Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 17.09.2021
Morning news

Thyssenkrupp verkauft Edelstahlwerk Terni an Arvedi

Topic of the day

Thyssenkrupp hat einen Käufer für sein Edelstahlwerk in Mittelitalien gefunden. Acciai Speciali Terni (AST) geht inklusive der Vertriebe in Deutschland, Italien und der Türkei an das italienische Unternehmen Arvedi, wie der Ruhrkonzern in Essen mitteilte. Ein Verkaufspreis wurde nicht genannt. Geprüft wird derzeit noch, ob Thyssenkrupp eine Minderheitsbeteiligung an der AST-Gruppe behält. Abgeschlossen werden soll der Verkauf nach wettbewerbsrechtlicher Freigabe im ersten Halbjahr des nächsten Jahres. Thyssenkrupp trennt sich damit von seinem vierten Geschäft. Der Essener Konzern sucht für eine ganze Reihe von Aktivitäten ausserhalb des Kerngeschäfts Partner oder Käufer, um wieder in die Spur zu kommen. "Die Geschwindigkeit bei der Fokussierung des Portfolios ist entscheidend für unseren Veränderungsprozess", sagte Vorstandschefin Martina Merz. Arvedi habe signifikante Investitionen bei der AST-Gruppe zugesagt, die rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt und im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 1,7 Mrd Euro erzielte, heisst es in der Mitteilung weiter.

Swiss stocks

Erholt von den Vortagesabgaben hat am Donnerstag der schweizerische Aktienmarkt den Handel beendet. Mit der schwachen Eröffnung an der Wall Street gab der SMI einen Grossteil seiner Gewinne am Nachmittag jedoch wieder ab. Die leichte Senkung der Konjunktur-Prognose der Schweizer Regierung war dagegen kein grosser Belastungsfaktor. Diese geht für 2021 von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,2 aus (Prognose im Juni: 3,6) Prozent. Damit würde die Schweizer Wirtschaft immer noch deutlich überdurchschnittlich wachsen. Im Jahr 2022 soll sich das Wachstum dann auf 3,4 Prozent beschleunigen. Der SMI verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 12.028 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und sechs -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 29,79 (Mittwoch: 39,16) Millionen Aktien. Die zuletzt kräftig gebeutelten Luxusgüterwerte standen erneut unter Druck. Für die Titel von Richemont ging es um weitere 1,1 Prozent abwärts, die Swatch-Aktie verlor 0,2 Prozent. Die Stimmung für den Sektor bleibe angesichts der schwachen chinesischen Konsumausgaben weiter gedrückt, so ein Händler. Für die Aktie des Logistikers Kuehne & Nagel ging es um 1,4 Prozent aufwärts. Die Reederei A.P. Moeller-Maersk hat ihre Jahresprognose erneut angehoben, da anhaltende Engpässe in den Lieferketten zu höheren Frachtraten geführt haben. Auch für das laufende dritte Quartal ist die nach Kapazität grösste Containerreederei der Welt nun optimistischer als bisher.

International markets

Europe

Etwas fester sind Europas Börsen am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Die meisten Branchen schlossen im Plus. Gute US-Konjunkturdaten stützten zwar die Stimmung, trieben aber die Inflationserwartungen und damit die Renditen nach oben. Im Fokus steht nun der Grosse Verfalltermin der September-Derivate an den internationalen Terminbörsen am Freitag. Er könnte wieder zu volatilen Kursbewegungen führen. Dazu steht in Deutschland die grosse DAX-40-Reform an, ab Montag werden zehn neue Mitglieder aufgenommen. Am Donnerstag erfreute sich der DAX der ungewöhnlichen Zahl von 31 Mitgliedern. Denn die Conti-Tochter Vitesco wurde abgespalten und notierte für nur einen Tag im Index. Der DAX kletterte um 0,2 Prozent auf 15.652 Punkte, der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,6 Prozent auf 4.170 Zähler. Die deutliche Outperformance hatte er den sehr starken Reiseaktien zu verdanken. Das Vitesco-Debüt fiel - wie häufig - mau aus: Die Aktie startete mit einem ersten Kurs von 59,80 und schloss bei 58,90 Euro. Gleichzeitig verloren Conti-Aktien optisch um 16 Prozent. In der Gesamtsumme ging es für einen Altaktionär um 5,7 Prozent nach unten. Denn wer am Vortag fünf Conti-Aktien im Depot hatte, hält aktuell ein Gesamtpaket von fünf Conti- plus einer Vitesco-Aktie. Allerdings sahen Händler die Verursacher des Kursrückganges in börsengehandelten Fonds (ETF). Sie dürften die Vitesco-Aktie nicht halten, wenn sie sich nur am DAX-Index orientierten. Daher seien sie bis zum Schlusskurs ausgestiegen. Am Freitag werde dann die Verkaufswelle dieser Marktteilnehmer ausgelaufen und Luft für eine Erholung sein, hiess es. Unter dem Kursminus litten indes auch die Titel von Grossaktionär Schaeffler, die 4,5 Prozent verloren. Eine Hausse von fast 20 Prozent auf 23,28 Euro legte der französische Medienkonzern Lagardere hin. Denn Vivendi übernimmt den Anteil des aktivistischen Investors Amber Capital an Lagardere für 24,10 Euro je Aktie. Damit steigt die Beteiligung von Vivendi auf 45,1 Prozent, womit das Unternehmen zu einem öffentlichen Pflichtangebot für Lagardere gezwungen ist. Vivendi schlossen 0,6 Prozent höher.

United States

Ohne klare Tendenz hat die Wall Street am Donnerstag den Handel beendet. Zunächst hatten zum Teil sehr gute US-Konjunkturdaten für leichte Gewinne bei den Indizes gesorgt. Doch die damit einhergehenden Spekulationen um eine zügigere Straffung der Geldpolitik sorgten im Verlauf für ein Abrutschen ins Minus. Hier rückt nun die Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche in den Fokus. Im späten Handel schaffte lediglich der Nasdaq-Composite wieder den Sprung ins Plus. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 34.751 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,2 Prozent, der Nasdaq-Composite stieg dagegen um 0,1 Prozent. Dabei standen den 1.555 (Mittwoch: 2.292) Kursgewinnern 1.751 (1.005) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 125 (148) Titel. Die Aktien von Cisco Systems fielen nach anfänglichen Kursgewinnen um 0,4 Prozent. Der Netzwerkausrüster plant die Einführung neuer Finanzkennziffern und eine Überarbeitung der Bilanzierungsmethodik, um das Wachstum des Softwaregeschäfts besser zu verdeutlichen. Die Betreiberaktien von Spielkasinos gaben nach der Ankündigung verschärfter Regulierungen in Macau erneut nach. Wynn Resorts (-2,4%) und Las Vegas Sands (-1,4%) bauten die Abgaben weiter aus. Aktien von Blue Apron verloren nach der Hausse des Vortages 10 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Auslöser des Kurssprungs war die Nachricht, dass der Kochboxenversender eine Kapitalerhöhung plant, an der sich Gründungsinvestor Joseph Sanberg und Mit-Gründer Matthew B. Salzberg massgeblich beteiligen werden. Beide ziehen sich überdies aus dem Board des Unternehmens zurück.

Asia

Zum Wochenausklang ist an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz auszumachen. Vielerorts verhindern laut Teilnehmern Konjunktursorgen eine Erholung von den jüngsten Kursverlusten. Zur Zurückhaltung in Asien trägt bei, dass viele Börsen der Region vor einem langen Feiertagswochenende stehen. In Japan findet am Montag und Donnerstag kein Handel statt, in Schanghai bleibt die Börse am Montag und Dienstag geschlossen, in Hongkong am Mittwoch. In Südkorea ruht der Börsenhandel von Montag bis einschliesslich Mittwoch. In Tokio legt der Nikkei-225-Index um 0,5 Prozent zu.

Bonds

Am US-Anleihemarkt legten die Renditen mit den überraschend positiven Einzelhandelsdaten zu. Inflationsängste sind nach Ansicht einiger Ökonomen nach wie vor einer der Faktoren, die die Anleger von US-Staatsanleihen abhalten – und das angesichts der hohen Erwartungen an den Start einer Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe auf der kommenden Fed-Sitzung.

Analysis

IR senkt DWS-Ziel auf 39 (43) EUR – Buy
Dt. Bank senkt Eni-Ziel auf 12,80 (13,70) EUR – Buy
Dt. Bank senkt Unilever auf Hold (Buy) – Ziel 4.600 (4.800) p

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.