Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 23.08.2021
Morning news

Arm-Übernahme durch Nvidia wird von britischer Aufsicht geprüft

Topic of the day

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat wettbewerbsrechtliche Bedenken bei der 40 Milliarden Dollar teuren Übernahme des britischen Chipentwicklers Arm durch die Nvidia Corp von der Softbank. Es würden weitere Untersuchung eingeleitet, teilte die Behörde mit. Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass die Übernahme den Wettbewerb gefährden und die Innovation auf einer Reihe von Märkten ersticken könnte, was zu teureren oder qualitativ schlechteren Produkten führen würde.
Diee CMA erklärte, dass Nvidia Zugeständnisse angeboten habe, die jedoch ihre Bedenken nicht ausräumen würden. Am 19. April erklärte die britische Regierung, sie wolle, dass die CMA das Geschäft auch mit Blick auf die nationale Sicherheit untersucht. Ein Sprecher von Nvidia hatte zuvor erklärt, dass das Genehmigungsverfahren voraussichtlich 18 Monate nach der Unterzeichnung der Vereinbarung im September dauern würde.

Swiss stocks

Positive Vorgaben der US-Börsen haben am Freitag auch dem schweizerischen Aktienmarkt ins Plus geholfen. Der SMI gewann 0,1 Prozent auf 12.416 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursgewinner und fünf -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 29,56 (zuvor: 37,01) Millionen Aktien. Unter den Einzelwerten gewannen Partners Group 1,4 Prozent. Das Unternehmen verkauft seine Beteiligung an Straive, einem in Singapur ansässigen Spezialisten für Datenlösungen. Baustoffhersteller Sika (+1,0%) trennt sich derweil von seinem europäischen Geschäft für Industriebeschichtungen. Ein positiver Analystenkommentar verhalf Geberit zu einem Anstieg um 1,2 Prozent auf 761,40 Franken. Baader Helvea hat das Kursziel für die Aktie auf 795 von 680 Franken erhöht und die Einstufung "Add" bestätigt. Von den in den vergangenen Tagen heftig gebeutelten Luxusgüter-Aktien erholten sich nur Swatch (+0,8%), während Richemont (-0,3%) erneut nachgaben. Swatch dürften von einem Artikel auf Barrons.com beflügelt worden sein. Dort werden verschiedene Analysten zitiert, die von einer wieder steigenden Nachfrage nach hochpreisigen Uhren sprechen, von der Swatch mit seinen Marken Omega, Longines und Tissot besonders profitieren dürfte. Vor allem auf dem wichtigen Absatzmarkt China sei die Nachfrage gross. Erst am Donnerstag hatte die Nachricht, dass China den Reichtum umverteilen und wohlhabende Bürger stärker besteuern wolle, zu einem Abverkauf der Aktien von Swatch und Richemont geführt. Unter den Nebenwerten brachen U-Blox um 10,3 Prozent ein. Der Anbieter von Drahtlos- und Positionierungstechnologien hatte Halbjahrszahlen vorgelegt, die nicht gut ankamen. Negativ wurden auch die Zahlen von PSP Swiss Property (-0,8%) aufgenommen.

International markets

Europe

Europas Börsen haben am Freitag mit Gewinnen geschlossen. Der DAX gewann 0,3 Prozent auf 15.808, der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,6 Prozent auf 4.148. Die deutschen Erzeugerpreise sind im Juli regelrecht explodiert. Sie sprangen um 10,4 Prozent gegen Vorjahr. Das war der stärkste Anstieg seit 1975. Weiter unter Druck standen Auto-Aktien: Nach der gedrosselten Produktion bei Toyota wirkt sich der Chip-Mangel in der Autoindustrie nun auch auf die VW-Produktion in Wolfsburg aus. Auch bei BMW werde von Engpässen gesprochen, hier laufe die Produktion allerdings normal, hiess es aus dem Handel. VW verloren 1 Prozent und BMW 0,6 Prozent. Europaweit verlor der Sektor 0,5 Prozent. Für die Aktie von Marks & Spencer (M&S) ging es nach der Anhebung des Ausblicks um 14,1 Prozent nach oben. Der britische Einzelhändler erwartet nun einen bereinigten Vorsteuergewinn für das Geschäftsjahr 2022 oberhalb der Spanne von 300 bis 350 Millionen Pfund, was Jefferies als konservativ einstuft. Die Aktien der Container-Reederei Hapag-Lloyd fielen um 7,5 Prozent. Bewegung gab es weiter im M&A-Bereich: Das Bietergefecht um die britische Supermarktkette Morrison scheint entschieden. Kurz vor Ablauf der Frist hatte die US-Beteiligungsgesellschaft Clayton Dubilier & Rice (CD&R) am Vorabend das Gebot auf 285 Pence je Aktie erhöht. Das Morrison-Management hat das Angebot angenommen. Die Aktien stiegen in London um 4,2 Prozent auf 291 Pence. DAX-Gewinner waren Infineon mit plus 2,5 Prozent. Kunden des Halbleiterkonzerns müssen sich auf steigende Preise für Halbleiter einstellen.

United States

Nachlassende Tapering-Sorgen haben den US-Börsen am Freitag Auftrieb gegeben. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,6 Prozent. Der S&P-500 gewann 0,8 Prozent und der Nasdaq-Composite 1,2 Prozent. Für Applied Materials ging es nach Gewinnmitnahmen angesichts veröffentlichter Rekordzahlen im abgelaufenen Quartal um 1,5 Prozent nach unten. Allerdings war die Aktie des Ausrüsters der boomenden Chipindustrie im bisherigen Jahresverlauf fast 50 Prozent gestiegen. Applied Materials steigerte den Gewinn auf 1,72 (0,84) Milliarden Dollar und den Umsatz auf 6,2 (4,4) Milliarden Dollar und übertraf damit jeweils die Konsensschätzung. Ebenfalls nach dem Quartalsausweis sank der Kurs des Textileinzelhändlers Ross Stores um 2,7 Prozent. Ross steigerte den Gewinn im zweiten Quartal von 22 Millionen vor Jahresfrist auf 494 Millionen Dollar und übertraf damit auch wieder das Vor-Pandemie-Niveau von 413 Millionen. Ähnlich sah es beim Umsatz aus. Aus dem Einzelhandelssektor waren zuletzt Signale einer Verlangsamung des Wachstums gekommen. Ross rechnet für das dritte Quartal mit einem flächenbereinigten Plus von 5 bis 7 Prozent. Foot Locker sprangen nach Quartalszahlen um 7,4 Prozent nach oben. Die Sportartikelkette hatte die Erwartungen klar geschlagen. Landmaschinen-Produzent Deere hat die Prognosen ebenfalls übertroffen und die Ziele nach oben genommen. Während der Telefonkonferenz mit Analysten sprach Deere-Finanzchef Ryan Campbell jedoch von verschärften Lieferkettenproblemen, die sich bis ins nächste Jahr hinziehen könnten. Die Aktie sank um 2,1 Prozent.

Asia

Positive Vorzeichen dominieren zum Start in die neue Woche an den Börsen in Ostasien. In Tokio gewinnt der Nikkei-225-Index 1,8 Prozent. Der Composite-Index in Schanghai rückt um 1,0 Prozent vor. An der Börse in Hongkong geht es mit dem Hang-Seng-Index um 1,8 Prozent aufwärts.In Seoul verbessert sich der Kospi um 1,6 Prozent. Unter den Einzelwerten gewinnen in Seoul die Aktien von Hanjin Heavy Industries & Construction 14,6 Prozent.

Bonds

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe lag bei 1,259 % und damit unter den 1,246 % vom Donnerstagabend. Die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit belief sich auf -0,494%, gegenüber -0,487% am Donnerstagabend.

Analysis

Deutsche Bank senkt Antofagasta-Ziel auf 1.320 (1.350) p - Hold
Jefferies erhöht Adyen-Ziel auf 2.960 (2.560) EUR - Buy
Citi erhöht Ziel DSV Panalpina auf 1.800 (1.710) DKK - Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.