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Research Market strategy
by Swissquote Analysts
Daily Market Brief

Abgetaucht.

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Abgetaucht.

Von Ipek Ozkardeskaya

Das US-Rohöl erreichte zum ersten Mal überhaupt negative Werte und handelte am Montag auf -40 USD pro Barrel. Das liegt daran, dass das globale Ölüberangebot inzwischen so hoch ist, dass kein Spielraum mehr übrig ist, um diese grosse Menge an ungenutztem Öl zu lagern. Der Markt ist förmlich abgetaucht. Daher stieg die Panik gestern auf nie da gewesene Weise, da keiner die Ölkontrakte halten wollte, die heute ablaufen, weshalb Anleger belohnt werden, die bereit sind, dieses unerwünschte Öl zu kaufen und es zu lagern.

Wenn wir nun zurückschauen, so haben die Ölproduzenten seit der Coronavirus-Krise zu stolz oder zu geizig weiter Öl gefördert, obwohl es nicht nötig war, Vorräte aufzubauen, da die Nachfrage zunehmend nachliess. Als Folge dessen sind fast 80% der Lagerkapazitäten weltweit ausgeschöpft. Heute erhöht jedes zusätzliche Barrel das bereits massive globale Überangebot und trägt so zum Aufbau von riesigen Vorräten bei, die keine Käufer finden. Das Ergebnis ist für die Ölhersteller dramatisch.

Natürlich ist es an diesem Punkt klar, dass Korrekturen an der täglichen Ölproduktion nicht dazu beitragen würden, die Stimmung am Ölmarkt zu verbessern. Da die Sorgen zunehmen, dass die globale Kapazität, Barrel im zweistelligen Millionenbereich an zusätzlichem Öl pro Tag zu speichern, mit alarmierender Geschwindigkeit nachlässt, könnte nichts ausser einer kompletten Einstellung der Ölproduktion zu einer wesentlichen Erholung an diesem Markt führen.

Der atemberaubende Rückgang des Öls belastet die Anlegerstimmung. Der ASX 200 fiel um 1,88%, der Hang Seng verlor 2,29% und der Nikkei gab 1,97% ab.

Die Aktivität der FTSE- Futures (-1,56%) deutet einen bärischen Start in London an. Die britischen Energieaktien werden sicherlich weiter leiden.

Die US-Futures fallen ebenfalls, aber die Verluste überschreiten zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Newsletters nicht 1%.

Wenn die Verluste bei den Aktien nun unter denen bleiben, die wir vor ein paar Wochen gesehen haben, dann liegt es daran, dass der Rückgang der Ölpreise an sich nicht für alle schlecht ist. Er ist natürlich schrecklich für Ölhersteller und energielastige Wirtschaften, aber günstiges Öl ist positiv für die globale Konjunkturerholung, da es neben den massiven steuerlichen und geldpolitischen Massnahmen der Regierungen weltweit dazu beitragen sollte, das Wachstum zu fördern. In der Vergangenheit haben wir niedrige Ölpreise und gleichzeitig bessere Wachstumszahlen gesehen. Die negative Korrelation zwischen den Ölpreisen und der Wirtschaftsaktivität ist der Silberstreifen am Horizont; die Unternehmen erhalten ein günstiges Umfeld, um nach dem fürchterlichen Stopp ihrer Tätigkeiten wieder aus ihrer Asche aufzuerstehen. Somit sollten die Gewinne im ersten Quartal bereits eine Talsohle anzeigen, und den wochenlang eingeschränkten Aktivitäten sollte ein Anstieg der Einkommen der meisten Sektoren folgen. Die Dienstleistungen dürften jedoch schrittweise zunehmen, da das Leben nach den wochenlangen Ausgangssperren wohl nicht zu seiner normalen Geschwindigkeit zurückfinden wird. In dieser Perspektive könnten industrielastige Indizes die Performance der energie- und dienstleistungslastigen Indizes überschreiten, bis das Wirtschaftsleben weltweit wieder seine normale Geschwindigkeit erreicht hat.

Kaufen Sie Öl? Negative Ölpreise waren eine aussergewöhnliche Chance für risikofreudige Anleger, während eher risikoscheue Anleger darauf warten, dass die Flut nachlässt, bevor sie in den Markt einsteigen. Gestern hat sich bestätigt, dass der Ölmarkt keine konkrete Untergrenze hat.

Was mit den Gewinnen tun? Aufgrund der Dispersion bei den Gewinnerwartungen, der kompletten Abwesenheit einer plausiblen Benchmark und der Zurückhaltung der Unternehmen, Prognosen abzugeben, wäre es vernünftig, die Unternehmensergebnisse mit Vorsicht zu geniessen, diese Berichtssaison zu überbrücken und sich für die Zukunft auf eine angemessene Geschwindigkeit der Erholung zu konzentrieren. Die CFTC-Daten der letzten Woche zeigen, dass die spekulativen Netto-Short-Positionen im S&P 500 die höchsten Werte seit dem ersten Quartal 2019 inmitten der erhitzten Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA und Ende 2016 erreicht haben. Das bedeutet zwei Dinge auf einmal: vor der Berichtssaison für das 1. Quartal steigt die Unruhe, wir haben aber auch ein höheres Potenzial, dass wir sofort einen Short Squeeze sehen.

Zoomt man die Aktienkurse heraus, so spiegeln diese auf ihrem heutigen Stand bereits die hohe Kontraktion der wirtschaftlichen Aktivität im ersten Quartal 2020 wider. Sich die tatsächlichen Ergebnisse anzusehen wird sicherlich für alle nervenaufreibend sein, aber die Sorge um die Ergebnisse wird wahrscheinlich leichtere Belastungen im Vergleich zu dem auslösen, was wir inmitten der coronavirusbedingten Unruhen bereits erlebt haben. Nachrichten, dass die Neuinfektionen weltweit nachlassen, sollten die Anleger motivieren, dass sich die Aktienmärkte weiter erholen werden. Ab jetzt sollte die Angst, eine allgemeinere Erholung zu verpassen, das Abwärtspotenzial begrenzen.

Bei den Devisen bleibt der Euro gegenüber dem US-Dollar um die 1,0820-Marke im Angebot. Der Abwärtsdruck sollte vor dem Eurogroup-Gipfel am Donnerstag anhalten, da die europäischen Politiker wohl gemeinsame Massnahmen ankündigen werden, um gegen die coronavirusbedingte Konjunkturabschwächung vorzugehen, aber es wird wohl schwierig werden, sich zu den sogenannten Corona-Anleihen zu einigen.

Das Cable zeigt sich vor den diese Woche anstehenden wichtigen Wirtschaftsdaten schwach. Heute steht die britische Arbeitslosenquote an, die sicherlich für Februar unverändert bei 3,9% lag, und das Lohnwachstum dürfte um 3,0% im Jahresvergleich liegen. Aber diese Zahlen sagen nicht viel aus, dass wir ab März eine deutliche Verschlechterung bei den Stellen sehen sollten.

Der Abverkauf des Loonies bleibt beschränkt, der USDCAD liegt knapp unter der 1,42-Schwelle, aber Abwärtsrisiken herrschen vor und wir sehen um 1,40 eine solide Unterstützung.

Gold hält sich trotz dem historischen Rückgang an den Ölmärkten tapfer. Das gelbe Metall handelt leicht unter 1700 USD pro Unze, was andeutet, dass das Aufwärtspotenzial zumindest vorübergehend um 1700 USD/1750 USD ausgeschöpft ist.

Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen sind um 0,60% gefallen, da die Anleger versuchen, in US-Staatsanleihen Schutz zu suchen.

 
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