Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 30.08.2021
Morning news

Fed-Chef Powell: Tapering könnte dieses Jahr beginnen

Topic of the day

US-Notenbankchef Jerome Powell hat am Freitag den sich abzeichnenden Plan der Zentralbank bekräftigt, noch in diesem Jahr mit dem Tapering zu beginnen. Zugleich erläuterte er ausführlicher, warum er erwartet, dass der jüngste Inflationsanstieg im Laufe der Zeit nachlassen wird. Bei der Fed-Sitzung Ende Juli "war ich wie die meisten Teilnehmer der Ansicht, dass es angemessen sein könnte, das Tempo der monatlichen Ankäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar in diesem Jahr zu verringern, wenn sich die Wirtschaft weitgehend wie erwartet entwickelt", sagte Powell beim virtuellen Notenbankertreffen in Jackson Hole. Seit dieser Sitzung habe die Wirtschaft "weitere Fortschritte in Form eines starken Beschäftigungsberichts für Juli, aber auch die weitere Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus gesehen“, erklärte Powell. Powells Äußerungen ließen nicht erkennen, wann der Prozess wahrscheinlich beginnen wird, was nach Ansicht der meisten Experten darauf hindeutet, dass das Tapering wahrscheinlich nicht vor der nächsten Sitzung Anfang November stattfinden wird.

Swiss stocks

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich mit einem Platz im europäischen Mittelfeld ins Wochenende verabschiedet. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 12.439 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 12 Kursgewinner und 8 -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 20,62 (Donnerstag: 22,63) Millionen Aktien. Diese Aussicht auf weiter extrem niedrige Zinsen machten Bankaktien zu den Tagesverlierern im ansonsten freundlichen Umfeld. UBS, Credit Suisse und Partners Group gaben um bis zu 0,4 Prozent nach. Bei Partners Group dürfte auch eine Abstufung auf "Reduce" von "Add" durch Baader Helvea belastet haben. Allerdings war der Hauptgrund dafür, die gute Kursentwicklung der Aktie und nicht etwa das operative Geschäft des Investmentmanagers. An der SMI-Spitze lagen Lonza (+1,8%) und machten das Minus vom Vortag mehr als wett. Dieses hatte die Nachricht ausgelöst, dass sich das Unternehmen nach einem neuen Finanzchef umsehen muss.

International markets

Europe

Mit leichten Gewinnen haben Europas Börsen am Freitag den Handel beendet. Die mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankpräsident Jerome Powell auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole erwies sich unter dem Strich taubenhafter als befürchtet. Der DAX legte um 0,4 Prozent zu auf 15.852 Punkte, der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,5 Prozent auf 4.191 Punkte. Nach dem Kursrutsch vom Vortag gaben DWS 0,9 Prozent ab. Die UBS hat die Aktie auf "Buy" belassen. Der Vermögensverwalter betonte, man stehe zum Jahresbericht. Zudem habe eine Untersuchung keine Substanz an den Behauptungen der früheren Nachhaltigkeits-Chefin der DWS, Desiree Fixler, gefunden. Am Markt ist man sich einig, dass es keine allgemein anerkannten Standards für ESG-Anlagen gibt, nach denen man die DWS beurteilen könne. Unter Druck standen die Aktien von Just Eat Takeaway (-7,5%) in London. Das Geschäft des Lieferdienstes läuft rund, jedoch belastet hier der wahrscheinliche Rauswurf aus dem FTSE-100-Index. Händler kritisierten "veraltete nationale Richtlinien" des Indexbetreibers, denn Just Eat verlieren den Platz, weil sie nun als niederländisches und nicht als britisches Unternehmen eingestuft werden. Delivery Hero im DAX stiegen dagegen um 0,6 Prozent. Beim italienischen Modeunternehmen Brunello Cucinelli (+3,3%) lobten die Analysten von Jefferies die Zahlen als "solide". Cucinelli sei weitaus besser in der Lage, die Entwicklungen in China zu managen als andere, daher sei auch die Bewertung gerechtfertigt.

United States

Die US-Aktienmärkte haben am Freitag positiv darauf reagiert, dass US-Notenbankchef Jerome Powell ein nur vages Signal ausgesendet hat, wann die Notenbank mit dem Zurückfahren der Anleihekäufe (Tapering) beginnen könnte. Der Dow-Jones-Index schloss 0,7 Prozent höher mit 35.455 Punkten. S&P-500 und die Nasdaq-Indizes stiegen um bis zu 1,2 Prozent und markierten erneut Rekordhochs. Der S&P-500 schloss erstmals über 4.500 Punkten. Dem Dow fehlen dazu noch rund 180 Punkte oder ein halbes Prozent. Unter den Einzelwerten verbilligten sich Dell um 4,5 Prozent. Der Computerbauer gefiel zwar mit den Ergebnissen für das zweite Quartal, konnte allerdings die hohe Nachfrage nicht befriedigen. Hinzu kam, dass bei VMWare (-6,7%) das Wachstum des Cloud-Geschäfts enttäuschte. VMWare befindet sich derzeit noch mehrheitlich im Besitz von Dell. Ähnliche Probleme wie Dell hat der Druckerhersteller HP (-0,6%), dessen Kurs sich aber im Verlauf deutlich erholte. Wegen des knappen Chip-Angebots verfehlte der Umsatz im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen, während der Gewinn überzeugte.

Asia

Mit moderaten Aufschlägen zeigen sich die Börsen in Ostasien und Australien zu Wochenbeginn. In Tokio verbessert sich der Nikkei-225 um 0,4 Prozent, wobei der zum Dollar festere Yen etwas bremst. In Seoul geht es für den Kospi um 0,4 Prozent aufwärts. In Schanghai steigt der Composite-Index um 0,3 Prozent. In Hongkong kann sich der Hang-Seng-Index von anfänglichen Verlusten erholen und legt um 0,4 Prozent zu.

Bonds

Die Aussicht auf weiter niedrige Zinsen drückte auf die Renditen am US-Anleihemarkt. Die Zehnjahresrendite sank um 5 Basispunkte auf 1,31 Prozent.

Analysis

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