Research Market strategy
By Swissquote Analysts
Published on 05.03.2021
Morning news

USA setzen Importzölle auf britische Produkte aus

Topic of the day

Grossbritannien und die USA haben sich im Streit um Importzölle auf britische Produkte geeinigt. Für die kommenden vier Monate sollen die von Ex-US-Präsident Donald Trump eingeführten Sonderzölle auf schottischen Whisky oder Stilton-Käse entfallen. In dieser Zeit wollen die Regierungen in London und Washington nach eigenen Angaben in weiteren Verhandlungen eine "ausgeglichene Lösung" für den Handelsstreit finden. Der britische Premierminister Boris Johnson begrüsste die Einigung als "fantastische Neuigkeit". Der Schritt werde den Herstellern der bislang von mit Zöllen belegten Produkte helfen, schrieb Johnson im Kurzbotschaftendienst Twitter. London hatte im Januar den ersten Schritt getan und auf Zollaufschläge auf US-Waren verzichtet. Hintergrund ist ein jahrelanger Streit um öffentliche Beihilfen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus und seinen US-Konkurrenten Boeing. Die Welthandelsorganisation WTO hatte sowohl Washington als auch Brüssel erlaubt, als Vergeltung für illegale Staatshilfen Strafzölle zu erheben.

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Swiss stocks

Die negative Entwicklung am schweizerischen Aktienmarkt hat sich auch am Donnerstag fortgesetzt. Der SMI gab um 0,2 Prozent auf 10.750 Punkte nach. Bei den 20 SMI-Werten standen sich elf Kursverlierer und neun -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 42,44 (zuvor: 47,61) Millionen Aktien. Belastet wurde das Sentiment auch vom deutlichen Abschlag bei Index-Schwergewicht Novartis. Die Aktie verlor 3,2 Prozent bzw. 2,58 Franken. Allerdings wurden die Papiere ex-Dividende von 3,00 Franken gehandelt. Dagegen legten Roche (+1,7%) und Nestle (+1,6%) aufgrund ihres defensiven Charakters zu. Die Aktie von Kühne + Nagel (+3,3%) baute ihre kräftigen Vortagesgewinne aus. Mit Wachstum im Schlussquartal 2020 hatte der Logistiker den coronabedingten Einbruch aus der ersten Jahreshälfte zwar reduziert, aber nicht kompensiert. Allerdings wurde die Dividende auf 4,50 Franken je Aktie erhöht. Mit kräftigen Abgaben zeigten sich im Technologie-Sektor die Papiere von AMS (-4,4%) und Logitech (-6,2%). Zur Begründung wurde auf die schwachen US-Vorgaben vom Mittwoch für den Sektor verwiesen. Technologiewerte reagieren sehr empfindlich auf steigende Renditen, denn der in der Regel hohe Fremdkapitalanteil im Sektor könnte bei weiter steigenden Marktzinsen zum Problem werden, hiess es.

International markets

Europe

Europas Börsen haben am Donnerstag mit leichten Verlusten geschlossen. Im Blick stand weiter die Entwicklung an den Anleihemärkten. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 14.056 Punkte, zeitweise notierte der Index unter der 14.000er-Marke. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,2 Prozent auf 3.705. Wenig Neues gab es aus Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs haben - wie an der Börse erwartet - eine Fortsetzung des Lockdowns bis zum 28. März und stufenweise Öffnungsschritte vereinbart. Dies wird als ein Fahren auf Sicht gesehen, je nach Inzidenz soll die heimische Wirtschaft in überschaubaren Schritten hochgefahren werden. Technologiewerte (minus 3,3 Prozent) waren neben Rohstoffwerten der Hauptverlierer in Europa. Hier drückten die hohen Renditen. Besonders unter Druck standen Chip-Aktien, und das trotz der Chip-Knappheit in vielen Sektoren wie etwa der Automobilbranche. Unter anderem fielen ASML 6,1 Prozent, Aixtron 7,2 Prozent, Infineon rund 6,5 Prozent und STMicro um 3,6 Prozent. Für den Ölsektor ging es mit dem Opec+-Treffen um 1,7 Prozent nach oben. Die Ölförderländer wollen die derzeit geltenden Mengenbegrenzungen bis Ende April verlängern. Diese Nachricht trieb die Ölpreise um über 5 Prozent nach oben. Henkel gewannen nach volatilem Verlauf 1,7 Prozent. Die Geschäftszahlen bewegten sich im Rahmen der Erwartungen. Merck schlossen 0,2 Prozent im Plus. Bei den Ergebnissen des vierten Quartals 2020 hat Life Sciences die hohen Erwartungen laut der Citigroup übertroffen, während der Bereich Electronics, zuvor Performance Materials, zu einer guten Verfassung zurückgefunden habe. Vivendi gaben 4,2 Prozent nach. Das Schlussquartal der Franzosen überraschte positiv, was nach Aussage von Analysten vor allem auf das gute Abschneiden von UMG zurückzuführen war. Das Restgeschäft habe solide Zahlen ausgewiesen. Allerdings sehen Beobachter nach der jüngsten Kursentwicklung kurzfristig keinen Trigger mehr nach oben.

United States

Erneut anziehende Renditen am Anleihemarkt haben am Donnerstag die Wall Street ins Minus gedrückt. Die mit Spannung erwarteten Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell konnten die Märkte nicht beruhigen. Im Gegenteil. Powell versicherte, dass die Notenbank sich nicht zurücklehnen und eine Verschärfung der Finanzmarktbedingungen zulassen wird. "Ich wäre besorgt über ungeordnete Bedingungen auf den Märkten oder eine anhaltende Verschärfung der finanziellen Bedingungen, die das Erreichen unserer Ziele gefährden", sagte Powell während eines Webinars des Wall Street Journal. Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 30.924 Punkte, nachdem er im Tagestief schon bei 30.548 Punkten gelegen hatte. Der S&P-500 fiel um 1,3 Prozent und für den Nasdaq-Composite ging es 2,1 Prozent nach unten. Insgesamt standen den 734 (Mittwoch: 1.551) Kursgewinnern 2.566 (1.730) -verlierer gegenüber. Unverändert gingen 57 (71) Titel aus dem Handel. Unter den Einzelwerten gaben Okta um 6,2 Prozent nach. Das Unternehmen kauft den Software-Anbieter Auth0 für 6,5 Milliarden Dollar. Marvell verloren trotz guter Geschäftszahlen 12 Prozent. Beobachter sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem guten Lauf der Aktie. Nicht so schlecht wie befürchtet hat American Eagle Outfitters (+8,9%) im vierten Quartal abgeschnitten. Positiv wurden auch die Viertquartalszahlen der Supermarktkette Kroger (+2,5%) aufgenommen.

Asia

Die Aktienbörsen in Ostasien und Australien präsentieren sich am Freitag im späten Verlauf überwiegend im Minus. Allerdings erholen sich die Märkte zum Teil deutlich von ihren Tagestiefs. In China geben die Kurse moderat nach - in Schanghai um 0,4 und in Hongkong um 0,7 Prozent.

Bonds

Die US-Anleiherenditen legten mit den Powell-Aussagen deutlich zu. Die Rendite zehnjähriger Titel sprang bis auf 1,55 Prozent – den höchsten Stand seit Februar 2020. Vor den Ausführungen des Fed-Chairman hatte diese bei 1,48 Prozent gelegen. Zu Beginn des Jahres hatte die zehnjährige Rendite noch unter 1,00 Prozent notiert.

Analysis

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Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.