Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 27.09.2021
Morning news

SPD gewinnt Bundestagswahl vor Union in Deutschland

Topic of the day

Die SPD ist bei der Bundestagswahl in Deutschland auf Platz eins gelandet. Die Sozialdemokraten erhielten 25,7 Prozent (2017: 20,5) der Stimmen, wie aus dem vorläufigen Endergebnis hervorgeht, das der Bundeswahlleiter am Montagmorgen bekannt gab. Die Union erreichte demnach 24,1 Prozent nach 32,9 Prozent vor vier Jahren. Die Grünen kamen mit 14,8 (8,9) Prozent auf Platz drei, gefolgt von der FDP mit 11,5 (10,7) Prozent und der AfD mit 10,3 (12,6) Prozent. Die Linke erhielt 4,9 (9,2) Prozent der Stimmen. Mögliche Regierungskoalitionen sind vor allem Ampel, Jamaika sowie eine Neuauflage der Grossen Koalition, wenngleich letztere als unwahrscheinlich gilt. Daher dürften die Grünen sowie die FDP die Rolle des Königsmachers einnehmen. Mit einer gewissen Erleichterung dürfte an den Börsen zur Kenntnis genommen werden, dass für ein rot-rot-grünes Bündnis die Mehrheit fehlt. Unter Rot-Rot-Grün wären höhere Steuern sowie eine stärkere Regulierung der Wirtschaft bzw. Finanzmärkte zu erwarten gewesen, was die Anleger nicht gerne gesehen hätten. Da das "Schreckgespenst" Rot-Rot-Grün nach der Wahl rechnerisch ausgeschlossen ist, setzen Beobachter auf eine weitgehende Fortsetzung der Politik auf Bundesebene.

Swiss stocks

Schwächer hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Freitag beendet. Der SMI verlor 1 Prozent auf 11.817 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten verbuchten 18 Kursverluste. Einzige Gewinner waren Credit Suisse und UBS. Umgesetzt wurden 26,04 (zuvor: 28,66) Millionen Aktien. Die Aktien der Banken Credit Suisse (+0,9%) und UBS (+0,5%) hielten sich dank gestiegener Anleihezinsen besser als der Markt. Ausserdem scheinen westliche Kreditinstitute weniger bei Evergrande involviert als befürchtet. Ansonsten wurden defensive Werte ebenso verkauft wie Konjunkturzykliker. Das als defensiv geltende SMI-Schwergewicht Nestle verbilligte sich um 1,4 Prozent. Givaudan schlossen 3,0 Prozent niedriger. Unter den Zyklikern verbuchten ABB Abgaben von 1,9 Prozent. Geberit fielen um 2,4 und Holcim um 0,7 Prozent. In der zweiten Reihe stiegen Dufry um 2,3 Prozent. Der Betreiber von Duty-Free-Läden profitierte von einem neuen Gesetz in Spanien: Demnach muss der Flughafenbetreiber Aena die Konzessionsgebühren an den spanischen Flughäfen so lange an die Passagierzahlen anpassen, bis diese wieder das Niveau von 2019 erreicht haben. Für Dufry, die an 26 spanischen Flughäfen Geschäfte betreibt, bedeutet dies eine erhebliche finanzielle Entlastung.

International markets

Europe

Europas Börsen haben am Freitag unter Abgabedruck gelitten. Der ifo-Index setzte keine grösseren Akzente. Dieser ist zum dritten Mal in Folge gefallen, und zwar auf 99,6 von 98,8. Der DAX notierte 0,7 Prozent tiefer bei 15.532 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,9 Prozent auf 4.159 Punkte nach unten. Die Aktien von Adidas und Puma verloren 2,5 bzw. 3,1 Prozent, nachdem es für die Aktie von US-Wettbewerber Nike in den USA um 7 Prozent nach unten geht wegen enttäuschender Umsatzzahlen sowie eines gesenkten Ausblicks. Als cleveren Schachzug wurde an der Börse der Einstieg von Daimler (+1,7%) bei dem von Stellantis und Total gegründeten Batteriekonsortium ACC gewertet. Damit habe ACC Potenzial, einer der führenden Hersteller für Batteriezellen zu werden, bei dem nun die Stuttgarter gleichberechtigter Anteilseigner seien. "Aus Sicht der Branche setzt die Transaktion den Trend zur teilweisen vertikalen Integration fort, der für die Finanzierung des Übergangs zur Elektromobilität entscheidend ist, da die Investitionskosten von ACC wettbewerbsfähig erscheinen", hiess es von Jefferies dazu. Für die Aktie von Astrazeneca ging es um 2 Prozent nach oben. Positiv wirkte hier, dass bei einer Prostatakrebs-Phase-3-Studie der primäre Punkt erreicht worden ist. Das Ergebnis deutet nach Aussage der Jefferies-Analysten darauf hin, dass die kommerzielle Nutzung höher als bisher angenommen liegen könnte. Unter der Annahme, dass bis 2027 ein Umsatz von 2 bis 3 Milliarden Dollar zu erreichen sei, dürften die Konsensschätzungen beim Umsatz um 3 bis 4 Prozent und beim Gewinn je Aktie um 3 Prozent nach oben genommen werden. Antin gelang mit Aufschlägen von 26 Prozent auf 30,30 Euro ein guter Börsenstart in Paris. Der Emissionpreis wurde am Donnerstagabend mit 24 Euro je Anteilsschein festgelegt. Bei Antin handelt es sich um den grössten Finanzdienstleister Europas mit Schwerpunkt auf Infrastrukturinvestitionen.

United States

Nach den kräftigen Kursgewinnen der beiden vorigen Tage hat die Kauflust der Anleger am Freitag merklich nachgelassen. Der Dow-Jones-Index schloss 0,1 Prozent höher. Der S&P-500 gewann ebenfalls 0,1 Prozent. Der Nasdaq-Composite beendete den Handel kaum verändert. Die Nike-Aktie stand nach Vorlage des Quartalsberichts unter Druck. Der Sportartikelhersteller verdiente zwar mehr als erwartet, doch verfehlte der Umsatz die Konsensschätzung. Und wegen Problemen in der Lieferkette, insbesondere in Vietnam, hat Nike auch den Umsatzausblick gesenkt. Die Aktie verlor 6,3 Prozent und zog auch den Kurs des Sportartikelhändlers Dick's Sporting Goods (-2,8%) nach unten. Die Aktie des Konkurrenten Under Armour (+0,3%) schaffte nach anfänglichen Verlusten indessen den Dreh ins Plus. Dagegen legten Costco um 3,3 Prozent zu, nachdem die US-Grosshandelskette mit den Geschäftszahlen für das vierte Quartal die Markterwartungen übertroffen hatte. Progress Software (+14,9%) hat mit den Geschäftszahlen für das dritte Quartal die Marktprognosen übertroffen und den Ausblick für das Geschäftsjahr angehoben. Die Meredith-Aktie haussierte um 25,4 Prozent. IAC/InterActiveCorp (+5,0%) will Kreisen zufolge das Medienunternehmen übernehmen. Bitcoin und andere Kryptowährungen standen unter massivem Druck, nachdem China alle Transaktionen mit Kryptowährungen für illegal erklärt hatte.

Asia

Zum Start in die neue Woche tendieren die Börsen in Ostasien uneinheitlich. Auf der Stimmung lastet noch immer die Krise um den hoch verschuldeten chinesischen Immobilienkonzern Evergrande. Dazu steht den chinesischen Börsen eine längere Feiertagspause zur "Golden Week" bevor, die am Freitag dieser Woche beginnt. In Schanghai liegen die Kurse im Schnitt um 1,3 Prozent im Minus. An der Börse in Hongkong geht es mit dem Hang-Seng-Index um 0,3 Prozent nach oben. Die Aktie der Evergrande-Elektromobilitätstochter China Evergrande New Energy Vehicle Group (Evergrande Auto) bricht in Hongkong um über 10 Prozent ein. Zeitweise betrug der Verlust über 25 Prozent, nachdem das Unternehmen vor einem Liquiditätsengpass gewarnt und seine Pläne für eine Zweitnotierung an der Börse Schanghai auf Eis gelegt hat. In Japan halten sich die Anleger zurück, weil am Mittwoch der neue Vorsitzende der Regierungspartei LDP gewählt wird. Der Nikkei-225-Index tendiert kaum verändert.

Bonds

Nachdem die Fed am Mittwoch eine mögliche Zinserhöhung im Jahr 2022 angedeutet hatte, kletterte die Rendite der US-Staatsanleihen erneut um 5 Basispunkte auf 1,46 %, nachdem sie am Donnerstagabend noch bei 1,435 % gelegen hatte.

Analysis

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