Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 16.08.2021
Morning news

Faurecia übernimmt Hella-Mehrheit

Topic of the day

Der Licht- und Elektronikspezialist Hella und der französische Automobilzulieferer Faurecia haben eine Vereinbarung über den Zusammenschluss beider Unternehmen unterzeichnet. In dem Zuge übernimmt Faurecia das 60-Prozent-Aktienpaket der Hella-Poolaktionäre zum Preis von 60 Euro je Aktie. Faurecia erwirbt den Anteil per Barzahlung von 3,4 Milliarden Euro sowie der Ausgabe von bis zu 13.571.428 neuen Faurecia-Aktien. Die Transaktion bewertet Hella mit rund 6,7 Milliarden Euro. Zudem hat Faurecia ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb der weiteren Hella-Aktien zum Angebotspreis von 60 Euro angekündigt. Der Bruttoangebotspreis - inklusive der erwarteten Dividende in Höhe von 0,96 Euro - je Hella-Aktie liegt bei 60,96 Euro. Dies entspricht einer Prämie von 33 Prozent auf den letzten unbeeinflussten Aktienkurs in Höhe von 45,80 Euro und von 24 Prozent auf den letzten unbeeinflussten 3-Monats-Durchschnittskurs in Höhe von 49,10 Euro. Hella und Faurecia werden durch den Zusammenschluss ihrer Aktivitäten zum siebtgrössten Automobilzulieferer weltweit aufsteigen.

Swiss stocks

Auch zum Wochenausklang hat sich die Rekordjagd an der schweizerischen Börse fortgesetzt. Der SMI markierte den fünften Tag in Folge ein neues Allzeithoch - dieses liegt nun bei 12.479 Punkten. Für die abgelaufene Woche steht ein Plus von rund 2 Prozent zu Buche. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 12.464 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursgewinner und sieben -verlierer gegenüber, unverändert schloss eine Aktie. Umgesetzt wurden 18,89 (zuvor: 22,8) Millionen Aktien. Die Gewinnerliste im SMI wurde von Nestle angeführt, die um 0,8 Prozent vorrückten. Auch die Versicherer Swiss Life, Swiss Re und Zurich Insurance zeigten sich mit einem Plus von bis zu 0,8 Prozent. Nach den besser als erwartet ausgefallenen Ergebnissen am Vortag profitierte die Aktie von Zurich Insurance von diversen positiven Analystenkommentaren. Die Papiere von Roche und Novartis gewannen jeweils 0,3 Prozent.

International markets

Europe

Am Freitag, dem 13. August 2021 war es endlich so weit: Das deutsche Aktienbarometer DAX stieg am Vormittag erstmals über die runde Marke von 16.000 Punkten. Am Nachmittag bröckelten die Kurse etwas und der DAX schloss 0,3 Prozent höher bei 15.977, das Tageshoch lag bei 16.030 Zählern. Der Euro-Stoxx-50 ging 0,1 Prozent höher bei 4.230 Punkten aus dem Handel, hier ist das Hoch aus dem Jahr 2000 mit 5.464 Zählern noch weit entfernt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Telekomwerte während der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende die Performance des europäischen Index stark beeinflusst haben. Breiter diversifiziert ist dagegen der Stoxx-600, der ebenfalls auf Rekordhoch notiert. In Paris stiegen der CAC 40 und der SBF 120 am Freitag um jeweils 0,2%, während der FTSE 100 in London um 0,4% zulegte. Derweil dreht sich das M&A-Karussell weiter. Zooplus-Aktien haussierten mit Aufschlägen von 41 Prozent auf 392,60 Euro. Zorro Bidco hat den Zooplus-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 390 Euro für alle Aktien der Gesellschaft unterbreitet. Hinter Zorro Bidco steht die US-Beteiligungsgesellschaft Hellman & Friedman. Varta-Aktien brachen dagegen nach Geschäftszahlen um 10,5 Prozent ein. Für Knorr-Bremse ging es nach Zahlenausweis um 0,1 Prozent nach oben. Adidas gewannen 2,3 Prozent. Der Sportartikelhersteller hatte am Vortag im späten Handel mitgeteilt, die Tochter Reebok für bis zu 2,1 Milliarden Euro verkauft zu haben.

United States

Trotz einer Fortsetzung der Rekordjagd haben sich die Indizes an der Wall Street zum Wochenausklang kaum bewegt. Dow-Jones-Index und S&P-500 erreichten gleich nach der Startglocke neue Allzeithochs, doch ein überraschender Rückgang der Verbraucherstimmung in den USA im August drückte auf die Stimmung. Die zuletzt kontinuierlich gestiegenen Kurse schrieben Marktbeobachter vor allem der überraschend guten Bilanzsaison zu. Diese stelle ein Gegengewicht dar zu der kräftig erhöhten Inflation, die Zinsängste auslöste, aber auch zu den weltweit steigenden Corona-Infektionszahlen, die die Konjunktur wieder belasten könnten. Der Dow-Jones-Index gewann 16 Punkte auf 35.515 Punkte. Der S&P-500 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 4.468 Punkte. Der Nasdaq-Composite stieg um sieben Punkte auf 14.823 Punkte. Dabei standen den 1.510 (Donnerstag: 1.511) Kursgewinnern 1.798 (1.764) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 138 (165) Titel. Mit Disney (+1,0%) hat ein weiteres bedeutendes US-Unternehmen überzeugende Quartalszahlen vorgelegt. Der Unterhaltungskonzern ist in seinem dritten Geschäftsquartal in die Gewinnzone zurückgekehrt, nachdem im Vorjahreszeitraum ein hoher Verlust entstanden war. Für die Aktie von Airbnb ging es nach anfänglichen Verlusten um 1,1 Prozent nach oben. So konnte im zweiten Quartal der Ferienwohnungsvermittler den Umsatz fast vervierfachen und das Vorkrisenniveau übertreffen. Die Boeing-Titel verloren 1,6 Prozent. Das Unternehmen hat angekündigt, die Weltraumkapsel Starliner für eine "tiefergehende Fehlerbehebung" in ein Werk zurückzuschicken. Die Entscheidung, die Kapsel von der Rakete zu trennen, die sie ins All befördern sollte, wird den Start voraussichtlich um mehrere Monate hinausschieben. Die Aktien von Pfizer (+2,6%) und Biontech (+0,9%) waren weiter gesucht, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA Auffrischimpfungen mit den Covid-19-Vakzinen der Pharmakonzerne für Menschen mit geschwächtem Immunsystem empfohlen hat.

Asia

Die Minuszeichen bei den Aktienindizes in Ostasien überwiegen zum Wochenstart. Ausreisser nach unten ist dabei Tokio mit einem Abschlag des Nikkei-Index von 1,8 Prozent auf 27.475 Punkte. Positive Ausnahme stellt Schanghai dar, wo es für das Marktbarometer um 0,4 Prozent nach oben geht. Nach Vorlage der Geschäftszahlen brechen Nippon Express um 13,3 Prozent ein, während Fujifilm um 8,0 Prozent kräftig zulegen. Auch bei Citizen Watch kommen die Zahlen gut an (+9,4). In Hongkong bremsen laut Teilnehmern weiter die Sorgen um die Corona-Pandemie, vor allem aber auch um mögliche weitere regulatorische Eingriffe Pekings. Dass die Prognose für das für das BIP-Wachstum 2021 am Freitag von 3,5 bis 5,5 auf 5,5 bis 6,5 Prozent erhöht wurde, geht darüber unter.

Bonds

Am Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen auf 1,293 %. Damit gaben die Renditen einen Teil ihrer Wochengewinne wieder ab. Der Markt für Staatsanleihen schwankte in letzter Zeit, da sich die Anleger mit Risiken wie der Delta-Variante und Sorgen über das globale Wachstum auseinandersetzten. Am Freitag zeigten neue Daten, dass das Verbrauchervertrauen in den USA Anfang August gesunken ist.

Analysis

Baader senkt Zooplus auf Sell (Buy) - Ziel 390 (320) EUR
LBBW heben KSB-Ziel auf 397 (317) EUR - Halten
Independent Research senkt Henkel-Ziel auf 93 (97) EUR - Halten

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