Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 23.04.2021
Morning news

EZB hält Kurs und redet nicht über geringere Anleihekäufe

Topic of the day

Die Wachstumsaussichten für den Euroraum haben sich nach Einschätzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) in den vergangenen Wochen trotz verlängerter und verschärfter Lockdowns nicht verändert. In seinem geldpolitischen Statement verweist das Gremium auf Fortschritte bei den Impfkampagnen und die "vorgesehene allmähliche Lockerung" der Eindämmungsmassnahmen, die für den Verlauf des Jahres eine kräftige Konjunkturerholung erwarten liessen. Risiken für dieses Szenario seien vor allem kurzfristiger Natur. EZB-Präsidentin Christine Lagarde trat in ihrer Pressekonferenz Spekulationen entgegen, dass die EZB bereits über ein Zurückfahren der Anleihekäufe ("Tapering") rede. Laut den im März veröffentlichten Stabsprojektionen rechnet die EZB mittelfristig, also für 2023, mit 1,4 Prozent Inflation. Zuvor hatte der EZB-Rat wie erwartet die Leitzinsen und die Wertpapierkaufprogramme sowie die sie betreffende Forward Guidance unverändert gelassen. Bestätigt wurde auch das im März für das zweite Quartal beschlossene erhöhte Tempo der Anleihekäufe unter dem Pandemieprogramm PEPP.

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Swiss stocks

Nach einer in engen Grenzen verlaufenen Seitwärtsbewegung hat der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag gut behauptet geschlossen. Während es für den Gesamtmarkt an Impulsen mangelte, standen Nestle (+2,9%) und Credit Suisse (-2,1%) mit ihren Quartalsberichten klar im Mittelpunkt des Interesses. Übertroffen wurde dies noch von einer überraschenden Kapitalmassnahme der Grossbank. Der SMI gewann 0,1 Prozent auf 11.225 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursverlierer und sechs -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 83,49 (Mittwoch: 48,43) Millionen Aktien. Bei Credit Suisse war die Spannung besonders gross, nachdem die Bank jüngst wegen des Zusammenbruchs des Hedgefonds Archegos Milliardenverluste eingefahren hatte. Immerhin war abgesehen von Archegos die operative Geschäftsentwicklung über alle Sparten hinweg laut CS-Chef Gottstein stark. Der Kollaps von Archegos drückte die Bank gleichwohl in die roten Zahlen. Um ihre Kapitaldecke zu verstärken, beschafft sich Credit Suisse mit einer gewinnverwässernden Pflichtwandelanleihe nun frisches Geld. Das verstimmte am Marktv zusätzlich, im Verlauf des Tages sackte der Kurs phasenweise um über 5 Prozent ab, konnte sich dann aber wieder etwas berappeln. Der Kurs des CS-Konkurrenten UBS gab um 0,6 Prozent nach. Der Nahrungsmittelriese Nestle setzte derweil im ersten Quartal auf organischer Basis mehr um, als Analysten erwartet hatten. An der Börse hiess es: "Das Plus von 7,7 Prozent ist erstaunlich.“

International markets

Europe

An den europäischen Aktienmärkten ging es am Donnerstag nach oben. Nach einem schwachen Start in die Woche setzte sich die am Vortag gestartete Erholung damit fort. Der DAX gewann 0,8 Prozent auf 15.321 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1 Prozent auf 4.015 Punkte nach oben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Mittag wie erwartet ihre Geldpolitik bestätigt und lieferte dem Kapitalmarkt so wenige Impulse wie selten. Wie bereits einige Wettbewerber hat auch Volvo (+2,5%) die Analystenerwartungen geschlagen. Der Umsatz lag leicht, die Gewinnkennziffern deutlich über den Schätzungen. Nach schwach eingestuften Zahlen gaben Renault in Paris dagegen um 1,3 Prozent nach. Besser als erwartet verlief das Geschäft für Spirituosenhersteller Pernod Ricard (+1,3%). Wie auch schon die Zahlen des Brauereikonzerns Heineken gezeigt hatten, beleben sich die Umsätze nach der Coronakrise wieder. Über den Erwartungen lagen die Zahlen der Deutschen Börse (+0,4%). Zwar wurde das extrem starke Vorjahresquartal nicht erreicht, die Schätzungen wurden aber übertroffen. Der Softwarekonzern SAP (plus 3,4 Prozent) bekräftigte bei Vorlage der endgültigen Zahlen zum ersten Quartal die Erwartung einer allmählich anziehenden Nachfrage im zweiten Halbjahr mit Abklingen der Corona-Pandemie. CEO Christian Klein sprach von einem der stärksten Quartale in der SAP-Geschichte. Zudem profitierte die Aktie der Walldorfer von der Zahlenvorlage der US-Tochter Qualtrics, die in der Folge um über 20 Prozent zulegte. Als "schlecht, aber erwartbar" wurden die Zahlen zum ersten Quartal von Accor (-0,2%) im Handel bezeichnet. Die französische Hotelkette litt weiter unter der geringen Geschäftsreisetätigkeit wegen Corona, der Umsatz halbierte sich rundgerechnet gegenüber dem Vorjahresquartal. Hensoldt stiegen um 1,7 Prozent. Der US-Finanzinvestor KKR will sich von weiteren Anteilen an dem deutschen Sensorspezialisten trennen.

United States

Die zuversichtliche Stimmung an den US-Börsen hat am Donnerstag im Handelsverlauf einen Dämpfer erhalten. Die Indizes drehten deutlich nach unten ab nach einem Bloomberg-Bericht, wonach US-Präsident Joe Biden einen Vorschlag erwägen soll, der die Kapitalertragssteuer für gutverdienende Investoren fast verdoppeln würde. Der Dow-Jones-Index verlor 0,9 Prozent auf 33.816 Punkte, der S&P-500 büsste ebenso 0,9 Prozent ein und auch die Nasdaq-Indizes gaben in dieser Grössenordnung nach. Auf 1.361 (Mittwoch: 2.635) Kursgewinner an der Nyse kamen 1.927 (703) -verlierer. Unverändert gingen 115 (97) Titel aus dem Handel. Bei den Einzelwerten sorgten weiter Quartalszahlen für stärkere Bewegungen. Der Chemieriese Dow steigerte Umsatz und Gewinn zwar stärker als erwartet, der Kurs sackte dennoch um über 4 Prozent ab, nachdem er tags zuvor um fast 4 Prozent zugelegt hatte. Seit Jahresbeginn liegt das Papier 17 Prozent im Plus. Gut kamen die Zahlen von AT&T (+4,2%) an, besonders angesichts steigender Kundenzahlen bei dem Telekommunikationsunternehmen. Bei American Airlines (4,5%) agierten die Anleger weiter vorsichtig, zumal die Aussichten für die Branche in der Pandemie noch immer schwer einzuschätzen sind. Die Fluggesellschaft grenzte den Verlust zwar ein, er betrug aber immer noch über 1,2 Milliarden Dollar im Quartal. Delta Air Lines gaben um 2,3 Prozent nach. Regelrecht gefeiert wurde der Quartalsausweis von Qualtrics, der die Analystenerwartungen übertraf. Die seit Januar an der Nasdaq gelistete SAP-Tochter schaffte eine Trendwende beim Segmentergebnis und steigerte den Gesamtumsatz um 36 Prozent. Der Kurs explodierte geradezu um fast 23 Prozent.

Asia

An den asiatischen Aktienmärkten setzt sich am Freitag eine mehrheitlich negative Tendenz durch. Tokio bleibt die Börse mit den heftigsten Ausschlägen in beide Richtungen, schaut man auf die vergangenen Tage. Zum Wochenschluss fällt der Nikkei-225 um 0,8 Prozent - belastet vom steigenden Yen. Erstaunlich robust zeigen sich die Börsen in China. Schanghai behauptet sich gut und Hongkong zeigt sich sogar fester. Auch der Kospi in Südkorea schlägt sich wacker und dreht knapp ins Plus.

Bonds

Die Renditen von US-Treasuries waren wenig verändert, nachdem die Berichte über die Kapitalertragssteuer die Anleihen in den USA am Donnerstag anhoben und die Renditen nach unten zogen. Die Rendite der 10-jährigen Benchmark-Treasury-Note stieg im Laufe des Donnerstags auf bis zu 1,587%, bevor sie sich bei 1,554% einpendelte.

Analysis

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Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.