoch am Schweizer Aktienmarkt fortgesetzt. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 12.401 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 13 Kursgewinner und 6 -verlierer gegenüber, unverändert schlossen Swiss Life. Umgesetzt wurden 31,83 (Dienstag: 28,87) Millionen Aktien. Bei den Einzelwerten im SMI standen Alcon nach dem Quartalsbericht im Fokus. Der Augenheilkunde-Konzern erzielte nach einem Vorjahresverlust von 147 Millionen Dollar einen kleinen Gewinn von 2 Millionen, steigerte aber den Umsatz deutlich um 15 Prozent auf 2,08 Milliarden Dollar. Die Aktie war mit einem Minus von 1,1 Prozent der drittgrösste Verlierer. Noch schwächer lagen ohne neue Nachrichten Richemont (-1,4%) und Partners Group (-1,7%). Grösster Gewinner waren Novartis mit einem Plus von allerdings lediglich 0,9 Prozent auf 76,60 Franken.

International markets

Europe

Europas Börsen haben sich am Mittwoch unbeeindruckt von weit stärker als erwartet gestiegenen US-Verbraucherpreisen gezeigt. Erstmals seit 31 Jahren liegt dort die Inflationsrate oberhalb von 6 Prozent. Die verhaltene Reaktion an den Börsen zeige jedoch, dass sich die Anleger von der Inflation nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen lassen, so QC Partners. Die Mehrheit der Börsianer habe längst die Sicht der Notenbanken übernommen, dass so hohe Teuerungsraten nur ein vorübergehendes Phänomen sein werden. Allerdings sei diese Sicht nun ein Stück riskanter geworden. Zudem sind die chinesischen Erzeugerpreise im Oktober überraschend deutlich um 13,5 Prozent gestiegen. Dies war der höchste Inflationsanstieg seit 25 Jahren, im Vormonat lag das Plus noch bei 10,7 Prozent. Stützend wirkte die weiterhin insgesamt besser als erwartet laufende Berichtssaison. Der DAX erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 16.068 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss bei 4.349 Punkten 0,1 Prozent fester. Bei Marks & Spencer ging es gleich um 16,5 Prozent nach oben. Die britische Kaufhauskette hat ihre Gewinnerwartungen massiv erhöht um 40 Prozent. Die Analysten von Shore Capital sprachen vom "ersten positiv überraschenden Gewinnausblick in diesem Jahrhundert". Mediaset stiegen um 6,9 Prozent. Das EBIT von 40 Millionen Euro im dritten Quartal hat die Prognose von 16 Millionen deutlich übertroffen. "Zudem profitiert der Ausblick vom Dreh bei den Werbeeinnahmen", so ein Marktteilnehmer. Laut Citi lagen diese im dritten Quartal bereits über den Erwartungen, und im Oktober hat sich der positive Trend laut Mediaset fortgesetzt.

United States

Deutlich stärker als erwartet gestiegene US-Verbraucherpreise im Oktober haben am Mittwoch an der Wall Street Spekulationen über schon bald steigende Zinsen geschürt und für Verkaufsstimmung gesorgt. Die Inflation lag erstmals seit über 30 Jahren mit 6,2 Prozent über der Marke von 6 Prozent. Analysten hatten nur 5,9 Prozent geschätzt. Sah es bis zur Mittagszeit in New York noch danach aus, als stecke der Markt dies gut weg, gerieten die Kurse in der zweiten Handelshälfte doch stärker unter Druck. Am stärksten traf es wie so oft, wenn Zinserhöhungsängste dominieren, Aktien von Technologieunternehmen. Die techniklastigen Nasdaq-Indizes büssten bis zu 1,7 Prozent ein, der S&P-500 gab um 0,8 Prozent nach. Am besten hielt sich der Dow-Jones-Index, der nur 0,7 Prozent verlor auf 36.080 Punkte. An der Nyse gab es nach ersten Angaben 1.073 (Dienstag: 1.521) Kursgewinner, 2.312 (1.833) -verlierer und erneut 105 unveränderte Aktien. Am Aktienmarkt machte meist die Berichtssaison die Kurse. Für Ringcentral ging es um gut 20 Prozent nach oben. Der Anbieter cloudbasierter Telekommunikation hatte die Markterwartungen geschlagen und den Jahresausblick erhöht. Dagegen hatte Coinbase (-8,1%) mit den Ergebnissen für das dritte Quartal die Erwartungen verfehlt. Um 4,3 Prozent erholt zeigte sich die Tesla-Aktie nach Verlusten von 16 Prozent an den beiden Vortagen. Tesla-Chef Elon Musk hatte am Wochenende den Verkauf von 10 Prozent seiner Tesla-Aktien signalisiert. Biontech erholten sich um 4,0 Prozent, während Pfizer um 3,6 Prozent zulegten. Die Impfstoffpartner haben bei der US-Gesundheitsbehörde die Zulassung ihrer Auffrischungsimpfung für alle in den USA lebenden Personen im Alter von mindestens 18 Jahren beantragt. Doordash verbesserten sich um 11,6 Prozent. Der US-Essenslieferdienst hat die Übernahme des europäischen Wettbewerbers Wolt im Wege eines Aktientausches vereinbart mit einem Transaktionswert von mehr als 8 Milliarden Dollar.

Asia

Das Schreckgespenst Inflation und im Schlepptau die Sorge vor höheren Zinsen bremst am Donnerstag die Aktienmärkte in Asien und Australien im späten Geschäft. Im chinesischen Kernland steigen die Aktienkurse, der Leitindex in Schanghai zeigt sich freundlich und zählt damit zu den Gewinnern in der Region. In Hongkong dreht der HSI dagegen leicht ins Plus - gebremst vom Schwergewicht Tencent (-2,9%).

Bonds

Am Anleihemarkt schnellten die Renditen zur Wochenmitte passend zur Nachrichtenlage nach oben, so stark wie zuletzt im Februar. Im US-Zehnjahresbereich ging es am Mittwoch um über 12 Basispunkte auf 1,56 Prozent nach oben.

Analysis

Credit Suisse erhöht Bayer-Ziel auf 57 (55) EUR – Neutral
Credit Suisse erhöht Klöckner-Ziel auf 9,20 (9) EUR – Underperform
IR erhöht Vonovia auf Kaufen (Halten) – Ziel 58 (54) EUR

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