Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 12.04.2021
Morning news

China verhängt Rekordstrafe von 2,8 Milliarden Dollar gegen Alibaba

Topic of the day

Chinas Wettbewerbsbehörde hat eine Strafe in Rekordhöhe von umgerechnet 2,8 Milliarden Dollar gegen den Onlinekonzern Alibaba verhängt, weil dieser seine marktbeherrschende Stellung gegenüber Konkurrenten und Händlern auf seinen E-Commerce-Plattformen missbraucht haben soll. Als Teil der Strafe verlangte die Regulierungsbehörde, dass Alibaba innerhalb der nächsten drei Jahre eine umfassende Überarbeitung seines Geschäftsbetriebs durchführt und einen "Bericht zur Selbstprüfung der Compliance" vorlegt. Alibaba wird vorgeworfen, Anbieter dazu verpflicht zu haben, ihre Waren ausschliesslich auf seinen Verkaufsplattformen anzubieten und nicht gleichzeitig auf denen der Konkurrenz. Alibaba geriet unter behördliche Beobachtung, nachdem Gründer Jack Ma Regierungsvertreter, einschliesslich Präsident Xi Jinping, mit seiner Kritik verärgert hatte, dass behördliche Beschränkungen die Innovation behinderten. Die Äusserungen von Ma liessen auch den mit Spannung erwarteten Börsengang der Ant Group entgleisen, einem Finanzdienstleistungsunternehmen, das gezwungen sein wird, sein Geschäft umzustrukturieren.

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Swiss stocks

Etwas fester haben sich die schweizerischen Aktien ins Wochenende verabschiedet. Der SMI gewann am Freitag 0,3 Prozent auf 11.239 Punkte. Bis zum Rekordhoch bei 11.270 Punkten, das der Index im Februar vergangenen Jahres vor dem pandemiebedingten Einbruch der Kurse erreichte, ist es nun nicht mehr weit. Index-Schwergewicht Nestle stieg um 0,5 Prozent. Die Aktie des Duft- und Aromenherstellers Givaudan verbesserte sich um 1,7 Prozent. Im Pharmasektor lagen Lonza (+1,9%) vorne, Novartis, Roche und Alcon verbuchten Kursgewinne von 0,3 bis 0,8 Prozent. Unter den Zyklikern rückten ABB 1,2 Prozent vor und Geberit um 0,9 Prozent. Lafargeholcim schlossen 0,9 Prozent höher, nachdem das Unternehmen für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende von 2 Franken je Aktie vorgeschlagen hatte. Finanzwerte blieben meist hinter dem Markt zurück. Sie litten unter den zuletzt wieder gesunkenen Anleihezinsen. Bei Credit Suisse (-2,3%) kam ein negativer Analystenkommentar hinzu: Morgan Stanley hatte die Aktien der Bank auf "Equalweight" von "Overweight" zurückgestuft.

International markets

Europe

Europas Börsen haben sich am Freitag bei einem sehr ruhigen Geschäft kaum von der Stelle bewegt. Der DAX gewann 0,2 Prozent auf 15.234 Punkte, der Euro-Stoxx-50 rückte um einen Punkt auf 3.979 vor. Deutsche Post gewannen nach Vorlage vorläufiger Zahlen für das erste Quartal 1,9 Prozent. Der Logistikkonzern hat ein EBIT von 1,9 Milliarden Euro erzielt und die Prognose angehoben. Für die Aktie von Babcock ging es um 1,6 Prozent nach unten. Als belastend wurde im Handel eine Kreisemeldung in der Financial Times eingestuft, derzufolge Wertberichtigungen von bis zu 700 Millionen Pfund bei dem britischen Rüstungskonzern anstehen könnten. Nachdem es an der Börse bereits am Vortag herumgereicht wurde, hat nun ACS (-0,8%) ihr Interesse an einer Übernahme einer 88-prozentigen Beteiligung am grössten italienischen Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia (Aspi) offiziell bekundet. Deren Wert liege zwischen 9 und 10 Milliarden Euro. Die Diskussionen um einen weiteren verschärften Lockdown trieben die typischen Pandemie-Gewinner nach oben. Im DAX stiegen Delivery Hero um 2,6 Prozent. Im MDAX zogen Shop Apotheke um 3,1 Prozent an, Zalando um 0,4 Prozent und Hellofresh um 1,4 Prozent.

United States

Die Rekordjagd an der Wall Street hat sich zum Wochenausklang fortgesetzt. Sowohl der Dow-Jones-Index als auch der S&P-500 markierten neue Allzeithochs. Damit belastete der überraschend starke Anstieg der US-Erzeugerpreise nicht. Die US-Notenbank hat in der jüngsten Vergangenheit immer wieder erklärt, dass sich Preisanstiege als vorübergehend erweisen dürften und dass sie gegen solche nicht vorgehen werde. Der Dow-Jones-Index gewann 0,9 Prozent auf 33.801 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,8 Prozent nach oben. Der Nasdaq-Composite schloss 0,5 Prozent höher, hatte aber am Donnerstag überdurchschnittlich stark zugelegt. Den 1.818 (2.058) Kursgewinnern standen 1.488 (1.233) -verlierer gegenüber. Unverändert gingen 115 (127) Titel aus dem Handel. Bei den Einzelwerten ging es für die Aktie von Johnson & Johnson (J&J) um 1,1 Prozent nach unten. Aufgrund der kürzlich festgestellten Qualitätsmängel bei einem Auftragsfertiger, durch die rund 15 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes von J&J unbrauchbar wurden, wird der Pharmakonzern in der kommenden Woche 80 Prozent weniger Impfdosen in den USA liefern als in dieser. Überdies prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) einen möglichen Zusammenhang des J&J-Impfstoffs mit Thrombosefällen. Boeing verloren 1,0 Prozent. Nur wenige Monate vor der Wiederzulassung der 737 Max hat der Flugzeughersteller mehrere Fluggesellschaften auf ein mögliches neues Problem mit der Elektrik der Maschinen hingewiesen. Amazon stiegen um 2,2 Prozent. Die Mitarbeiter des Unternehmens am Standort Bessemer in Alabama haben mehrheitlich gegen die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt.

Asia

Überwiegend mit Verlusten starten die Börsen in Ostasien in die neue Woche und ignorieren damit die positiven Vorgaben der US-Börsen. Der Leitindex der Börse Hongkong, der Hang Seng, liegt 1,0 Prozent im Minus. An der Tokioter Börse sinkt der Nikkei-225-Index um 0,5 Prozent auf 29.618 Punkte. Besser als andere asiatische Börsen hält sich der Aktienmarkt in Seoul, wo der Kospi um 0,1 Prozent vorrückt. SK Innovation gewinnen 14,7 und LG Chem 2,1 Prozent, nachdem beide Unternehmen einen Rechtsstreit beigelegt haben und SK Innovation nun eine Fabrik in den USA bauen kann.

Bonds

Die Anleiherenditen stiegen nach dem Rücksetzer vom Donnerstag wieder, was Beobachter mit dem unerwartet starken Anstieg der Erzeugerpreise erklärten. Gleichwohl stand die Rendite zehnjähriger Papiere weiter deutlich unter dem 14-Monatshoch bei über 1,77 Prozent von Ende März.

Analysis

Jefferies erhöht Lafargeholcim-Ziel auf 57,40 (51,40) CHF - Hold
MS senkt Credit Suisse auf Equalw. (Overw.) - Ziel 11 (14) CHF
Jefferies erhöht Ziel Saint-Gobain auf 58,30 (41,40) EUR - Hold

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.