Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 09.08.2021
Morning news

Chinesische Kartellehörde verdonnert Meituan zu Milliardenstrafe

Topic of the day

Die chinesische Kartellbehörde will den Essenslieferanten Meituan offenbar zu einer Geldstrafe von rund 1 Milliarde US-Dollar verdonnern. Wie es heisst, soll Meituan seine marktbeherrschende Stellung zum Nachteil von Händlern und Konkurrenten missbraucht zu haben. Die Strafe könnte in den kommenden Wochen verhängt werden. Meituan wäre dann gezwungen, seine Geschäfte umzugestalten. Zudem müsse Meituan die Geschäftspraxis, die in China "er xuan yi" oder "wähle eine von beiden" heisst, aufgeben. Nach diesem Gebaren sind Händler gezwungen, sich für einen Anbieter zu entscheiden. Entweder verkauft man seine Produkte nur bei diesem Anbieter, oder aber man ist raus bei diesem Anbieter. Meituan, mit einer Marktkapitalisierung von etwa 170 Milliarden Dollar, hat Milliarden von Dollar von globalen Investoren erhalten und ist Chinas drittwertvollstes börsennotiertes Internetunternehmen nach Tencent Holdings Ltd und Alibaba Group Holding Ltd.

Swiss stocks

Verluste hat der Schweizer Aktienmarkt am Freitag verzeichnet. Thema des Tages war der Arbeitsmarktbericht aus den USA, der eine massive Erholung signalisierte. Dieses konjunkturell positive Signal übersetzt sich indes in die Gefahr einer baldigen geldpolitischen Straffung. Daher gab der SMI im Gefolge der Daten noch etwas ab. Im frühen Geschäft erwies sich das Allzeithoch als unüberwindbare Hürde, denn exakt auf diesem Niveau drehte der Leitindex nach unten ab. Der SMI verlor 0,2 Prozent auf 12.176 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 11 Kursverlierer und 9 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 29,82 (zuvor: 25,73) Millionen Aktien. Der Gesamtmarkt wurde vom Schwergewicht Roche (-1,4%) gebremst. Nahe dem Rekordhoch nahmen Anleger die jüngst aufgelaufenen Gewinne mit; die Aktie hat im aktuellen Jahr um rund 5 Prozentpunkte stärker abgeschnitten als der Leitindex. Die anderen beiden Schwergewichte Novartis und Nestle blieben unauffällig. Noch schwächer als Roche tendierten Swisscom und Lonza mit bis zu 1,6 Prozent Minus. Die Luxusgüterwerte zeigten sich im Aufwind. Swatch verteuerten sich um 1,9 Prozent und Richemont um 0,5 Prozent.

International markets

Europe

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hat die europäischen Börsen am Freitag nur mässig nach oben bewegt. Der DAX stieg um 0,1 Prozent auf 15.761 Punkte, zum Allzeithoch fehlten temporär nur zwei Punkte. Der Euro-Stoxx-50 stieg auf den höchsten Stand seit Januar 2008 und zog um 0,3 Prozent auf 4.175 Zähler an. Allianz gewannen 2,5 Prozent. Nach Angaben aus dem Handel waren die Zweitquartalszahlen besser als erwartet ausgefallen. In der Folge hat der Konzern die Prognosespanne für das Gesamtjahr leicht angehoben. Positiv dürfte am Markt auch die Ankündigung eines 750 Millionen Euro schweren Aktienrückkaufprogramms aufgenommen worden sein. Anleger seien aber sehr vorsichtig bei dem Thema US-Klagen. Wichtig sei, dass der Konzern eine Grössenordnung des möglichen finanziellen Risikos benenne, um dieses greifbarer zu machen, hiess es. In der Telefonkonferenz konnte der Konzern dazu aber weiter keine Angaben machen. Hinter Allianz stellten Bayer den zweitgrössten DAX-Gewinner, die sich nach dem Kurseinbruch des Vortages nun um 2,1 Prozent erholten. BMW stiegen um 1,1 Prozent und Deutsche Bank um 1,4 Prozent. Dagegen fielen Merck KGaA nach der jüngsten Rally nun um 4,3 Prozent zurück. Siemens gaben um 0,8 Prozent nach, auch sie waren am Vortag nach Geschäftszahlen stark gestiegen. Pirelli (+7,2%) hat bessere Zweitquartalszahlen vorgelegt. Sowohl die Erwartungen an das EBIT wie auch an den Umsatz wurden klar geschlagen. Daneben hat der Reifenhersteller die Prognose für das laufende Jahr angehoben.

United States

Die Wall Street hat am Freitag mit kleinen Gewinnen neue Hochs erklommen. Ein besser als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht stützte etwas und sorgte für neue Rekorde beim Dow-Jones und beim S&P-500. Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent höher bei 35.209 Punkte, der S&P-500 stieg um 0,2 Prozent. Der Nasdaq-Composite verlor dagegen 0,4 Prozent. Dabei gab es insgesamt 1.922 (Donnerstag: 2.169) Kursgewinner und 1.398 (1.175) -verlierer. Unverändert schlossen 125 (130) Titel. Denn die Lage am US-Arbeitsmarkt ist im Juli besser als erwartet gewesen – der Stellenaufbau fiel kräftiger als prognostiziert aus, zudem fielen der Rückgang der Arbeitslosigkeit und der Anstieg der Stundenlöhne unerwartet deutlich aus. Neben den Arbeitsmarktdaten mussten Anleger zudem weitere Geschäftszahlen verarbeiten: So berichtete der Impfstoffhersteller Novavax über den Verlauf des zweiten Quartals. Die Zahlen traten jedoch in den Hintergrund, weil das Unternehmen den Zulassungsantrag für seine Covid-19-Impfung bei der zuständigen US-Behörde FDA in das vierte Quartal verschiebt. Novavax brachen um 19,6 Prozent ein. Zynga stürzten um gut 18 Prozent ab. Der Anbieter von Online-Spielen hatte zu den Nutzniessern der Pandemie gehört und bekam im zweiten Quartal die Aufhebung der Lockdown-Massnahmen zu spüren. Zynga sah sich deshalb gezwungen, ihre Buchungsprognose, einen wichtigen Indikator für den Umsatz, zu senken.

Asia

Leichte Gewinne verbuchen die Börsen in Ostasien und Australien am Montag. In Japan findet wegen des Ausgleichstags für den "Tag des Berges" kein Handel statt. In Schanghai haben sich die Aktien von ihren Startverlusten erholt, der Shanghai-Composite steigt um 0,9 Prozent. Inflationsdaten zeigten eine etwas höhere Teuerung als erwartet. Bohai Securities rechnet in den kommenden Wochen weiterhin mit einem seitwärts tendierenden Handelsmuster. Die Ergebnisse der Unternehmen im zweiten Quartal dürften den Experten zufolge auseinandergehen: Konsumunternehmen dürften wegen Covid-19 unter Druck stehen, während die Rohstoffbranche starkes Wachstum vorweisen dürfte.

Bonds

Mit den guten Daten gerieten die Notierungen am US-Rentenmarkt zum Wochenschluss unter Druck – die Renditen am langen Ende des Marktes zogen deutlich an. Die Daten sprächen für eine baldige Straffungen der US-Geldpolitik, hiess es.

Analysis

Citi erhöht Siemens-Ziel auf 184 (168) EUR – Buy
JP Morgan erhöht Merck-Ziel auf 220 (165) EUR – Overweight
UBS erhöht Ziel Delivery Hero auf 151 (147) EUR – Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.