Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 22.04.2021
Morning news

Netflix verdient mehr als erwartet, enttäuscht jedoch bei der Kundenzahl

Topic of the day

Mit Spannung warteten Anleger auf die Zahlen von Netflix (-7,5%) zur Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten 2021. Im ersten Geschäftsquartal hat das Streamingunternehmen 3,75 US-Dollar je Aktie verdient, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch ein EPS von 1,57 US-Dollar in den Büchern gestanden hatte. Das war mehr als von Analysten in Aussicht gestellt, Experten hatten den Gewinn je Aktie zuvor bei 2,97 US-Dollar erwartet. Beim Umsatz ging es im Vorjahresvergleich ebenfalls nach oben: Die Erlöse kletterten von 5,77 Milliarden US-Dollar auf 7,16 Milliarden US-Dollar, nachdem Experten den Umsatz zuvor bei 7,14 Milliarden US-Dollar gesehen hatten. Enttäuschend fiel das Abo-Wachstum aus: Hier ging es im Berichtszeitraum nur um 3,98 Millionen nach oben, erwartet worden waren sechs Millionen. Auch der Ausblick belastet: Das Unternehmen sieht beim Abo-Wachstum im zweiten Quartal nur ein Plus von einer Million, die Erwartungen hatten hier bei 4,44 Millionen neuen Abos gelegen. Doch nach dem Boom zu Beginn der Corona-Krise, der Netflix im Vorjahr Rekordergebnisse beschert hatte, flaute der Kundenandrang stark ab. Aufgrund pandemiebedingter Produktionsprobleme mangelte es zuletzt an neuen Streaming-Hits. Zudem kämpft Netflix mit wachsender Konkurrenz, so macht etwa der Hollywood-Riese Walt-Disney immer stärker Druck. Disney+, der im November 2019 als Netflix-Jäger gestartete Streaming-Dienst des Micky-Maus-Konzerns, hatte im März bereits die Marke von 100 Millionen Bezahlabos geknackt.

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Swiss stocks

Der schweizerische Aktienmarkt hat zur Wochenmitte einen Teil seiner jüngsten Verluste wettgemacht. Der SMI gewann 1,2 Prozent auf 11.209 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und sechs -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 48,43 (zuvor: 48,21) Millionen Aktien. Gesucht waren defensive Aktien ebenso wie Konjunkturzykliker. Finanzwerte schwächelten derweil. Sie wurden von den wieder gesunkenen Anleiherenditen ausgebremst. Auf Credit Suisse
(-0,5%) lastete zudem die Befürchtung, dass das Archegos-Debakel die Ertragslage der Bank deutlicher als bislang bekannt schwächen könnte. UBS sanken um 1,2 Prozent. Einen signifikanten Beitrag zur Erholung des SMI leistete die schwergewichtete Roche-Aktie. Sie stieg um fast 3 Prozent, nachdem der Pharmakonzern bei der Veröffentlichung von Umsatzzahlen zum ersten Quartal seine Jahresziele bekräftigt hatte. Ebenfalls im Pharmasektor gewannen Novartis 1,1 Prozent. Auch Alcon (+2,4%) und Lonza (+1,3%) waren gesucht. Das Indexschwergewicht Nestle verbesserte sich um 0,9 Prozent. Der Nahrungsmittelkonzern wird am Donnerstag Zahlen vorlegen. Die ebenfalls als defensiv geltende Givaudan-Aktie rückte um 0,7 Prozent vor. Unter den Konjunkturzyklikern profitierten Sika (+2,1%) erneut von den überzeugenden Umsatzzahlen, die der Baustoffkonzern am Dienstag vorgelegt hatte. Der Kurs des Zementherstellers Lafargeholcim stieg um 0,9 Prozent nach einem Medienbericht, wonach das Unternehmen den Verkauf seines Brasiliengeschäfts prüft. Abseits des SMI verloren Adecco 2,2 Prozent und Temenos (-2,8%).

International markets

Europe

Nach den Vortagesverlusten haben die Aktienmärkte in Europa am Mittwoch freundlich tendiert. Der DAX stieg um 0,4 Prozent auf 15.196 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,9 Prozent auf 3.976 zu - hier wirkten kräftige Aufschläge im Einzelhandels-, Pharma- und Techniksektor stärker. Hugo Boss schossen um 6,7 Prozent nach oben. Am Markt hiess es, Kering, LVMH oder auch eine Beteiligungsgesellschaft könnten bei dem Modeunternehmen einsteigen. Daneben hiess es aber auch, Grossaktionär Mike Ashley könnte seinen Anteil weiter ausbauen. Ansonsten bewegten zumeist Geschäftszahlen die Kurse. Für ASML ging es um 4,1 Prozent nach oben. Im ersten Quartal habe sich die Bruttomarge mit 53,9 Prozent "exzellent" entwickelt. Carrefour legten nach Zahlen 5 Prozent zu. Heineken (+4,8%) hat im ersten Quartal von einem steigenden Getränkeabsatz profitiert und erheblich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Aktien aus der Online- und Lieferdienstbranche waren nicht gesucht, hier bremste ein Bericht der Financial Times, wonach Uber Eats auf den deutschen Markt drängen will. Zudem werden an der Börse die Bedenken grösser, wie es mit den Wachstumsraten aus Corona-Zeiten nach dem Ende der Pandemie weitergeht. Delivery Hero fielen um 1,5 und Hellofresh um 3,7 Prozent, Deliveroo gaben um 4 sowie Just Eat Takeaway um 2,9 Prozent nach. Deutlich über den Prognosen lagen die vorläufigen Quartalszahlen von Zalando (+0,4%), sie stützten die bereits sehr gut gelaufene Aktie aber kaum. Bei den Aktien von Juventus Turin (-13,7%) und Borussia Dortmund (+0,1%) wurde derweil das offizielle Scheitern der angedachten, finanziell mutmasslich extrem lukrativen Super League ausgepreist. Die BVB-Aktie hatte dies bereits am Vortag vorweggenommen.

United States

Nach zwei Handelstagen in Folge mit Gewinnmitnahmen haben die Aktienkurse an der Wall Street zur Wochenmitte einen Teil der Verluste aufgeholt. Der Dow-Jones-Index gewann 0,9 Prozent auf 34.137 Punkte. Der S&P-500 stieg um ebenfalls 0,9 Prozent. Der Nasdaq-Composite rückte um 1,2 Prozent vor. Auf 2.635 (Dienstag: 877) Kursgewinner an der Nyse kamen 703 (2.440) -verlierer. Unverändert gingen 97 (123) Titel aus dem Handel. Am Berichtstag wartete unter anderem Verizon Communications mit Zahlen auf. Der Telekomkonzern hat Umsatz und Gewinn gesteigert, der Nettogewinn legte um rund 25 Prozent auf 5,38 Milliarden Dollar zu. Die Erwartungen der Analysten wurden damit knapp übertroffen. Verizon verlor rund 178.000 Mobilfunkkunden, konnte für ihren Internetdienst Fios aber 102.000 Kunden gewinnen. Der Kurs sank um 0,4 Prozent. Intuitive Surgical sprangen um fast 10 Prozent nach oben. Das Medizintechnikunternehmen übertraf die Marktschätzungen gewinn- wie auch umsatzseitig. CSX stiegen um 4,3 Prozent, obgleich die Eisenbahngesellschaft in der zurückliegenden Periode die Schätzungen des Marktes nicht erreicht hatte. Hier dürften positive Analystenkommentare von RBC und der Deutschen Bank den Kurs gestützt haben. Der Dienstleister der Ölindustrie Halliburton (-3,6%) hat in seinem ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben und bei Gewinn und Umsatz besser abgeschnitten als Analysten erwartet hatten. Gleichwohl ging der Umsatz deutlicher zurück.

Asia

Am Donnerstag stehen die Börsenampeln in Asien weitgehend auf grün. Die japanischen Aktien legten im Großen und Ganzen zu, angeführt von starken Kursgewinnen bei den Elektronikwerten, nachdem es in zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen zu Ausverkäufen gekommen war. Der Nikkei Stock Average stieg um 1,96% auf 29067,55. In China zeigen sich die Börsen uneinheitlich: Während Schanghai als eine der ganz wenigen Börsen knapp im Minus gehandelt wird, zeigt sich Hongkong freundlich. China Life Insurance ziehen um 3,1 Prozent an. Der südkoreanische Kospi präsentiert sich etwas fester und wird dabei von Technologietiteln gezogen.

Bonds

Am Anleihemarkt tat sich wenig, dort verharrten die Renditen mehr oder weniger auf dem jüngst wieder etwas niedrigeren Niveau.

Analysis

Jefferies erhöht Sika-Ziel auf 325 (316) CHF - Buy
JPM erhöht Ziel Delivery Hero auf 166 (147) EUR - Overw.
IR erhöht Zalando-Ziel auf 112 (108) EUR - Kaufen

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.