Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 06.09.2021
Morning news

DAX-40 nimmt internationale Grossanleger ins Visier

Topic of the day

Die Deutsche Börse gab jetzt bekannt, dass der europäische Flugzeughersteller Airbus, der Automobilhersteller Porsche und der Sportartikelhersteller Puma zu den zehn neuen Werten gehören, die ab dem 20. September in den erweiterten DAX aufgenommen werden. Der Börsenbetreiber kündigte im vergangenen Jahr an, die Zahl der DAX-Konstituenten von 30 auf 40 zu erhöhen - die grösste Überarbeitung des deutschen Leitindex seit seiner Gründung im Jahr 1988. Die Deutsche Börse teilte am Freitagabend mit, dass sie sich entschieden hat, Airbus, Puma, Porsche, Zalando, Siemens Healthineers, Symrise, HelloFresh, Sartorius, Brenntag und Qiagen zu den derzeit 30 Komponenten hinzuzufügen. Dieser Anstieg des Dax gehe zu Lasten des MDax Mid-Cap-Index, der von 60 auf 50 Unternehmen sinken werde. Der von 30 auf 40 Titel erweiterte DAX ist vor allem ein Angebot an internationale Grossanleger. Sie können nun allein mit dem DAX etwas über 80 Prozent des deutschen Aktienmarkts abdecken, bisher waren es etwa 70 Prozent. Die Pläne für die ESG-Nachhaltigkeitskriterien - ökologisch, sozial, ethisch - als Voraussetzung für eine DAX-Mitgliedschaft sind nicht umgesetzt worden.

Swiss stocks

Der Aktienmarkt in der Schweiz hat am Freitag deutliche Verluste erlitten. Ein miserabler US-Arbeitsmarktbericht übte Druck aus. Statt eines Beschäftigungsaufbaus um erwartet 720.000 wurden im August lediglich 235.000 Stellen geschaffen. Teilnehmer hegten die Befürchtung, dass die Delta-Variante des Coronavirus die Erholung in den USA ausgebremst hat. Vor allem bei den kontaktintensiven Dienstleistungen sei die Beschäftigung kaum noch gestiegen. Möglicherweise haben Unternehmen aber auch Probleme, geeignete Arbeitskräfte zu finden, dafür sprechen steigende Löhne. Mit ihnen bleibt die Inflation ein grosses Thema. Mit den Daten zeigte sich der Dollar schwächer gegen die anderen grossen Währungen. Auch der Franken legte deutlich zu, was der exportstarken eidgenössischen Wirtschaft nicht zugute kommt. Der SMI verlor 0,6 Prozent auf 12.352 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 17 Kursverlierer und 3 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 22,96 (zuvor: 19,88) Millionen Aktien. Luxusgüterwerte standen nach zwei starken Tagen unter Druck. Die aktuelle Lage in China motivierte die Anleger zu Gewinnmitnahmen. Peking will den Konsum von Luxusgütern mit höheren Steuern belegen. Zudem hat sich die Stimmung in Chinas Servicesektor im August verschlechtert. Richemont fielen um 2,5 Prozent und Swatch um 1,8 Prozent. Eine Bevorzugung defensiver oder zyklischer Aktien war nicht zu beobachten. Unter den defensiven Pharmariesen verloren Novartis 1,2 Prozent und Roche 0,2 Prozent. Bei den Zyklikern verbilligten sich Holcim um 0,7 Prozent und Sika um 1,2 Prozent. Finanzwerte profitierten nicht von den steigenden Renditen. Zurich Insurance gaben um 1 Prozent ab, UBS um 0,5 Prozent und Credit Suisse ebenfalls um 0,5 Prozent.

International markets

Europe

Nach einem sehr schwachen US-Arbeitsmarktbericht haben Europas Börsen am Freitag im Minus geschlossen. Die US-Wirtschaft hat im August gerade einmal 235.000 Stellen geschaffen. Erwartet worden war ein Plus von 720.000. In der laufenden Woche hatte bereits der ADP-Arbeitsmarktbericht enttäuscht. Der DAX verlor 0,4 Prozent auf 15.781 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,7 Prozent auf 4.202 nach unten. Glimpflich davongekommen ist Europa bei den Konjunkturdaten: Hier wurden zwar fast alle Einkaufsmanager-Indizes (PMI) in der zweiten Lesung nach unten revidiert, dies jedoch nur im Nachkommabereich. Der Erholungstrend ist weiter intakt. Ganz anders in China: Dort brach der Caixin-Einkaufsmanager-Index (PMI) für den Dienstleistungssektor innerhalb nur eines Monats von 54,9 im Juli auf 46,7 im August ein. Sehr ruhig blieb es auf Unternehmensseite. Siemens Energy hielten sich mit Aufschlägen von 0,4 Prozent gut. Delivery Hero gaben indes um 1,9 Prozent nach, allerdings wurden hier auch für 1,25 Milliarden Euro Wandelanleihen platziert. "Die Stücke wurden ihnen aus den Händen gerissen", kommentierte ein Händler die Nachfrage nach den Anleihen. Das Kursminus der Aktie sei daher gering. Wandler üben normalerweise höheren Druck auf den Kurs aus, da sie die Aktienanzahl erhöhen. Auf etwas Unverständnis stiess im Handel die überraschende Ankündigung von Covestro (+0,5%), bis über 10 Prozent seiner Stellen streichen zu wollen. "Bis zur Investorenkonferenz am 28. September dürfte das verunsichern", meinte ein Händler. Denn die Chemie-Branche boome, ein Zwang zur Effizienzsteigerung sei nicht erkennbar.

United States

Die US-Börsen haben sich zum Ende der Woche uneinheitlich gezeigt. Die Daten zum US-Arbeitsmarkt sind im August deutlich schwächer als erwartet ausgefallen - mit 235.000 wurden deutlich weniger Stellen geschaffen als Ökonomen im Konsens mit 720.000 prognostiziert hatten. Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 Prozent leichter höher bei 35.369 Punkten. Der S&P-500 notierte nahezu unverändert und der Nasdaq-Composite stieg um 0,2 Prozent. Der digitale Boom im Zuge der Corona-Pandemie bescherte Hewlett Packard Enterprise (HPE) auch im dritten Geschäftsquartal einen Umsatz- und Gewinnanstieg, der über den Markterwartungen lag. Der Konzern will wieder Aktienrückkäufe starten. Die Aktie legte 0,6 Prozent zu. Der Chiphersteller Broadcom (+1,2%) steigerte ebenfalls Gewinn und Umsatz im dritten Geschäftsquartal deutlich und geht davon aus, dass das Wachstum im laufenden vierten Quartal anhalte. Für Oxford Industries ging es um 0,7 Prozent nach oben. Das Bekleidungsunternehmen kehrte im zweiten Geschäftsquartal in die Gewinnzone zurück. Auch wurde ein Rekordumsatz von 329 Millionen Dollar erzielt.

Asia

Weiter steil nach oben geht es am Montag an der Börse in Tokio. Nach dem 1,8-prozentigen Plus am Freitag legt der Nikkei-Index in diesem Umfeld um weitere 1,7 Prozent zu auf 29.128 Punkte. Daneben liegt auch Schanghai mit einem Plus von 1,0 Prozent sehr fest. An den anderen Plätzen geht es ruhiger zu mit moderaten Gewinnen in Hongkong und kleinen Verlusten in Seoul und Sydney. In Hongkong stützt das kräftige Plus des Schwergewichts Tencent (+3,0%).

Bonds

Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 3,7 Basispunkte auf 1,32 Prozent. Teilnehmer sahen die freundlicheren Seiten des Arbeitsmarktberichts wie die sinkende Arbeitslosenquote und gingen daher weiter von einem baldigen Tapering aus.

Analysis

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