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Research Market strategy
by Swissquote Analysts
Live Analysis

Wie könnte die anstehende US-Wahl die Aktienmärkte beeinflussen?

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Die Covid-Pandemie war für die Märkte in diesem Jahr nahezu das einzige Gesprächsthema. Aber in ca. drei Monaten finden die US-Präsidentschaftswahlen statt und die Aufmerksamkeit der Anleger wird darauf übergehen, was in den USA vor den Wahlen im November an politischer Front passiert und wie verschiedene Wahlergebnisse die Performance der US-Aktienmärkte beeinflussen könnten.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Volatilität des Aktienmarktes in den Monaten vor einer Wahl normalerweise steigt. Das liegt an den politischen Unsicherheiten und der ständigen Auswertung der Umfrageergebnisse und Markterwartungen.

Als Faustregel gilt: Ein Vorsprung der Republikaner unterstützt die Aktienkurse, da die Republikaner sich darauf konzentrieren, die Unternehmens- und Aktionärsgewinne zu erhöhen, während ein Vorsprung für die Demokraten üblicherweise die entgegengesetzte Auswirkung auf die Aktienkurse hat, da die Demokraten sich auf die Neuverteilung von Vermögen, sozialen Rechten und Leistungen konzentrieren.

Die Märkte entwickeln sich normalerweise auch besser, wenn der amtierende Präsident im Amt bleibt. Es geht wieder einmal um Sicherheit, und ein Wechsel von einer republikanischen Regierung zu einer demokratischen Regierung könnte die Aktienkurse negativ beeinflussen, da die Anleger mit unternehmensunfreundlichen Änderungen wie strengeren Vorschriften, höheren Unternehmenssteuern usw. rechnen.

Aber dieses Mal ist die Situation anders. Die US-Wirtschaft kämpft aufgrund einer globalen Pandemie mit einer noch nie dagewesenen Rezession, die alle Unternehmensschichten landesweit zerstört hat. Donald Trump steht aufgrund seines schlechten Umgangs mit der öffentlichen Gesundheitskrise, der dazu geführt hat, dass die USA von allen Ländern am schlimmsten von der Pandemie heimgesucht wurde, stark in der Kritik.

Die US-Wirtschaft hat das Schlimmste noch nicht überstanden, da ca. 15 Millionen arbeitslos sind und die Staatsschulden sprunghaft ansteigen, auch wenn die v-förmige Korrektur an den US-Aktienmärkten die Wahrnehmung der zugrundeliegenden Fundamentaldaten verzerrt und im Vergleich zu dem, was wirklich passiert, ein völlig anderes Bild zeigt.

Das Forbes-Magazin schreibt, dass der Aktienmarkt und die Wirtschaft die Schlüsselindikatoren dafür sind, wer eine Präsidentschaftswahl gewinnt und hebt hervor, dass ein Schlüsselindikator für eine Wiederwahl ist, in den beiden Jahren vor einer Wahl eine Rezession vermeiden zu können. Im letzten Jahrzehnt wurden Präsidenten, die während diesem zweijährigen Zeitraum eine Rezession verhindern konnten, wiedergewählt.

Genauso ist auch eine positive Wertentwicklung des S&P 500 in diesen drei Monaten vor einer Wahl ein wichtiges Anzeichen dafür, dass der amtierende Präsident wiedergewählt wird und eine negative Wertentwicklung des S&P 500 würde andeuten, dass eine neue Regierung das Zepter übernimmt. Laut Forbes hat die dreimonatige Wertentwicklung des S&P 500 seit 1928 bis zu 87 % der Wahlergebnisse und seit 1984 100 % vorhergesagt.
Aber in der Vergangenheit lag die Aktienmarktperformance zumindest etwas im Einklang mit den zugrunde liegenden wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Das ist dieses Jahr eindeutig nicht der Fall. In der Tat haben die massiven geldpolitischen und steuerlichen Anreize eine grosse Menge an Liquidität auf die Finanzmärkte gepumpt, was die schnellste Erholung der Aktienkurse nach einem Bärenmarkt ausgelöst hat. In der Zwischenzeit hat die Realwirtschaft die Markteuphorie hinter sich gelassen und nur eine moderate Erholung erfahren.

Wenn wir uns also den tatsächlichen Zustand der Wirtschaft ansehen, so ist Donald Trump in einer schwierigen Position, da er der schlimmsten Wirtschaftsrezession unseres Lebens zum Opfer gefallen ist, und die Situation wird sich bis die Wähler ihre Stimme abgeben wohl kaum wesentlich ändern. Aber wenn wir uns das ganze aus Aktienmarktperspektive ansehen, so steht er nicht so schlecht da.

2020 wird zeigen, was für die Wähler am wichtigsten ist: Die Entwicklung des Aktienmarktes oder die Realwirtschaft.

Die Wahlumfragen zeigten einen zweistelligen Vorsprung für Joe Biden vor Donald Trump, auch wenn die jüngsten Umfragen zeigen, dass Bidens Vorsprung seit Juni deutlich nachgelassen hat. Aber was die Führung Bidens angeht, so setzt sie die US-Aktien nicht unter Druck. Aufgrund der katastrophalen Wirtschaftsbedingungen können die Demokraten den Finanzmärkten nicht gross schaden, da man befürchtet, dass jede Aktienschwäche umfassendere Auswirkungen auf die Wirtschaft haben könnte. Die Anleger sind also überzeugt, dass die Pandemie ihre Kapitalgewinne selbst unter einer demokratischen Regierung etwas schützen würde.

Auf der anderen Seite versichern die historischen Daten, dass reflexartige Abverkäufe kurzlebig waren und die Aktienkurse sich im Jahr nach einer Wahl erholt haben, egal wer die Wahl gewonnen hat, auch wenn eine Übergabe des Zepters an eine demokratische Regierung zunächst eine negative Reaktion in Form eines Rückgangs der wichtigen US-Indizes um 2-3% hervorrufen könnte.

Dieses Mal geht es jedoch bei der US-Wahl nicht unbedingt darum, wer das Rennen macht. Ein Sieg der Demokraten ist nicht das grösste Risiko für die US-Aktienkurse.

Das Hauptrisiko für die US-Wahl 2020, und auch für die Aktienmärkte, ist, dass die Wahl sich verzögern könnte.

Sollte die Pandemie verhindern, dass die US-Wähler am 3. November ihren Präsidenten wählen können, scheint eine Briefwahl eine sichere Option zu sein.
Aber Donald Trump ist bereit, die Wahl am 3. November zu verschieben, um Zeit zu gewinnen. In einem Tweet vor kurzem warnte der Präsident davor, dass «die Briefwahl, sofern sie nicht von den Gerichten geändert wird, zur korruptesten Wahl in der Geschichte unserer Nation führen wird». Aber Trump hat nicht die Befugnis, die Wahl selbst aufzuschieben, die Entscheidung müsste vom Senat genehmigt werden.

Aktuell ist eine Verzögerung sehr unwahrscheinlich, sollte sie jedoch umgesetzt werden, könnte das die Finanzmärkte stark belasten, da den Anlegern politische Störungen nicht gefallen, und Unsicherheiten noch viel weniger.

 
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