Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 16.06.2021
Morning news

USA und EU entschärfen Dauerstreit um Airbus und Boeing

Topic of the day

Beim ersten Besuch von US-Präsident Joe Biden in Brüssel haben die Vereinigten Staaten und die EU ihren langjährigen Streit um die Flugzeugbauer Airbus und Boeing entschärft. Beide Seiten verpflichteten sich, für fünf Jahre auf Strafzölle in dem Dauerdisput um Subventionen zu verzichten. Biden sah "grosse Chancen" im Verhältnis mit der EU. Doch Washington will die Europäer auch auf ein härteres Vorgehen gegen den Rivalen China einschwören. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem "Durchbruch" in dem Dauerstreit um Airbus und Boeing. Dies sei "ein neues Kapitel" in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. "Denn wir gehen von Rechtsstreitigkeiten zur Zusammenarbeit bei Flugzeugen über." Der Airbus-Konzern erklärte, nun seien die Voraussetzungen für einen "gleichberechtigten Wettbewerb" geschaffen. Biden trifft sich heute mit dem russischen Staatspräsidenten Putin in Genf.

Swiss stocks

Der schweizerische Aktienmarkt hat auch am Dienstag die Aufwärtstendenz fortgesetzt. Der SMI markierte bei 11.964 Punkten ein neues Allzeithoch. Teilnehmer sprachen allerdings weiterhin von erhöhter Vorsicht vor dem Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch. Der SMI gewann 0,5 Prozent auf 11.922 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich insgesamt 17 Kursgewinner und drei -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 29,61 (zuvor: 24,01) Millionen Aktien. Getragen wurde der Aufschwung unter anderem von den Index-Schwergewichten Novartis, Nestle und Roche, die zwischen 0,5 und 0,7 Prozent zulegten. Die Aktien von Clariant verbesserten sich um 1,6 Prozent und holten die Vortagesverluste wieder komplett auf. Der Spezialchemie-Konzern hatte zu Wochenbeginn sein Pigmentgeschäft verkauft. Für die Papiere von Sulzer ging es um 3,9 Prozent nach oben. Der Industriekonzern wird für das laufende Jahr optimistischer und hat die Finanzziele für das Geschäftsjahr angehoben. Für den Auftragseingang wird neu eine Zunahme von 4 bis 6 Prozent erwartet und für den Umsatz ein Plus von 8 bis 10 Prozent.

International markets

Europe

Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag weiterhin in einer moderat freundlichen Verfassung gezeigt. Der DAX stieg um knapp 0,4 Prozent auf 15.730 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,3 Prozent auf 4.144 Punkte zu. Das neue Allzeithoch des DAX vom frühen Montag bei knapp 12.803 Punkten liegt damit weiter in Reichweite. Attackiert wurde es allerdings am Dienstag noch nicht, auch weil die Anleger vor der Sitzung der US-Notenbank relativ vorsichtig waren. Zudem zeigten neue US-Konjunkturdaten, dass sich die Dynamik des Aufschwungs bereits eher abschwächt, und das bei deutlich steigenden Preisen. Besonders im Euro-Stoxx-50 wurde eine noch bessere Entwicklung vor allem von Gewinnmitnahmen in den zuletzt stark gestiegenen rohstoffnahen Aktien verhindert. Deren Stoxx-Branchen-Index verlor 2,3 Prozent. Arcelor fielen um 4,7 Prozent, Angloamerican um 3,6 Prozent und Glencore um 2 Prozent. Im MDAX gaben Thyssen 7,4 Prozent ab, im SDAX fielen KlöCo um 5 Prozent. Salzgitter gaben trotz einer weiteren Prognoseerhöhung um knapp 2 Prozent nach. Der Index der zuletzt ebenfalls gesuchten Reise- und Freizeit-Aktien geriet ähnlich stark unter Druck. Hier drehten Lufthansa nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und fielen um 3,2 Prozent. Im Handel hiess es zwar, dass die Margenziele bis 2024 grundsätzlich positiv seien und etwas über den Marktschätzungen lägen. Diese seien aber sehr theoretischer Natur in einer Branche, die derzeit die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg durchlaufe. Wie der Sektor im Jahr 2024 aussehen werde, wisse derzeit niemand. Daneben zeige die Corona-Verbreitung der Delta-Variante in Grossbritannien, wie schnell sich die Lage wieder eintrüben könne.

United States

Mehrheitlich hinter den Erwartungen gebliebene Konjunkturdaten haben am Dienstag für Kursverluste an der Wall Street gesorgt. Vor allem die überraschend deutlich gesunkenen Einzelhandelsumsätze lasteten auf der Stimmung. Die Investoren hielten sich aber wegen der am Dienstag begonnenen Sitzung der US-Notenbank zurück, deren Ergebnisse dann am Mittwoch bekannt gegeben werden. In den zurückliegenden Monaten hat die Inflation merklich angezogen. Grund waren die Konjunkturerholung von dem pandemiebedingten Einbruch und Lieferengpässe. Die US-Notenbank beharrt jedoch darauf, dass der Preisauftrieb nur vorübergehend sei - eine Meinung, die auch viele Marktteilnehmer teilen. Sollte die Inflation jedoch länger auf hohem Niveau bleiben und die Fed ihre Unterstützung für die Märkte durch geldpolitische Straffungen zurückfahren, könnte dieses Vertrauen erschüttert werden, hiess es. Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 34.299 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,2 Prozent tiefer bei 4.247 Punkten. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,7 Prozent auf 14.073 Punkte nach unten - dieser hatte zuletzt aber auch deutlicher zugelegt. Dabei gab es 1.521 (Montag: 1.529) Kursgewinner und 1.803 (1.817) -verlierer. Unverändert schlossen 126 (149) Titel. Nach der Schlussglocke wird Oracle über den Verlauf seines vierten Geschäftsquartals berichten. Im Vorfeld gab die Aktie um 1,2 Prozent nach. Die Aktien des Bergbaukonzerns Freeport-McMoran brachen um 4,7 Prozent ein. Hier belastete der drastische Rücksetzer des Kupferpreises von über vier Prozent, hiess es.

Asia

Ein ähnliches Bild wie am Vortag zeigt sich am Mittwoch an den Börsen in Ostasien und Australien: Neue Rekorde in Sydney und Seoul und Verluste in Hongkong und Schanghai. In Tokio geht es diesmal aber nach unten, der Markt folgt dort den negativen Vorgaben der Wall Street, wo neue Konjunkturdaten nicht überzeugen konnten – insbesondere die Einzelhandelsumsätze. Der Nikkei-Index gibt um 0,4 Prozent nach auf 29.315 Punkte.

Bonds

Die Renditen zeigten sich nach den kräftigen Vortagesgewinnen wenig verändert. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen lag bei 1,50 Prozent.

Analysis

IR erhöht Lufthansa-Ziel auf 10,30 (9,90) EUR – Sell
Bryan Garnier erhöht Swatch-Ziel auf 340 (295) CHF – Buy
IR senkt Henkel-Ziel auf 97 (99) EUR – Hold

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.