Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 11.06.2021
Morning news

EZB ändert Geldpolitik trotz höherer Inflationsprognosen nicht

Topic of the day

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Geldpolitik unverändert gelassen. Wie weithin erwartet, bestätigte sie das erhöhte monatliche Tempo der Anleihekäufe unter dem Pandemieprogramm PEPP. "Die Signale der EZB sind bullisch für die Aktienmärkte", sagte ein Händler. Während die Inflationsprognosen zwar erhöht worden sind, aber weiterhin unter dem Ziel von 2 Prozent liegen, hat die Zentralbank die Wachstumsprognosen für dieses und für das kommende Jahr deutlich nach oben genommen. "Damit sollte der Markt zumindest nach unten abgesichert sein", ergänzte ein Marktstratege. Die nächste EZB-Ratssitzung findet im Juli statt. Beobachter halten aber die September-Sitzung für wichtiger, bei der neue Projektionen veröffentlicht werden.

Swiss stocks

Der schweizerische Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag mit einem leichten Plus beendet und den positiven Trend damit fortgesetzt. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 11.811 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 12 Kursverlierer und acht -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 31,08 (zuvor: 32,54) Millionen Aktien. Bei den in den vergangenen Tagen sehr starken Pharmawerten konnte am Donnerstag vor allem Novartis erneut punkten. Die Aktie legte 1,6 Prozent zu und stand damit an der Spitze des SMI. Lonza gewannen 1,3 Prozent, nachdem die Aktie bereits seit Wochenanfang von der US-Zulassung des Alzheimer-Medikaments von Biogen kräftig profitiert hatte. Roche konnten indessen lediglich 0,2 Prozent zulegen. Holcim rückten 1,4 Prozent vor, gestützt von positiven Analysten-Stimmen zum Bausektor. Laut Deutsche Bank haben die grossen europäischen Baustoffunternehmen im bisherigen Jahresverlauf Zuwächse um 20 bis 50 Prozent verzeichnet. Es gebe noch mehr Katalysatoren, die das Wachstum befeuern dürften. Sika (+0,1%) profitierten moderat von einer Kurszielerhöhung durch die Analysten von Jefferies, die Einstufung "Buy" wurde bestätigt. Unter Druck standen die Aktien der beiden Luxuswerte Richemont (-1,4%) und Swatch (-1,8%). Für die Aktie des Index-Schwergewichts Nestle ging es um 0,2 Prozent nach unten.

International markets

Europe

Weder die neuen US-Inflationsdaten noch die Ergebnisse der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben an den europäischen Finanzmärkten am Donnerstag für eine grössere Reaktion gesorgt. Der DAX reduzierte sich um 0,1 Prozent auf 15.571 Punkte, der Euro-Stoxx-50 zeigte sich unverändert bei 4.096 Punkten. Die US-Inflation ist noch höher als erwartet ausgefallen und hat die gefürchtete Marke von 5 Prozent erreicht. Im Blick stand nun bereits die Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch und anschliessend der grosse Terminbörsen-Verfall am Freitag danach. Bei den Einzeltiteln stiegen Aixtron um weitere 18,5 Prozent. Der Anlagenbauer hatte am Vortag vor Handelsende nach einer Reihe von Grossaufträgen die Prognose für Auftragseingänge, Umsatzerlöse und EBIT-Marge erhöht. Die Aktie legte daraufhin bereits um 7,8 Prozent zu. Im Fahrwasser zogen auch andere Branchentitel an, so Süss Micro um 5,5 Prozent und Infineon (+2,2%). STMicro gewannen 1,7 Prozent und ASML 1,6 Prozent. Daneben stiegen Ströer um 4,4 Prozent - Morgan Stanley soll das Papier auf "Overweight" erhöht haben. Heidelbergcement erholten sich um 0,5 Prozent. Auf der anderen Seite gaben Siemens Energy 2,4 Prozent ab und RWE verloren 1,4 Prozent. Im TecDAX fielen Nordex um 3,5 Prozent.
Klöckner & Co stiegen um 5,3 Prozent auf 12,49 Euro. Damit haben sie im sechsten Anlauf den Bereich um 12 Euro überwunden. Damit könnte aus technischer Sicht die nächste Phase der Neubewertung begonnen haben. "KlöCo profitieren besonders stark von steigenden Stahlpreisen", so ein Händler. Vor einigen Tagen hatte der Stahlhändler die Prognosen nach oben genommen.
Die Stimmung für die gesamte Branche blieb positiv: Salzgitter gewannen 2,4 Prozent, Thyssenkrupp 1,4 Prozent und Arcelormittal 1,8 Prozent. BT Group legten um 6,6 Prozent zu. Altice UK hat eine Beteiligung von 12,1 Prozent an den Briten aufgebaut.

United States

Die Wall Street hat am Donnerstag leichte Aufschläge verzeichnet. Der Dow konnte seine Gewinne jedoch nicht halten und gab sie im späten Handel fast vollständig wieder ab. Der S&P 500 schloss indessen leicht unter dem zu Handelsbeginn erreichten Allzeithoch. Der Dow-Jones-Index schloss 0,1 Prozent höher bei 34.466 Punkte, der S&P-500 legte 0,5 Prozent zu. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,8 Prozent nach oben. Dabei gab es insgesamt 1.777 (Mittwoch: 1.572) Kursgewinner und 1.569 (1.751) -verlierer. Unverändert schlossen 129 (162) Titel.
Die US-Verbraucherpreise sind im Mai weiter stark gestiegen und erreichten mit einem Plus von 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr die höchste jährliche Inflationsrate seit fast 13 Jahren. Für die Gamestop-Aktie ging es nach Quartalszahlen um 27,2 Prozent abwärts. Amazon.com wird wegen der Nutzung von Kundendaten in der EU möglicherweise eine Strafe von mehr als 425 Millionen Dollar zahlen müssen. Nach Angaben informierter Kreise hat die luxemburgische Datenschutzkommission CNPD einen Entwurf für eine entsprechende Entscheidung verfasst. Die Amazon-Aktie (+2,1%) zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt. Moderna (-0,2%) hat nach Kanada und der Europäischen Union nun auch in den USA eine Zulassung ihres Covid-19-Impfstoffs für Jugendliche beantragt. Die US-Kaffeehauskette Starbucks (+0,7%) öffnet auf dem Heimatmarkt im Zuge der Lockerungen immer mehr Geschäfte wieder und leidet nun unter Engpässen bei wichtigen Artikeln oder Zusatzstoffen.

Asia

Überwiegend liegen die ostasiatischen Indizes leicht im Plus. In Tokio bewegt sich den Nikkei-Index mit 28.955 Punkten kaum vom Fleck, er wird etwas gebremst vom Yen, der zum Dollar im Vergleich zur gleichen Vortageszeit etwas höher liegt. In Seoul liegt der Kospi 0,7 Prozent höher und auch in Hongkong zieht der Hang-Seng mit 0,39% etwas an. Lediglich Schanghai (-0,25%) hängt mit einem kleinen Minus zurück.

Bonds

Am US-Anleihemarkt setzte sich die Abwärtsbewegung nach den Preisdaten bei den Renditen im Verlauf fort. Die Rendite 10-jähriger Papiere fiel um 3,8 Basispunkte auf 1,458 Prozent.

Analysis

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Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.