Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 17.06.2021
Morning news

Corona-Vakzin von Curevac enttäuscht mit nur 47-prozentiger Wirksamkeit

Topic of the day

Die deutsche Pharmafirma Curevac hat in den Bemühungen um die Markteinführung ihres Corona-Impfstoffs einen herben Rückschlag einstecken müssen. Das Mittel wies in vorläufigen Auswertungen nur eine relativ geringe Wirksamkeit auf, wie aus einer Mitteilung das Tübinger Unternehmens vom Mittwochabend hervorging. Die Zwischenanalyse einer internationalen Studie ergab demnach "eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades". Damit habe das Vakzin nicht die "vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien" erfüllt, erklärte Curevac. In den weiteren Analysen könne sich die endgültige Wirksamkeit des Präparats aber noch verändern, betonte der Curevac-Vorstandsvorsitzende Franz-Werner Haas. Die Tübinger Pharmafirma liegt ohnehin schon hinter ihrem Zeitplan für die Zulassung des Vakzins zurück. Curevac hatte angestrebt, die Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA im zweiten Quartal zu erreichen. Grund der Verzögerungen ist, dass die Firma mehr Zeit als erwartet brauchte, um genügend an Covid-19 erkrankte Probanden für seine finalen Tests zusammenzubekommen. Im nachbörslichen US-Handel sackte der Kurs der Curevac-Aktie um mehr als die Hälfte ab.

Swiss stocks

Der schweizerische Aktienmarkt hat auch zur Wochenmitte die Rekordjagd fortgesetzt. Der SMI verbesserte sich um 0,5 Prozent auf 11.982 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursgewinner und fünf -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 38,50 (zuvor: 29,61) Millionen Aktien. Erneut waren es vor allem die Index-Schwergewichte, die den Markt anschoben. So standen die Papiere von Novartis (+1,1%) und Roche (+1,0%) mit an der SMI-Spitze. Die Aktien von Nestle legten um 0,1 Prozent zu. Dagegen standen die Bankenwerte UBS und CS Group mit einem Minus von jeweils 0,6 Prozent am Ende des Kurstableaus. Ausserhalb des SMI schossen Meyer Burger um 14,4 Prozent nach oben. Die Jefferies-Analysten wiesen darauf hin, dass das Unternehmen frühzeitig einen Konsortialkreditvertrag über 125 Millionen Euro und einen Factoringvertrag über 60 Millionen abschliessen konnte. Zudem habe das Unternehmen den Ausblick angehoben und liege für 2023 beim EBITDA nun rund 50 Prozent über dem Konsens der Analysten.

International markets

Europe

Europas Börsen traten am Mittwoch vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank weitgehend auf der Stelle. Der DAX verlor 0,1 Prozent auf 15.711, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,2 Prozent auf 4.152 Stellen nach oben. Der Bankensektor führte mit Abschlägen von 0,9 Prozent die Verliererliste in Europa an. Im Handel wurde auf die Fed-Entscheidung am Abend verwiesen. Der Bankensektor habe über den Anleihemarkt das grösste Exposure, hiess es. Deutsche Bank gaben 2,3 Prozent nach, Commerzbank fielen 2,5 Prozent. Der Sektor der Automobilwerte stand ebenfalls unter Druck, er gab um 0,5 Prozent nach. Hier belastete nach Aussage aus dem Handel, dass die Produktion bereits unter dem branchenweiten Chipmangel leide. Fehlende Vorprodukte bremsten zunehmend die Produktion. Für VW ging es 0,7 Prozent nach unten, BMW verloren 1,5 Prozent. BASF zeigten keine grössere Reaktion auf den auf einen Zeitpunkt nach 2021 verschobenen Börsengang von Wintershall Dea. Die Begründung sei nachvollziehbar, hiess es im Handel. Laut BASF werden die inzwischen wieder erholten Öl- und Gaspreise in den langfristigen Analysteneinschätzungen noch nicht vollständig reflektiert. Letztlich sei es im Interesse der Aktionäre, wenn bei dem Börsengang ein höherer Preis erzielt werden könnte, so Marktteilnehmer. BASF stehe nicht unter Zeitdruck. Die Titel verloren mit dem Abgabedruck auf zyklische Aktien 0,9 Prozent. TUI schlossen mit einem Minus von 0,2 Prozent und damit deutlich erholt von den Tagestiefs. Im Handel wurde auf TUI-Aussagen verwiesen, laut denen der Reisekonzern noch keine konkreten Schritte für eine Kapitalerhöhung unternommen hat. TUI wolle bis nach dem Sommer warten, um zu sehen, wie gross der Finanzierungsbedarf sei. Zuvor hatte Bloomberg berichtet, TUI prüfe eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro.

United States

Das Signal der US-Notenbank für eine früher als bislang erwartete Zinswende hat am Mittwoch die Wall Street belastet und den Dow-Jones-Index zwischenzeitlich unter die Marke von 34.000 Punkten gedrückt. Im späten Handel erholten sich die Indizes aber wieder von ihren Tagestiefs, ausgelöst durch optimistische Aussagen von Fed-Chairman Jerome Powell zur konjunkturellen Erholung in den USA. Die US-Notenbanker haben signalisiert, dass die Zinssätze bis Ende 2023 steigen werden, früher als sie es noch im März erwartet hatten, da sich die Wirtschaft schnell von den Auswirkungen der Pandemie erholt und die Inflation steigt. Der Median der Projektion zeigte, dass eine Anhebung von nahe Null auf 0,60 Prozent bis Ende 2023 erwartet wird. Im März hatten die Notenbanker noch erwartet, den Leitzins bis 2023 konstant zu halten. Der Leitzins wurde am Mittwoch wie erwartet bei 0,00 bis 0,25 Prozent bestätigt. Zudem soll auch das Anleihekaufprogramm fortgesetzt werden, bis "substanzielle weitere Fortschritte" bei der Erholung erzielt worden sind. Über eine mögliche Reduzierung des Kaufprogramms sei aber diskutiert worden, so Powell. Für den Dow-Jones-Index ging es um 0,8 Prozent auf 34.034 Punkte abwärts, nach einem Tagestief bei 33.917 Punkten. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,5 Prozent auf 4.224 Punkte, der Nasdaq-Composite verlor 0,2 Prozent auf 14.040 Punkte. Dabei gab es insgesamt 1.312 (Dienstag: 1.563) Kursgewinner und 2.000 (1.747) -verlierer. Unverändert schlossen 133 (157) Titel. Die Aussicht auf früher als bislang erwartete Zinserhöhungen in den USA sorgte bei den Bankenwerten entgegen dem negativen Marktumfeld für Gewinne. Die Aktien von JP Morgan, Wells Fargo und Bank of America gewannen zwischen 0,2 und 0,7 Prozent.

Asia

Falls die asiatischen Aktienmärkte überhaupt eine Reaktion auf die Ankündigung einer früher als bislang in Aussicht gestellten Zinswende der US-Notenbank zeigen, dann fällt diese am Donnerstag gedämpft aus. Schon in den USA hatten die Anleger die Aussicht auf erste Zinserhöhungen bereits 2023 relativ gelassen weggesteckt, zumal sich am Anleihekaufprogramm der US-Notenbank zunächst nichts ändern soll und zugleich die Währungshüter den wirtschaftlichen Aufwärtstrend unterstrichen.

Bonds

Am US-Anleihemarkt legten die Renditen derweil kräftig zu. Die Zehnjahresrendite stieg um 5,8 Basispunkte auf 1,55 Prozent. Vor den Fed-Aussagen hatte diese noch bei 1,48 Prozent gelegen.

Analysis

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Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.