Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 15.09.2021
Morning news

Boeing sieht erwartete Erholung im Luftverkehrsmarkt

Topic of the day

Der US-Konzern Boeing sieht im kommerziellen Flugzeug- und Dienstleistungsgeschäft die erwarteten Anzeichen einer Erholung vom Tiefpunkt der pandemiebedingten Abkühlung im Jahr 2020. Die globalen Märkte für Rüstung, Raumfahrt und staatliche Dienstleistungen seien derweil stabil geblieben. In ihrem jährlichen Marktausblick geht die Boeing Co davon aus, dass der Markt für Luft- und Raumfahrtprodukte sowie -dienstleistungen in den nächsten zehn Jahren auf 9 Billionen US-Dollar anwachsen wird, gegenüber 8,5 Billionen Dollar vor einem Jahr und 8,7 Billionen Dollar im Jahr 2019, also vor dem Ausbruch von Covid-19. "Wir sind ermutigt durch die Tatsache, dass die Wissenschaftler Impfstoffe schneller als gedacht zur Verfügung gestellt haben und dass die Passagiere ein starkes Vertrauen in Flugzeugreisen haben", sagte Boeings Strategiechef Marc Allen laut der Mitteilung. Der kommerzielle Markt erholt sich, wie von Boeing im vergangenen Jahr prognostiziert, getragen von der Nachfrage nach Inlandsflügen. Der Konzern geht davon aus, dass die überregionalen Märkte folgen werden, sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben sind, gefolgt von den Langstreckenflügen, die 2023 bis 2024 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen dürften.

Swiss stocks

Die positive Tendenz am schweizerischen Aktienmarkt hat sich auch am Dienstag fortgesetzt. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 12.097 Punkte. Unter den 20 SMI-Werten standen sich dabei elf Kursgewinner und neun -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 27,11 (Montag: 25,16) Millionen Aktien. Ein deutlicheres Plus des Marktes verhinderten auch die Abgaben bei den Bankenwerten. Hier ging es für die Aktien der UBS (-0,5%) und der Credit Suisse (-1,2%) nach unten. Am Ende des SMI-Tableaus standen die Aktien von Richemont (-3,5%) und Swatch (-1,7%). Laut Analysten der Bank of America hat sich die Nachfrage nach Luxusprodukten im August abgeschwächt, was aber auch zu erwarten gewesen sei. Insbesondere habe sich dies in den Regionen Asien und USA gezeigt und dürfte weitgehend im Zusammenhang gestanden haben mit der Covid-19-Pandemie. Die Analysten glauben, dass sich die Nachfrage erholen werde, sobald sich das Marktumfeld normalisiere.

International markets

Europe

An den europäischen Aktienmärkten hat sich am Dienstag eine knapp positive Stimmung durchgesetzt. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,1 Prozent höher bei 4.192 Punkten, der DAX zog in der gleichen Grössenordnung auf 15.723 Zähler an. Eine bessere Entwicklung am Gesamtmarkt wurde vor allem von den rohstoffnahen Titeln verhindert, der Sektorindex büsste 2 Prozent ein. Diese hatten zuletzt von den Inflationsgefahren profitiert, da die Branchenwerte stark von steigenden Preisen gestützt werden. Zur Schwäche neigten aber auch die Aktien der Luxusgüterhersteller. Kering fielen um 2,8 Prozent, Dior um 1,8 Prozent und LVMH um 1,6 Prozent. "Die Sorgen um die chinesische Konjunktur nehmen wieder stark zu", so ein Marktteilnehmer. Deshalb hätten schon Prada in Hongkong am Morgen etwa 4 Prozent verloren. Die Prada-Schwäche habe dann auf die europäischen Wettbewerbertitel übergegriffen. Unter den Einzelwerten im DAX standen Vonovia im Blick. Die Gesellschaft wolle den Deutsche-Wohnen-Deal um fast jeden Preis durchziehen, hiess es am Markt. Denn bei der geplanten Übernahme wird nun auf die Mindestannahmeschwelle sowie auf sämtliche weiteren Vollzugsbedingungen des Übernahmeangebotes verzichtet. Zumindest der Angebotspreis bleibt, wie angekündigt, das letzte Angebot. Deutsche Wohnen legten 0,7 Prozent zu, Vonovia um 0,9 Prozent. Stärkste DAX-Aktie zusammen mit Infineon waren Deutsche Post, die um 2,2 Prozent stiegen. "Die Deutsche Bank hat eine bullische Note herausgebracht", so ein Händler. Daneben habe die am Freitagabend anstehende Aufnahme in den Stoxx-50 den Kurs getrieben. Einer der Verlierer im DAX mit 1,2 Prozent Minus waren die Aktien der Merck KGaA. Sie waren von der UBS auf "Verkaufen" abgestuft worden. Dazu lag das neue Kursziel deutlich unter dem aktuellen Kurs.

United States

Mit Abgaben hat die Wall Street am Dienstag den Handel beendet. Zunächst hatten die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten für etwas Beruhigung und steigende Indizes gesorgt, denn die Kerninflation ist im August schwächer als erwartet ausgefallen. Dies schürte die Hoffnung, dass geldpolitische Straffungen in den USA nicht unmittelbar bevorstehen. Doch dann setzte sich zunehmend die Erwartung durch, dass die US-Notenbank dennoch bald den Tapering-Beginn bekannt geben werde - also die Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe. Dies drückte den Markt im Verlauf ins Minus. Der Dow-Jones-Index verlor 0,8 Prozent auf 34.578 Punkte, nachdem er im Tageshoch schon bis auf 34.990 Punkte geklettert war. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite fiel um 0,4 Prozent. Dabei standen 958 (Montag: 2.066) Kursgewinnern 2.372 (1.234) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 119 (143) Titel. Für die Apple-Aktie ging es nach anfänglichen Kursgewinnen um 1,0 Prozent abwärts. Der Konzern hat ein neues iPhone und ein neues iPad präsentiert. Einige Investoren sind jedoch besorgt, dass Apple an der Börse überbewertet ist und dass die neuen Smartphones mit weniger dramatischen Veränderungen im Vergleich zum mit Spannung erwarteten Debüt letztes Jahres nicht die gleiche Art von Wachstum auslösen könnten. Für die Microsoft-Aktie ging es 0,9 Prozent nach oben. Die Investoren erwarten, dass der Software-Konzern noch in dieser Woche eine weitere Dividendenerhöhung ankündigen wird. Analyst Keith Weiss von Morgan Stanley "schätzt konservativ", dass die Quartalsdividende um etwa 10 Prozent von 56 US-Cent auf 62 Cent pro Aktie steigen wird.

Asia

Uneinheitlich tendieren die Börsen in Ostasien und Australien zur Wochenmitte. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China dämpfen vielerorts die Kauflaune der Anleger, schüren aber auch Hoffnungen auf weitere Wirtschaftsstimuli der chinesischen Notenbank. In Schanghai haben die Aktienkurse nach teils deutlich unter Erwarten ausgefallenen Daten zu Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion ihre anfänglichen Verluste mehr als wettgemacht. Der Composite-Index liegt 0,3 Prozent im Plus.

Bonds

Am US-Rentenmarkt wurden geldpolitische Straffungen ausgepreist. Zunächst am kurzen Ende des Marktes, dann fielen mit Verzögerung auch am langen Ende die Renditen ins Minus. Hier verzeichneten die Renditen den grössten Tagesverlust seit einem Monat.

Analysis

IR senkt Tui-Ziel auf 2,80 (3,00) EUR – Sell
Dt. Bank erhöht Kühne + Nagel auf Buy (Hold)
UBS senkt Easyjet-Ziel auf 760 (862) p – Neutral

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.