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Research Market strategy
by Swissquote Analysts
Live Analysis

K-förmige Erholung der US-Aktien: Big Caps im Vergleich zu anderen

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Der S&P 500 legte nach seinem Rücksetzer im März eine atemberaubende Erholung hin und verbuchte den kürzesten und beeindruckendsten Anstieg nach einem Bärenmarkt aller Zeiten. Der Index erholte sich in den fünf Monaten nach dem Rücksetzer vom März um fast 60 %, da die Anleger sich auf die mit einem Abschlag notierenden US-Aktien stürzten. Aber nicht alle Unternehmen konnten gleichermassen von dieser Marktrallye profitieren. Die v-förmige Korrektur des S&P 500 hat in der Tat eine sehr ungleichmässige Erholung verschleiert. Die meisten Unternehmen schnitten während der Covid-Krise schlecht ab, aber ihre schlechten Performances blieben unter dem Schatten des Glanzes der Big Caps verborgen.

Grosse Technologieunternehmen, die eine dominante Auswirkung auf den kapitalisierungsgewichteten S&P 500 haben, beeinflussten die Tendenz der Gesamtperformance des Index stark.

Die FAANG-Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google-Mutterkonzern Alphabet) machen zusammen mit Microsoft 25 % des S&P 500 Index aus. Alle ausser Alphabet erholten sich auf Rekordhöchstwerte, da die Pandemie die Nachfrage nach Onlineprodukten und -services erhöhte. Die gemeinsame Performance der FAANGs überschritt im März und August 70 %, während die übrigen 495 Unternehmen im S&P 500 ca. 45 % der Performance ausmachten.

Auf der anderen Seite des Leistungsspektrums zeigten die kleineren Unternehmen im selben Zeitraum eine viel weniger beeindruckende Performance. Der Russell 2000 Index, der sich aus den 2000 Unternehmen mit der kleinsten Marktkapitalisierung zusammensetzt, blieb unter seinen Werten vom Februar kurz bevor der covid-bedingte Abverkauf begann.

Der neue Begriff am Aktienmarkt ist daher eine «k-förmige» Korrektur, die die sogenannte «V-Form» um das fehlende Bein ergänzt, und sich auf die Unternehmen bezieht, deren Aktienkurse als Folge der starken Konjunkturverlangsamung eingebrochen sind und die keine Möglichkeit hatten, sich so schnell zu erholen wie die Big Caps.

Als Folge dessen sind grosse Unternehmen noch grösser geworden und kleine Unternehmen noch kleiner.

Die Kurse einiger grosser Unternehmen erreichten fraglich hohe Werte, da selbst mit der erhöhten pandemie-bedingten Nachfrage ihre Gewinne nicht mit ihren stark ansteigenden Aktienkursen mithalten konnten.

Die Kurs-/Gewinnverhältnisse (KGV) stiegen deutlich.

Das KGV ist eines der beliebtesten Masse für die Bewertung der Aktienkurse von Unternehmen. Wie sein Name zeigt, handelt es sich dabei um den Aktienkurs eines Unternehmens im Verhältnis zu seinem Gewinn pro Aktie.

Anleger verwenden das KGV, um zu beurteilen, ob der Aktienkurs eines Unternehmens im Vergleich zu seinen eigenen historischen Werten oder im Vergleich zu den Aktienkursen von ähnlichen Unternehmen zu hoch oder zu niedrig ist. Es handelt sich um ein sehr übliches vergleichendes Analysetool.

Das historische Mittel für das KVG des S&P 500 ist 15,81, was bedeutet, dass der S&P 500 durchschnittlich 15,81 über den zugrunde liegenden Unternehmensgewinnen handelt. Aber dieses Verhältnis ist aktuell auf 30 angestiegen, fast doppelt so viel wie der historische Durchschnitt. Das ist die Folge einer atemberaubenden Rallye der führenden US-Aktienkurse, die durch einmalige geldpolitische und steuerliche Anreize nach oben getrieben wurden.

Und die KGV der beliebtesten US-Unternehmen liegen aktuell deutlich über dem bereits überdurchschnittlichen KGV des S&P 500. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Newsletters lag das KGV von Alphabet, Facebook und Microsoft bei 33, 34 bzw. 38. Das KGV von Netflix liegt bei 82, das von Amazon bei 126.

Wenn wir uns extremere Zahlen ansehen, so ist das KGV von Tesla auf 1000 gestiegen, und das von Zoom hat 1600 überschritten.

Was würde das für die Zukunft der Marktpreise bedeuten?

Für Anleger, die ihre Entscheidungen auf den KGVs basieren, gibt es keine einfache Daumenregel.

Und ein niedriges KGV könnte bedeuten, dass ein Aktienkurs unterbewertet ist, es könnte also ein Signal dafür sein, auf eine Aufwärtskorrektur zu setzen. Aber es könnte auch bedeuten, dass die Anleger für die Zukunft niedrigere Renditen erwarten, was ein Grund wäre, die Aktien des Unternehmens zu verkaufen.

Ein hohes KGV könnte ebenso andeuten, dass der Kurs einer Unternehmensaktie eventuell zu hoch angestiegen ist, weshalb es interessant wäre, auf eine Abwärtskorrektur zu setzen und die Aktie zu verkaufen. Aber es könnte auch bedeuten, dass Anleger für die Zukunft höhere Wachstumsraten und robuste Renditen erwarten und könnte somit auch rechtfertigen, eine Long-Position einzugehen, um von weiteren Gewinnen zu profitieren.

Zusammenfassend, der Anleger muss auf sein Bauchgefühl setzen. Ein sehr hohes KGV bedeutet nicht unbedingt, dass der Aktienkurs in der Zukunft fällt, auch wenn sehr hohe Verhältnisse die Alarmglocken auslösen.

Sieht man sich die Daten aus der Vergangenheit an, so fallen die einzigen Male, als das KGV des S&P 500 ungewohnt hoch war, mit Finanzkrisen zusammen. Das KGV näherte sich direkt nach der dot.com-Blase 2000 einem Wert um 45 und stieg im Mai 2009 nach der Subprime-Krise stark auf 123,73 an, was dazu führte, dass die Federal Reserve die Büchse der Pandora öffnete, um zu verhindern, dass die Finanzmärkte mit den fallenden Gewinnen zusammenbrachen.
Das KGV des S&P 500 ging jedoch jedes Mal wieder zurück auf angemessene Werte, was vor allem an einer Erholung der Gewinne liegt und nicht unbedingt an einem Rückgang der Anlagenpreise, da der S&P 500 weiter auf neue Gebiete anstieg.

Somit wäre eine vernünftige Erklärung, dass die KGV auf ihre historischen Werte zurückgehen, nicht unbedingt aufgrund von Preisrückgängen, sondern auch aufgrund besserer Gewinne, wenn sich die Covid-Situation verbessert.

Aber es ist nicht klar, ob die grossen Technologieunternehmen so ehrgeizige Ergebnisse liefern könnten, die rechtfertigen würden, dass ihre Kurse 100, 1000 der sogar 1500 Mal so hoch sind wie ihre Gewinne.

Somit wäre die realistischste Erwartung eine Abwärtskorrektur der Kurse der grossen Technologieaktien, in Kombination mit einer Overperformance bei den Nachzüglern bei Einsetzen der Konjunkturerholung.

Aber aufgrund der gestörten Marktdynamik könnte es lange dauern, bis der Markt wieder vernünftig wird. Somit könnte die Rallye der grossen Technologieaktien die irreführende Wahrnehmung einer v-förmigen Korrektur der US-Aktien unterstützen, da die Zentralbanken und Regierungen in der Hoffnung, dass die Unternehmen, die unten auf der Liste stehen, ebenfalls die wirtschaftlichen Unruhen durch die Pandemie überstehen, weiter Geld auf die Märkte pumpen.

 
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