Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 13.09.2021
Morning news

Urteil: Apple muss Zahlungssystem für App-Entwickler öffnen

Topic of the day

Im Streit um die Regeln des App-Stores von Apple hat eine US-Richterin angeordnet, dass der Technologie-Konzern sein Zahlungssystem öffnen muss. Die kalifornische Bundesrichterin Yvonne Gonzalez Rogers veröffentlichte am Freitag ihr mit Spannung erwartetes Urteil in dem vom Videospiel-Entwickler Epic Games ("Fortnite") angestrengten Prozess gegen Apple. Sie erklärte, Apple dürfe App-Entwickler nicht länger zwingen, sein Bezahlsystem zu nutzen. Gleichwohl erklärte die Richterin, Apple habe auf dem Markt der Transaktionen von Online-Spielen kein "Monopol". In dem Verfahren, das weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Branche haben könnte, ging es um Apples Marktmacht durch seinen App-Store. Der Online-Gigant lässt auf seinen Mobilgeräten Downloads von Apps und Spielen nur aus dem eigenen App-Store zu.

Swiss stocks

Der schweizerische Aktienmarkt hat am Freitag den vierten Tag in Folge mit Abschlägen geschlossen und damit eine schwache Börsenwoche beendet. Der SMI verlor weitere 0,5 Prozent auf 12.061 Punkte. Am vergangenen Montag hatte der eidgenössische Leitindex in der Spitze noch bei rund 12.440 Zählern notiert. Unter den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursverlierer und sechs -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 26,52 (zuvor: 29,56) Millionen Aktien. In der Schweiz rückten AMS und Logitech um 2,4 bzw. 0,3 Prozent vor. Unter den SMI-Titeln sanken Holcim um 0,1 Prozent. Nach den Negativschlagzeilen wegen Terrorismusfinanzierung wartete der Baustoffkonzern mit der Nachricht auf, sich vom Brasilien-Geschäft zu trennen. Der erzielte Preis von 1,025 Milliarden Dollar lag aber am unteren Rand der erwarteten Preisspanne. Die Luxusgütertitel Swatch (+0,6%) und Richemont (+2,8%) machten einen mächtigen Satz nach oben. US-Präsident Joe Biden hatte mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping telefoniert. Im Handel war von einer Annäherung beider Staaten die Rede, die den Geschäften von Swatch und Richemont nur zuträglich sein könnten. China stellt einen der wichtigsten Absatzmärkte für beide Konzerne.

International markets

Europe

Mit leichtem Minus haben sich Europas Aktienmärkte am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Nachdem die Kurse über weite Strecken etwas fester tendiert hatten, setzten im späten Handel Gewinnmitnahmen wegen des bevorstehenden Wochenendes ein. Der DAX sank um 0,1 Prozent auf 15.610 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 0,2 Prozent nach auf 4.170 Punkte. Negative Analystenkommentare liessen den Kurs von Fresenius Medical Care (FMC) um 4,8 Prozent fallen. JP Morgan hatte den Wert auf "Underweight" gesenkt und begründete dies laut Händlern mit der hohen Sterblichkeit der US-Dialysepatienten. Dazu hatte auch noch Barclays die Aktie auf "Equalweight" zurückgestuft, da sie das Kursniveau vor der Gewinnwarnung wieder erreicht habe. Für die Aktie der Mutter Fresenius ging es um 1,5 Prozent nach unten. Auch Deutsche Telekom standen mit minus 2,2 Prozent kräftig unter Druck. Seit das Unternehmen den Verkauf seines Niederlande-Geschäfts vermeldet habe, gebe es kräftige Gewinnmitnahmen, hiess es im Handel. Dazu wurde auch der Aufwärtstrend seit Oktober 2020 gebrochen. Bei BASF ging es im Einklang mit dem Markt 0,1 Prozent nach unten. Allerdings warnten die Charttechniker der HSBC vor der Gefahr einer Kopf-Schulter-Formation. Dieses negative Chartmuster habe ein kalkulatorisches Abschlagspotential von knapp 10 Euro und könnte den seit Frühjahr 2020 laufenden Erholungstrend beenden. Positive Kommentare von Bryan Garnier stützten Delivery Hero (unverändert). Der Essenslieferer könnte zu einer "Super-App" werden, die demnächst auch Gemüse und andere Bedarfsgüter ausliefere.

United States

Die Durststrecke der Wall Street der vergangenen Tage hat am Freitag angedauert. Anfängliche Aufschläge wurden nicht gehalten, im späten Handel nahm die Abwärtsdynamik zu. Dow und S&P-500 verbuchten damit die längste Verlustphase seit dem 18. Juni. Die Entscheidung von US-Präsident Joe Biden, im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Impfpflicht für Mitarbeiter von Bundesbehörden einzuführen, wurde zwar am Markt gelobt. Der Dow-Jones-Index sank um 0,8 Prozent auf 34.608 Punkte - auch belastet von der Schwäche bei Apple. S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 0,8 bzw. 0,9 Prozent ab. Nach ersten Angaben verzeichnete die Nyse 1.249 (Donnerstag: 1.797) Kursgewinner und 2.033 (1.513) -verlierer. Unverändert gingen 129 (137) Titel aus dem Handel. Sorgen bereiteten zudem die Erzeugerpreise, die sich auf hohem Niveau bewegten und im August etwas stärker gestiegen waren als vorhergesagt. Humanigen (-13,7%) brachen den zweiten Tag in Folge ein, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA das Covid-19-Medikament Lenzilumab des Unternehmens abgelehnt hatte. American Outdoor Brands drehten mit dem schwachen Gesamtmarkt 1,3 Prozent ins Minus. Der Schusswaffenanbieter hatte im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen. Trotz eines angehobenen Ausblicks stürzten die Titel der Supermarktkette Kroger um 7,5 Prozent ab. Das Nettoergebnis ermässigte sich deutlich - trotz gestiegener Umsätze. Händler sprachen von Kosten- und Lieferkettenproblemen. Unbeeindruckt von einer Geldstrafe zeigten sich die Aktien der Bank Wells Fargo (-0,1%).

Asia

Zum Start in die neue Woche treten die meisten Börsen in Ostasien und Australien mehr oder weniger auf der Stelle. In dem eher ruhigen Umfeld fällt die Börse in Hongkong mit einem kräftigen Minus des Leitindex HSI von 2 Prozent aus dem Rahmen.

Bonds

Zum Start in die neue Woche treten die meisten Börsen in Ostasien und Australien mehr oder weniger auf der Stelle. In dem eher ruhigen Umfeld fällt die Börse in Hongkong mit einem kräftigen Minus des Leitindex HSI von 2 Prozent aus dem Rahmen.

Analysis

JPM senkt BNP Paribas auf Neutral (Overw.) – Ziel 61 (65) EUR
HSBC hebt LVMH auf Buy (Hold) – Ziel 760 (710) EUR
UBS erhöht Ziel Dt. Telekom auf 24,20 (24) EUR – Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.