Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 02.08.2021
Morning news

Vonovia startet neuen Übernahmeversuch für Deutsche Wohnen

Topic of the day

Der deutsche Immobilienkonzern Vonovia plant zeitnah einen weiteren Versuch für eine Übernahme des Berliner Konkurrenten Deutsche Wohnen. Wie die Vonovia SE am Sonntagabend mitteilte, will sie 53 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie bieten - 1 Euro mehr als bei dem vor einer Woche gescheiterten Angebot. Vonovia und Deutsche Wohnen hätten am Wochenende das vorherige Business Combination Agreement für einen Zusammenschluss erneuert, da beide Konzerne ein Zusammengehen trotz des jüngst gescheiterten Übernahmeangebots "weiterhin strategisch und gesellschaftspolitisch für sinnvoll" halten, wie die Unternehmen mitteilten. Beide Unternehmen hätten aus den jüngst geführten Aktionärsgesprächen "den Eindruck gewonnen, dass diese strategische Logik gesehen wird. Zudem haben viele Aktionäre bedauert, dass die Transaktion nicht erfolgreich war. Wir möchten ihnen die Chance nicht vorenthalten, dem Zusammenschluss zu verbesserten Konditionen zuzustimmen".

Swiss stocks

Der schweizerische Aktienmarkt hat den Handel am Freitag mit leichten Kursgewinnen beendet. Im Fokus stand erneut die laufende Berichtssaison. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 12.117 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursverlierer und acht -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 36,61 (zuvor: 40,09) Millionen Aktien. Gestützt wurde der SMI vom Index-Schwergewicht Nestle (+1,0%). Der Lebensmittelkonzern hatte am Donnerstag Zahlen für die erste Jahreshälfte vorgelegt und über einen gesteigerten Gewinn berichtet. Zudem wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Auch die beiden Pharmariesen Novartis und Roche waren gefragt. Die Titel rückten um 0,4 bzw. 0,8 Prozent nach oben. Tagessieger waren Lonza mit Aufschlägen von 1,8 Prozent. Die Swiss Re AG hat in der ersten Jahreshälfte wieder einen Gewinn erwirtschaftet und erwartet, dass die Verluste im Zusammenhang mit dem Coronavirus dank Impfkampagnen in den kommenden Quartalen abnehmen werden. Die Aktie gab dennoch deutlich um 3,2 Prozent nach. Anleger dürften hier aufgelaufene Gewinne mitgenommen haben. Auch andere Werte aus dem Sektor hatten etwas das Nachsehen. So gaben Zurich Insurance 0,4 Prozent nach und Swiss Life 0,3 Prozent.

International markets

Europe

Europas Börsen sind am Freitag mit Verlusten ins Wochenende gegangen. Schwache Geschäftszahlen von Amazon sowie die Unsicherheit über die regulatorischen Eingriffe in China drückten auf die Stimmung. Derweil ging die Berichtssaison weiter, die aus Anlegersicht erfreulich verläuft. "Die Unternehmen befinden sich weiter auf Erholungskurs", sagte Commerzbank-Analyst Markus Wallner. Der DAX verlor 0,6 Prozent auf 15.544 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,7 Prozent auf 4.089 Punkte. Linde hob nach Zahlenvorlage den Ausblick an. Die Aktie schloss 2,5 Prozent fester. Die Zahlen seien besser als erwartet ausgefallen, was Umsatz und bereinigtes EBITDA betrifft, hiess es im Handel. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 10,10 bis 10,30 Dollar je Aktie, hier liege der Konsens mit 10,01 Dollar darunter. RWE stiegen um 0,2 Prozent. Das Unternehmen erwartet nun ein bereinigtes EBITDA von 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro nach bisher 2,65 bis 3,05 Milliarden. Auch Hapag-Lloyd (+3,7%) hob die Jahresziele an. Vor dem Hintergrund einer ungebrochenen weltweiten Nachfrage nach Containertransporten und andauernder Störungen der Lieferketten, die zu einer Verknappung der verfügbaren Transportkapazitäten führen, geht das Unternehmen von einer weiterhin sehr starken Ertragsdynamik aus.

United States

Die US-Börsen haben zum Ende der Handelswoche Abschläge verzeichnet. Die Anleger tendierten am letzten Handelstag eines erfolgreichen Börsenmonats mit immer neuen Rekordständen dazu, Gewinne mitzunehmen. Zumal sie etwas besorgt sind, dass durch die zuletzt wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen, die Erholung der Wirtschaft ins Stocken geraten könnte. Für Bewegung an den Börsen sorgte zudem die Berichtssaison. Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent tiefer bei 34.936 Punkte, der S&P-500 gab 0,5 Prozent nach. Der Nasdaq-Composite verlor 0,7 Prozent. Hier belastete auch ein deutliches Minus der Amazon-Aktie. Dabei gab es insgesamt 1.290 (Donnerstag: 2.266) Kursgewinner und 2.021 (1.042) -verlierer. Unverändert schlossen 121 (151) Titel. Veröffentlichte Konjunkturdaten hatten Licht und Schatten zu bieten. Daten zu den persönlichen Einkommen zeigten, dass die Ausgaben im Juni etwas stärker gestiegen sind als erwartet. Und die Einkommen haben wider Erwarten leicht zugelegt. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juli indessen abgeschwächt. Amazon (-7,6%) steigerte den Umsatz nicht so stark wie erwartet und gab eine enttäuschende Gewinnprognose für das laufende Jahr ab. Die Zahlen von T-Mobile US (-0,4%) wurden am Markt als gut bezeichnet, was Anleger aber offenbar zu Gewinnmitnahmen nutzten. Der Kurs von Capri Holdings sprang um 12,5 Prozent aufwärts, nachdem die Muttergesellschaft der Luxus-Marken Michael Kors, Versace und Jimmy Choo überraschend starke Zahlen vorgelegt und den Ausblick erhöht hatte. Geschäftszahlen hatten auch die beiden Ölkonzerne Chevron (-0,8) und Exxon Mobil (-2,3%), der Baumaschinenhersteller Caterpillar (-2,7%), der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (+2,0%) sowie der Pharmahersteller Abbvie (-2,2%) vorgelegt. Diese haben zwar fast durchweg überzeugt, doch nahmen Anleger auch hier in vielen Fällen Gewinne mit.

Asia

Am ersten Handelstag im August überwiegen an den Börsen in Ostasien und Australien die positiven Vorzeichen. Beobachter sprechen von einer Gegenbewegung, nachdem es am Freitag an den Handelsplätzen der Region kräftig nach unten gegangen war. In Tokio geht es mit dem Nikkei-225-Index um 1,9 Prozent auf 27.805 Punkte nach oben.

Bonds

Die Sorge vor einer holprigeren Wirtschaftserholung liess US-Anleger zu Staatsanleihen greifen. Steigende Notierungen drückten die US-Zehnjahresrendite zum Wochenschluss am Freitag um 3,8 Basispunkte auf 1,23 Prozent.

Analysis

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