Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 20.08.2021
Morning news

Datenspezialist Inovalon wird im Rahmen eines 7,3-Milliarden-Dollar-Deals privatisiert

Topic of the day

An der Wall Street gab Inovalon Holdings (+8,3 %), ein auf Datenanalysen für den Gesundheitssektor spezialisiertes Unternehmen, am Donnerstag bekannt, dass es von einem Konsortium unter der Führung von Nordic Capital für einen Unternehmenswert von 7,3 Mrd. USD übernommen wurde. Gemäss den Bedingungen des Inovalon-Deals erhalten die Aktionäre des Unternehmens 41 Dollar in bar für jede Aktie, die sie besitzen, was einem Aufschlag von 10,2 Prozent auf den Aktienkurs von 37,22 Dollar vom Mittwoch entspricht. Zu dem von Nordic Capital geführten Konsortium gehören auch der CEO von Inovalon, Keith Dunleavy, Insight Partners, 22C Capital und andere Investoren. Inovalon wird nach der Transaktion, die voraussichtlich Ende 2021 oder Anfang 2022 abgeschlossen sein wird, von der Börse genommen. Keith Dunleavy bleibt ein bedeutender Anteilseigner des Unternehmens und wird es weiterhin leiten, so Inovalon.

Swiss stocks

Deutlich nach unten ist es am Donnerstag mit dem schweizerischen Aktienmarkt gegangen. Der SMI verlor 1,1 Prozent auf 12.404 Punkte. Von den 20 SMI-Werten verbuchten 18 Kursverluste. Die beiden Gewinner im Index waren Nestle, die behauptet schlossen, und die Alcon-Aktie, die mit einem Plus von 0,7 Prozent erneut von den guten Zahlen und dem ermutigenden Ausblick des Spezialisten für Augenheilkunde profitierte. Umgesetzt wurden 37 (zuvor: 26,93) Millionen Aktien. Mit Abstand die höchsten Kursverluste im SMI verbuchten die Aktien der Luxusgüterkonzerne Richemont (-6,7%) und Swatch (-6,6%). Nachdem China kürzlich einige Unternehmen, vor allem aus dem Technologiesektor, durch strengere regulatorische Massnahmen an die Kandare genommen hat, knöpft sich Peking nun die Superreichen des Landes vor. Die Regierung fordert eine Umverteilung des Reichtums, was Befürchtungen weckt, der Luxusgüterbranche könnten in der Folge die Umsätze wegbrechen. Chinesische Verbraucher hätten 2019, also im Jahr vor der Corona-Pandemie, 35 Prozent des Umsatzes der Branche getragen, heisst es dazu von der UBS. Geberit (-1,7%) hatte mit den Zahlen zum ersten Halbjahr die Erwartungen leicht übertroffen. Der Ausblick des Herstellers von Sanitärausstattung wurde im Handel jedoch als konservativ bezeichnet. Auch sei die Aktie seit Jahresbeginn gut gelaufen, so dass nun Gewinne mitgenommen würden.

International markets

Europe

Mit deutlichem Minus sind Europas Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Die Sorge vor einer Reduktion der Anleihekäufe (Tapering) in den USA bei gleichzeitiger Abschwächung der Wirtschaft belastete. Der DAX fiel um 1,3 Prozent auf 15.766 Punkte, zeigte sich damit aber am Abend gut erholt: Zwischenzeitlich hatte er über 2 Prozent verloren. Der Euro-Stoxx-50 gab um 1,5 Prozent auf 4.125 Punkte nach. Sorgen vor einem nachlassenden Wachstum setzte besonders die Minenbetreiber unter Druck. Der Sektor-Index fiel um 4,2 Prozent, was zudem durch eine Dividendenausschüttung bei Anglo American verstärkt wurden. Die Aktien fielen um 10 Prozent. Ausschüttungen werden in den Stoxx-Sektor-Indizes nicht automatisch reinvestiert, so wie es Anleger von den DAX-Performance-Indizes gewohnt sind. Gesenkte Kupfer-Produktionsziele brachten Antofagasta um 4,5 Prozent nach unten. Angesichts des stark gestiegenen Kupferpreises könnte dies nach Einschätzung der Citigroup Abwärtsrevisionen bei den Gewinnschätzungen auslösen. Selbst die Aktien der Luxusgüter-Hersteller litten unter China: Richemont, LVMH, Burberry und Dior brachen bis über 6 Prozent ein. Die UBS betont, dass 2019 die Konsumenten aus China noch 35 Prozent der Umsätze im Luxusgütersegment ausmachten, was wegen Covid im Jahr 2020 auf 28 Prozent zurückging. Deutsche Autoaktien standen auch weiter auf der Verkaufsliste. Hier hatte bereits am Vortag in China der Hersteller Geely von gekappten Absatzaussichten gesprochen. Nun sagte Toyota, dass sie im September ihre Produktion um 40 Prozent drosseln will. Die Delta-Ausbrüche in Asien würden die Lieferketten beschädigen, die bereits unter dem globalen Chip-Mangel leiden. Daimler und BWM verloren bis zu 3 Prozent und VW 1,9 Prozent. Andere konjunkturnahe Aktien mit Auto-Kunden wie BASF, Covestro und Infineon fielen deutlich. BASF traf es mit 3,7 Prozent Minus am stärksten. Adyen in den Niederlanden legten hingegen um 5,8 Prozent zu. Der ehemalige Wirecard-Konkurrent hat über den Erwartungen liegende Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Gegen den Markt stiegen auch Global Fashion Group um 2,6 Prozent. Die Zweitquartalszahlen des Fashion-Plattformbetreibers waren besser als erwartet. Bei SFC Energy ging es mit heftigen Gewinnmitnahmen über 6 Prozent nach unten. Die Aktien waren am Vortag 10 Prozent gestiegen. Die Halbjahreszahlen des Wasserstoff-Unternehmens lagen im Rahmen der Erwartungen.

United States

Mit kleinen Kursgewinnen ist die Wall Street am Donnerstag aus einer von Volatilität geprägten Sitzung gegangen. Die Anleger zogen zwar die absehbare Reduktion von Stimulusmassnahmen und die steigenden Covid-19-Infektionen ins Kalkül, gleichzeitig dürfte aber vielen bewusst geworden sein, dass es bis zur ersten Zinserhöhung der US-Notenbank noch dauern wird. Ausserdem hatten einige wichtige US-Unternehmen gute Geschäftszahlen vorgelegt und optimistische Ausblick gegeben, was Zweifel an der Ertragsentwicklung linderte. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent, belastet vor allem von Schwergewicht Boeing (-3,1%). Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite stiegen dagegen um jeweils 0,1 Prozent. Cisco (+3,8%) übertraf mit seinem Zahlenkranz für das vierte Quartal des Geschäftsjahres zwar die Erwartungen, der Ausblick überzeugte aber nicht in allen Punkten. Der Grafikchiphersteller Nvidia (+4,0%) hatte bei Gewinn und Umsatz besser als erwartet abgeschnitten und Rekordumsätze in den Geschäftsbereichen Videospiele und Datencenter gemeldet. Die Kurse der Chipkonkurrenten Intel (+0,5%) und AMD (+0,3%) hinkten hinterher. Die Aktien von Kreuzfahrtanbietern wurden verkauft, gedrückt von den wieder anziehenden Infektionszahlen der Corona-Pandemie. Carnival verloren 3,6 Prozent, Norwegian Cruise 3,5 Prozent und Royal Caribbean 0,9 Prozent. Einzelhandelsaktien verbuchten kräftige Gewinne, nachdem Amazon (-0,4x%) die Eröffnung kleinerer Warenhäuser angekündigt hatte. Macy's (+19,6%) erhielten dabei zusätzlich Rückenwind von den überzeugenden Geschäftszahlen der Kaufhauskette. Kohl's verbesserten sich um 7,3 Prozent.

Asia

Die ostasiatischen Aktienmärkte koppeln sich am Freitag erneut von der Wall-Street-Vorgabe ab und zeigen sich nach einem verhaltenen Start im Verlauf mit teils deutlichen Verlusten. Der HSI in Hongkong knickt um weitere 2,3 Prozent ein, weil erneut Technologieaktien in grossem Stil verkauft werden. In Schanghai geht es um 1,7 Prozent abwärts. Der Tokioter Nikkei-Index gibt um 0,7 Prozent nach auf 27.086 Punkte. In Seoul sinkt der Kospi um 0,7% auf 3.075,68 Zähler.

Bonds

US-Staatsanleihen sind als sicherer Hafen gefragt. Am Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Basispunkt auf 1,248 %. Die Rendite der deutschen Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit lag bei -0,487%, verglichen mit -0,480% am Mittwochabend.

Analysis

Goldman Sachs erhöht Lanxess auf Buy (Sell)/Ziel 72 (56) EUR
Citi erhöht Carlsberg-Ziel auf 1.280 (1.225) DKK - Buy
Deutsche Bank erhöht Alcon-Ziel auf 85 (74) CHF - Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.