Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 17.08.2021
Morning news

Bergbaukonzern BHP erwägt Verkauf des Erdöl-Geschäfts

Topic of the day

Der Bergbaukonzern BHP erwägt den Verkauf seiner Erdölsparte. Das Unternehmen verhandelt mit der Woodside Petroleum Ltd über eine entsprechende Transaktion. Analysten bewerten das Ölgeschäft von BHP mit mindestens 15 Milliarden US-Dollar. BHP prüfe eigenen Angaben zufolge auch andere Optionen für die Sparte im Rahmen einer strategischen Überprüfung. Woodside Petroleum kommt auf eine Börsenbewertung von rund 15,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen bestätigte seinerseits, aktuell in Verhandlungen mit BHP zu sein. Bei einer Veräusserung würde die BHP Group Ltd ihr Engagement im Geschäft mit fossilen Brennstoffen verringern. Immer mehr Investoren fordern Rohstoffunternehmen auf, ihre Emissionen zu senken. Bei einem Verkauf des Erdölgeschäfts würde sich BHP auf den Abbau von Rohstoffen wie Eisenerz, metallurgische Kohle, Kupfer, Nickel und möglicherweise Kali konzentrieren, sofern ein grosses kanadisches Projekt durchgeführt wird. Von diesen Rohstoffen hat Eisenerz den grössten Anteil an den Gewinnen von BHP. Sollte auch das Kohlegeschäft mit verkauft werden, wäre dies sehr positiv unter ESG-Gesichtspunkten, hiess es dazu von Jefferies. BHP-Aktien gaben in London dennoch um 1,8 Prozent nach - hier belastete die allgemeine Rohstoffschwäche.

Swiss stocks

Etwas leichter ist der schweizerische Aktienmarkt am Montag aus dem Handel gegangen. Nachdem die Kurse - auch dank überzeugender Quartalsausweise heimischer Unternehmen - zuletzt von Rekord zu Rekord gestiegen waren, nahmen Anleger Gewinne mit. Der SMI verlor 0,4 Prozent auf 12.419 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 16 Kursverlierer und vier -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 25,71 (zuvor: 18,89) Millionen Aktien. Die Liste der Verlierer wurde von Richemont (-2,8%) und Swatch (-2,1%) angeführt. Die beiden Luxusgüterhersteller hängen stark vom Chinageschäft ab, weshalb hier - neben der Aussicht auf weitere pandemiebedingte Einschränkungen - die am Montag vermeldeten schwachen chinesischen Einzelhandelsumsätze belastet haben dürften. Auch die chinesische Industrieproduktion und der Empire State Manufacturing Index in den USA verfehlten die Erwartungen. Unter den Konjunkturzyklikern fielen Holcim um 1,6 Prozent und Sika um 1,0 Prozent. Erneut gesunkene Anleiherenditen drückten die Kurse der Banken Credit Suisse und UBS um 1,2 und 1,1 Prozent. Besser als der Markt hielt sich das als defensiv geltende Indexschwergewicht Nestle (+0,1%). Auch die Pharmawerte trotzten mehr oder weniger der negativen Tendenz. Während Novartis um 0,1 Prozent nachgaben, verbuchten Roche ein Plus von 0,1 Prozent. Der Kurs des Arzneimittelauftragsfertigers Lonza stieg um 0,6 Prozent. Das Unternehmen stellt für den US-Pharmakonzern Moderna den Wirkstoff für dessen Corona-Schutzimpfung her.

International markets

Europe

Europas Börsen sind mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Belastend wirkten Wirtschaftsdaten aus China. Dort lagen die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion für den Juli unter der Prognose. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 15.926 Punkte, am Freitag hatte der Index mit 16.030 Stellen noch ein neues Allzeithoch markiert. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 0,6 Prozent auf 4.202 Punkte. Einzelunternehmen standen im Blick mit ihren Afghanistan-Plänen. "Sollten die Taliban die Macht im Land beziehungsweise in weiten Teilen des Landes übernehmen, werden wir unsere Präsenz und unsere Aktivitäten vor Ort hinterfragen müssen", sagte ein Sprecher von Siemens Energy dem Handelsblatt. Deren Aktien gaben um 1,3 Prozent nach. Curevac reagierten auf Xetra mit Aufschlägen von 1,5 Prozent auf die Veröffentlichung einer präklinischen Studie zum mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffkandidat der zweiten Generation, CV2CoV, des Biotechunternehmens. Die Studie belege eine stark verbesserte Immunantwort im Vergleich zum Impfstoff der ersten Generation. Die Veröffentlichung der Phase-III-Ergebnisse des ersten Impfstoffs, CVnCoV, war wegen der geringen Wirksamkeit mit Enttäuschung aufgenommen worden und hatte eine scharfe Korrektur in der Aktie ausgelöst. Lufthansa zählten mit 3,6 Prozent minus zu den schwächeren Aktien: Grund waren Aussagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds, in den kommenden Wochen bis zu 5 Prozent am Unternehmen zu verkaufen. Der Fonds hält rund 20 Prozent an der Airline. Im Blick stand auch die Übernahme von Hella, die wie erwartet nach Frankreich verkauft wird. Faurecia bietet 60 Euro je Anteilsschein. Nach einem Schluss am Freitag bei 63,18 Euro fiel die Hella-Aktie um 3,4 Prozent auf 61,04 Euro zurück. Für Faurecia (+12%) bedeutet dies einen wichtigen Schritt in Richtung der Grossen der Branche. Varta befanden sich weiter im Tiefenrausch und schlossen mit Abgaben von 7,9 Prozent.

United States

Politische Unwägbarkeiten und Konjunkturskepsis haben die US-Börsen am Montag nur bedingt belastet. Nach anfangs deutlicheren Verlusten machten die Kurse Boden gut. Die Standardwerte drehten ins Plus. Dow-Jones-Index und S&P-500 schafften sogar neue Rekordhochs. Der Dow schloss 0,3 Prozent höher. Der S&P-500 gewann ebenfalls 0,3 Prozent. Der Nasdaq-Composite sank jedoch um 0,2 Prozent. Dabei wurden 1.165 (Freitag: 1.568) Kursgewinner gesehen, denen 2.165 (1.721) -verlierer gegenüber standen. Unverändert schlossen 119 (171) Titel. Die Aktien von AgeX Therapeutics büssten nach der Vorlage des Geschäftsausweises 12,2 Prozent ein. Compass Minerals notierten nach Zahlenvorlage 1,0 Prozent niedriger. Das Papier des Gesundheitsdienstleisters Bright Health verbesserte sich um 17,7 Prozent, nachdem über eine Mitteilung an die Börsenaufsicht bekannt geworden war, dass der Unternehmenschef und frühere GE-CEO Jeff Immelt jüngst nach der Vorlage des Zweitquartalsberichts für rund 1 Million Dollar Aktien von Bright Health erworben hat.
Tesla verbilligten sich um 4,3 Prozent. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde untersucht das Autopilot-System von schätzungsweise 765.000 Tesla-Fahrzeugen, nachdem es zu mehreren Zusammenstössen mit Rettungsfahrzeugen gekommen ist.

Asia

Auf breiter Front abwärts geht es am Dienstag an den Börsen in Ostasien. Am besten schlägt sich der Tokioter Aktienmarkt, der Nikkei-Index zeigt sich mit 27.541 Punkten kaum verändert, hatte zwischenzeitlich aber auch schon gut ein halbes Prozent im Plus gelegen. In Seoul verliert der Kospi nach der montäglichen Feiertagspause rund 1 Prozent. An den chinesischen Aktienmärkten fallen die Einbussen etwas geringer aus. In Hongkong sind es wieder die Technologieschwergewichte Tencent, Meituan und Alibaba mit Rücksetzern bis 3,7 Prozent, die den Index mit nach unten ziehen.

Bonds

Die Kurse langlaufender US-Staatsanleihen stiegen am Montag und zogen die Renditen nach unten, da eine Reihe schwächer als erwartet ausgefallener Daten aus China und Schlagzeilen über die Machtergreifung der Taliban in Afghanistan den Appetit der Anleger auf risikoreichere Anlagen dämpften. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sank um 2 Basispunkte auf 1,271%.

Analysis

Berenberg erhöht Medios-Ziel auf 47 (46) EUR - Buy
Barclays hebt Hellofresh-Ziel auf 100 (92) EUR - Händler
Jefferies erhöht Ziel Swiss Re auf 92 (90) CHF - Hold

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.