Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 31.03.2021
Morning news

Lufttaxi-Start-up Lilium geht via Spac in USA an die Börse

Topic of the day

Die Münchener Lilium GmbH, Hersteller eines E-Flugzeugs, geht über einen Umweg in den USA an die Börse. Wie das Unternehmen mitteilte, schliesst es sich mit der börsennotierten Zweckgesellschaft (Spac) Quell Acquisition Corp zusammen. Der Unternehmenswert der Transaktion beträgt 3,3 Milliarden US-Dollar. Nach Abschluss des Deals wird das fusionierte Unternehmen in Lilium umbenannt und an der US-Technologiebörse Nasdaq unter dem Tickersymbol "LILM" notieren. Das Unternehmen erwartet Zuflüsse von rund 830 Millionen US-Dollar brutto. Darunter sind 450 Millionen Dollar aus einer Investition verschiedener Geldgeber. "Lilium kann regionales Reisen revolutionieren, und dem Menschen Stunden, nicht Minuten, einsparen", heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von Lilium und Quell. Lilium entwickelt derzeit einen Elektro-Jet mit einer Kapazität für sieben Personen, der senkrecht starten kann. Der Jet soll 2024 kommerziell starten.

Swiss stocks

Der schweizerische Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag mit einem leichten Plus beendet. Bankenwerte verzeichneten mit Ausnahme von Credit Suisse eine Erholungsbewegung nach den Verlusten zu Wochenbeginn. Gefragt waren vor allem konjunktursensible Werte. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 11.121 Punkte. Credit Suisse waren erneut Tagesverlierer mit Abschlägen von 3,1 Prozent. Am Vortag hatten die Zahlungsprobleme des US-Hedgefonds Archegos Capital zu einem Kurseinbruch der Aktie geführt und auch andere Bankenwerte belastet. Die Citigroup beziffert den Verlust der Credit Suisse durch den Zahlungsausfall auf schätzungsweise bis zu 3,5 Milliarden Dollar vor Steuern. Die Aktie des Wettbewerbers UBS (+1,1%) erholte sich indessen wieder etwas von den vortäglichen Verlusten. Für die Titel des Vermögensverwalters Partners Group ging es sogar um 1,7 Prozent aufwärts. Gut lief es auch für Versicherungswerte: Zurich (+1,2%), Swiss Life (+0,9%), Swiss Re (+0,3%). Swatch profitierten von einer Hochstufung der Aktie von Hold auf Buy durch die Deutsche Bank. Die Aktie rückte 3,3 Prozent vor und stand damit an der Spitze des SMI.

International markets

Europe

An den europäischen Aktienmärkten ging es am Dienstag deutlich nach oben. Gute Nachrichten gab es am Vormittag aus Europa. So hat sich die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone im März überraschend stark verbessert. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie liegt der Indikator jetzt leicht über seinem langfristigen Durchschnitt. Der deutsche Leitindex DAX gewann in einem vergleichsweise ruhigen Handel 1,3 Prozent auf 15.009 Punkte, bei 15.030 Punkten wurde am Nachmittag ein neues Allzeithoch markiert. Der Index übersprang damit auch erstmals die Marke von 15.000 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,1 Prozent auf 3.926 Punkte nach oben. Als "Voltswagen" will Volkswagen in den USA künftig für Furore sorgen. Die Änderung ist klein - ein "t" statt eines "k". Aber es zeigt, wie gross die Ambitionen des Unternehmens in Sachen Elektrofahrzeuge (EV) sind. Volkswagen verkündete zu Wochenauftakt - wohl versehentlich - seine Umbenennungspläne, wie CNBC und USA Today berichteten. Royal Mail stiegen an der Londoner Börse um 2 Prozent. Das lag nach Einschätzung von Hargreaves Lansdown weniger am Dividendenvorschlag, sondern an den 5-Jahreszielen des Post-Dienstleisters. Kronjuwel bleibe der Paketdienst GLS.

United States

Die US-Börsen haben am Dienstag leichte Abschläge verzeichnet. Der Nasdaq-Composite hat jedoch anfänglich höhere Verluste weitgehend aufgeholt. Gedämpft wurde die Stimmung von wieder gestiegenen Renditen am Anleihemarkt. Stützend wirkte indessen, dass sich die Stimmung der für die US-Wirtschaft so wichtigen Konsumenten stärker als erwartet im März aufgehellt hat. Der Index des Verbrauchervertrauens stieg auf den höchsten Stand seit dem Ausbruch der Pandemie. Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent leichter bei 33.067 Punkte, der S&P-500 gab ebenfalls 0,3 Prozent nach. Für den technologielastigen Nasdaq-Composite ging es um 0,1 Prozent nach unten. Dabei gab es insgesamt 2.006 (Montag: 1.092) Kursgewinner und 1.305 (2.233) -verlierer. Unverändert schlossen 95 (79) Titel. Sehr gut wurden die bereits vorbörslich veröffentlichten Geschäftszahlen von Biontech aufgenommen. Die Aktie rückte um 8,9 Prozent vor. Bei den von den Archegos-Notverkäufen betroffenen Aktien kam es zu einer Erholung. ViacomCBS legten um 3,6 Prozent zu, Discovery um 5,4 Prozent und Farfetch um 8,8 Prozent. Die Banken Goldman Sachs (+1,9%) und Morgan Stanley (+1,6%) konnten die Verluste aus den Geschäften mit Archegos begrenzen, wie das Wall Street Journal berichtete. Die Zahlungsschwierigkeiten von Archegos Capital hatten bei einigen Aktien jüngst zu teils heftigen Kursverlusten geführt. Merck & Co gaben 1,7 Prozent nach. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat einen Antrag des Pharmakonzerns zurückgewiesen, das Krebsmittel Keytruda auch bei bestimmten Brustkrebspatientinnen einsetzen zu dürfen.

Asia

Wie schon an der Wall Street zu beobachten gewesen, belasten einmal mehr steigende Rentenrenditen in den USA die Aktienmärkte in Asien. Auch besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten in China heben die Stimmung kaum. Die Aktivität in der chinesischen Industrie ist im März deutlicher als erwartet gestiegen und hat sich von der Produktionsunterbrechung während des chinesischen Neujahrsfestes erholt. Die Einkaufsmanagerindizes für den verarbeitenden Sektor wie auch für den Dienstleistungsbereich erhöhten sich und deuten klar auf Expansion hin.

Bonds

Am US-Anleihemarkt hat die Rendite 10-jähriger Papiere am Dienstag ein neues 14-Monatshoch bei über 1,77 Prozent erreicht, am Abend notierte sie jedoch wieder etwas darunter bei 1,73 Prozent.

Analysis

UBS erhöht LVMH-Ziel auf 640 (623) EUR – Buy
UBS erhöht Kering-Ziel auf 590 (585) EUR – Neutral
JPM erhöht Flutter-Ziel auf 16.233 (15.038) p – Neutral

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.