Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 18.06.2021
Morning news

Ford stellt Gewinnsprung für zweites Quartal in Aussicht

Topic of the day

Der US-Autohersteller Ford rechnet angesichts einer starken Nachfrage nach neuen Automodellen mit einem Gewinnsprung im noch laufenden zweiten Quartal. Das EBIT werde laut Mitteilung besser ausfallen als Ford erwartet habe und signifikant über dem des Vorjahreszeitraums ausfallen. Die Bestellungen, etwa für den SUV Bronco, den elektrischen F-150-Pickup oder das vollelektrische Nutzfahrzeug E-Transit, seien stark, hiess es im Vorfeld einer Investorenkonferenz. "Die Verbesserung im Automobilbereich wird durch niedriger als erwartete Kosten und ein günstiges Marktumfeld angetrieben", sagte Ford-CEO Jim Farley in einer Erklärung. Die Produktionsprobleme angesichts der Engpässe bei bestimmten Halbleitern hielten aber an. Der Nettogewinn für das Quartal werde voraussichtlich "deutlich niedriger" ausfallen als vor einem Jahr. Damals hatte der US-Konzern einen Sonderertrag über 3,5 Milliarden Dollar infolge Investments in das eigene US-Robotaxi-Startup Argo AI erzielt.

Swiss stocks

Mit neuen Rekordständen hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Donnerstag beendet. Dabei kletterte der SMI erstmals über die Marke von 12.000 Punkten. Unter anderem die Finanzwerte schoben den Index nach den falkenhaften Aussagen der US-Notenbank vom Vorabend an. Diese hatte eine früher als erwartete Zinswende signalisiert. Für die Aktien von CS Group, UBS und Zurich Insurance ging es zwischen 0,3 und 0,7 Prozent nach oben. Auch in Europa waren die Finanzwerte gesucht. Der SMI verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 12.011 Punkte. Das neue Rekordhoch liegt bei 12.018 Punkten. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 11 Kursgewinner und 9 -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 46,27 (zuvor: 38,5) Millionen Aktien. Im Fokus standen die Entscheidungen der US-Notenbank und der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die SNB hat ihre Geldpolitik wie erwartet bestätigt und zugleich ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum deutlich sowie die Inflationsprognosen leicht angehoben. Die Notenbank bezeichnete den Franken als "überbewertet" und teilte mit, dass sie bereit sei, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. "Für die SNB gibt es derzeit keinen Anlass zur Änderung ihrer extrem expansiven Geldpolitik. Zwar steigen die Preise auch in der Schweiz, die Inflation ist aber nach wie vor niedrig.

International markets

Europe

Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Donnerstag nach einem vergleichsweise ruhigen Handel etwas höher. Der DAX schloss 0,1 Prozent höher bei 15.728 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legte ebenfalls 0,1 Prozent auf 4.158 Punkte zu. Die Aktie von Curevac brach massiv ein, für sie ging es um rund 44 Prozent nach unten. Die Tübinger Pharmafirma hat in den Bemühungen um die Markteinführung ihres Corona-Impfstoffs einen herben Rückschlag einstecken müssen. Das Mittel wies in vorläufigen Auswertungen nur eine relativ geringe Wirksamkeit auf. Die Zwischenanalyse einer internationalen Studie ergab demnach "eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades". Damit habe das Vakzin nicht die "vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien" erfüllt, erklärte Curevac. Mit der Aktie von Wacker Chemie ging es um 5,4 Prozent nach unten. Das Unternehmen ist ein Produktionspartner, am Standort Amsterdam sollte das Medikament hergestellt werden. Bayer (plus 0,4%) wird seine Unterstützung für Curevac auch nach dem schwachen Zwischenergebnis zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffs der Tübinger Biotechfirma fortsetzen. Eine Bayer-Sprecherin sagte auf Nachfrage, der Support gehe weiter, die finalen Ergebnisse der zulassungsrelevanten Studie stünden noch aus.

United States

Mit einer uneinheitlichen Tendenz hat sich am Donnerstag die Wall Street gezeigt. Die Aussicht auf bald wieder steigende Zinsen in den USA dämpfte erneut die Kauflaune. Eine Ausnahme bildeten die Technologiewerte, die deutliche Gewinne verzeichneten. "Es sieht so aus, als gehen die Anleger davon aus, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten weiter stark erholen wird", so Analyst Fawad Razaqzada von ThinkMarkets. Zu den Hauptverlierern zählten Finanzwerte und Konjunkturzykliker. Nachdem am Vortag die Finanzwerte noch von den steigenden Renditen am Anleihemarkt profitiert hatten, gaben sie nun mit den fallenden Renditen wieder nach. Der Finanzsektor fiel im S&P-500 um 2,9 Prozent, der Bankensektor rutschte sogar um 4,3 Prozent ab. Der Energie-Sektor gab mit den nachgebenden Ölpreisen 3,5 Prozent ab. Bei den Konjunkturzyklikern verloren Caterpillar 3,5 Prozent. Der Dow-Jones-Index verlor 0,6 Prozent auf 33.823 Punkte. Der S&P-500 zeigte sich kaum verändert bei 4.222 Punkten. Der Nasdaq-Composite stieg dagegen um 0,9 Prozent auf 14.161 Punkte. Dabei gab es 1.172 (Mittwoch: 1.266) Kursgewinner und 2.167 (2.034) -verlierer. Unverändert schlossen 117 (164) Titel. Die US-Konjunkturdaten des Tages zeigten ein gemischtes Bild. Der Philadelphia-Fed-Index für Juni fiel etwas besser aus als erwartet, jedoch wurden in der vergangenen Woche mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet. Der Index der Frühindikatoren legte im Juni gegenüber dem Vormonat zu.

Asia

Zuversicht dominiert zum Wochenausklang an den ostasiatischen Finanzmärkten und in Australien. Mit Ausnahme von Schanghai weisen die Börsenindizes der Region kleine Gewinne auf. In Tokio liegt der Nikkei-225-Index fast unverändert bei 28.998 Punkten. Keinen Impuls gibt es von der japanischen Notenbank, die ihren geldpolitischen Kurs nach Beratungen unverändert beibehält. Dass die Regierung beschlossen hat, den Corona-Ausnahmezustand für Tokio und andere Regionen zu beenden, verpufft ebenfalls.

Bonds

Die Renditen am US-Anleihemarkt büssten ihre deutlichen Vortagesgewinne wieder ein. Für die Rendite zehnjähriger Papiere ging es um 5,6 Basispunkte auf 1,52 Prozent nach unten. Damit lag sie nur noch knapp über dem Niveau vor Bekanntgabe der Fed-Beschlüsse.

Analysis

UBS erhöht Astrazeneca-Ziel auf 9.200 (8.000) p – Buy
IR erhöht Heideldruck auf Hold (Sell) – 1,75 (0,95) EUR
IR erhöht Wacker Chemie auf 136 (133) EUR – Hold

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.