Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 11.10.2021
Morning news

Tesla feiert seine erste europäische Fabrik in Berlin

Topic of the day

Teslas künftige "Gigafactory" nahe bei Berlin, die erste in Europa, wurde am Wochenende eingeweiht und soll im Dezember die ersten Elektroautos ausliefern. Tesla hat von einem aussergewöhnlichen und umstrittenen Verfahren der Vorabgenehmigung profitiert, das es dem Unternehmen ermöglichte, mit den Arbeiten zu beginnen, bevor eine Baugenehmigung vorlag. Die örtlichen Behörden haben noch keine endgültige Genehmigung erteilt, da sie die Umweltauswirkungen der Fabrik noch prüfen. Die Arbeiten sind jedoch fast abgeschlossen. Die Fabrik, die im November 2019 unter grossem Aufsehen angekündigt wurde, wird 300 Hektar gross sein und 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr produzieren. Elon Musk plant ausserdem, hier die "grösste Batteriefabrik der Welt" zu bauen. Es könnten jedoch "bauliche Veränderungen" erforderlich sein, die die Eröffnung verzögern. Die Eröffnung war ursprünglich schon für Juli geplant.

Swiss stocks

Nach den kräftigen Zugewinnen am Vortag war am Freitag an der Schweizer Börse Konsolidierung angesagt. Der SMI tendierte nahezu unverändert, er gewann 1 Punkt auf 11.765 Zähler. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 11 Kursverlierer und 9 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 30,79 (zuvor: 38,3) Millionen Aktien. Steigende Marktzinsen verhalfen den Bankenwerten erneut zu Gewinnen. UBS verteuerten sich um 1,3 Prozent und Credit Suisse um 1,2 Prozent. Dagegen wurden in Partners Group Gewinne mitgenommen. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn über 40 Prozent im Plus, nun gab sie 1,6 Prozent ab. Die jüngsten Probleme in China, wo die Nachfrage durch neue pandemiebedingte Restriktionen gedämpft wird, dürfte Swatch stärker getroffen haben als andere Unternehmen des Luxussektors, meinen die Analysten von UBS. Der Konzern gehört zu den am stärksten in China exponierten Unternehmen des Sektors und wird von der Verlangsamung der Schweizer Uhrenexporte im August betroffen sein, so UBS. Die Aktie verlor 0,3 Prozent, Wettbewerber Richemont fielen 1 Prozent. Zur Rose verbilligten sich um 6,2 Prozent. Schon seit längerem zeichnet sich ab, dass sich die Einführung von E-Rezepten in Deutschland verzögern wird. Nun haben dies auch die Berenberg-Analysten thematisiert. Der spätere Marktstart dürfte sich kurzfristig negativ auf die Gewinne auswirken. Die langfristigen Wachstumsaussichten seien dagegen intakt.

International markets

Europe

Wenig verändert haben sich Europas Aktienmärkte zum Wochenschluss am Freitag gezeigt. Hinter den Kulissen tobte aber ein Kampf zwischen Bullen und Bären und sorgte für volatile Kursauschläge bei Aktien- und Renten-Indizes. Denn der US-Arbeitsmarktbericht hat so ziemlich jeden auf dem falschen Fuss erwischt. Mit nur 194.000 neuen Stellen anstelle erwarteter 500.000 sorgte er für lange Gesichter. Der DAX schloss nach heftigen Ausschlägen 0,3 Prozent tiefer bei 15.206 Punkten, der Euro-Stoxx-50 gab 0,5 Prozent nach auf 4.079 Zähler. Daneben wirkten aber positiv für den Markt die Anhebung der US-Schuldenobergrenze bis Anfang Dezember. Und in China war der Caixin-Einkaufsmanagerindex für den Service-Bereich im September wieder über die Expansionsschwelle von 50 Punkten gestiegen. Aktien der Adler Group schlossen 3,9 Prozent im Plus. Hier hat sich mit Vonovia der grösste Player am deutschen Immobilienmarkt eine Kaufoption über 13,3 Prozent der Adler-Anteile von Aggregate Holdings gesichert. Der Kaufpreis je Aktie (Basispreis des Calls) soll nach Aussage aus dem Handel bei 14 Euro liegen. Die Vonovia-Aktie handelte 1,5 Prozent leichter. Adesso fielen um 4,6 Prozent, notierten damit aber noch über dem Platzierungspreis von 160 Euro. Kurzfristig belastete hier eine Kapitalerhöhung. Daimler stiegen um 2,6 Prozent, nachdem die Analysten der UBS die Aktie auf "Buy" mit einem Kursziel von 100 Euro hochgenommen hatten. Grösster Gewinner bei den Autozulieferern waren Faurecia mit 4,4 Prozent Plus. Bei ihnen hat die UBS zwar das Kursziel auf 57 Euro gesenkt, dies liegt allerdings deutlich über dem aktuellen Kurs von 43,13 Euro. Wie bei anderen Unternehmen der Branche werde spannend, wie sich die Chip-Knappheit sowie die höheren Inputkosten auswirkten. Die Aktien von Tui fielen optisch um 15 Prozent, da sie angesichts ihrer Kapitalerhöhung ex Bezugsrecht gehandelt werden. Für Knaus Tabbert ging es um 1,6 Prozent aufwärts. Positiv für das Sentiment wurden die Aussagen des Wettbewerbers Hymer Group gewertet. Er vermeldete für 2020/21 ein Rekordjahr mit einem Umsatzplus von 23 Prozent.

United States

Die US-Börsen haben am Freitag mit kleinen Verlusten geschlossen, nachdem die Arbeitsmarktdaten für September Licht und Schatten enthielten. Einer schwachen Zahl von neuen Stellen stand eine niedrige Arbeitslosenquote gegenüber, zudem zeigte sich steigender Lohndruck. Die Daten sorgten für erhöhte Volatilität an den Märkten. Die Renditen zogen an. Der Dow-Jones-Index verlor 9 Punkte auf 34.746 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,2 Prozent nach unten, der technologielastige Nasdaq-Composite fiel um 0,5 Prozent. An der Nyse gab es nach ersten Angaben 1.469 (Donnerstag: 2.306) Kursgewinner und 1.804 (1.026) -verlierer gezählt. Unverändert schlossen 130 (124) Titel. Im vergangenen Monat wurden ausserhalb der Landwirtschaft in den USA nur 194.000 Stellen geschaffen, während Volkswirte im Konsens mit einem Stellenaufbau um 500.000 gerechnet hatten. Die Arbeitslosenquote sank jedoch deutlicher als erwartet auf 4,8 Prozent, sie war bei 5,1 Prozent gesehen worden. Überdies wurden die August-Daten nach oben revidiert. Etwas gebremst wurden die Aktienkurse von hohen Ölpreisen, die Inflationsängste schüren, und den weiter gestiegenen Anleiherenditen. Vaxart drehten 1,4 Prozent ins Minus, obwohl die Covid-19-Schluckimpfung des Unternehmens im Tierversuch die Übertragung des Coronavirus durch die Luft verringert hat. Ein Zukauf stützte die Aktien von Chubb (+2,5%). Das Unternehmen kauft für 5,75 Milliarden US-Dollar (4,98 Milliarden Euro) das asiatisch-pazifische Versicherungsgeschäft von Cigna (+0,2%) und folgt damit seiner eigenen Expansionsstrategie in der Region.

Asia

Die jüngste Erholungsbewegung an den Börsen in Ostasien setzt sich auch zu Beginn der neuen Handelswoche fort. In Seoul findet aufgrund eines Feiertages kein Handel statt. Das deutlichste Plus verzeichnet mit 2,2 Prozent der Hang-Seng-Index in Hongkong. Für den Schanghai-Composite geht es um 0,4 Prozent nach oben. Der Nikkei-225 in Tokio erholt sich von anfänglichen Verlusten und legt um 1,6 Prozent zu.

Bonds

In den USA überwand die Zehnjahresrendite am Freitag zeitweise die Marke von 1,60 Prozent. Der U.S. Anleihemarkt ist am Montag wegen des Columbus Day geschlossen, während der Aktienmarkt geöffnet sein wird.

Analysis

Credit Suisse senkt Hellofresh-Ziel auf 93 (96) EUR - Outperform
Warburg erhöht Aareal-Ziel auf 32,30 (28) EUR – Buy
BoA erhöht Relx-Ziel auf 2.460 (2.350) p - Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.