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«Wir brauchen eine neue Form der Regulierung»

Er ist weltweit ein gefragter Experte: William Mougayar zeigt den Weg auf zu einer massentauglichen Nutzung der Blockchain.

Die Blockchain wird die Welt zwar revolutionieren, aber noch nicht sofort... Das ist der Tenor von William Mougayar zum Stand der Blockchain-Technologie, die er gerne mit dem Internet der 1990er-Jahre vergleicht.

In welchen Wirtschaftsbereichen wird sich die Blockchain als Erstes durchsetzen?

Bedenkt man, dass die Technologie ursprünglich dafür gedacht war, digitales Geld zu überweisen, wird sie zunächst die Finanzdienstleister betreffen. Doch die Auswirkungen dürften dort anfangs relativ gering sein, weil der Markt einfach riesig ist. Man darf jedoch nicht nur die Marktanteile sehen. Man muss sich immer vor Augen halten, dass die Blockchain zu einem Parallelsystem führt, das es so noch nicht gegeben hat. Und es ist viel einfacher, ein neues System zu erschaffen, als ein bereits bestehendes anzugreifen.

Kennen Sie Beispiele für den Einsatz der Blockchain bei Grosskonzernen?

Wir warten noch auf eine wirklich erkennbare Einsatzmöglichkeit. Das liegt daran, dass grosse Unternehmen für die Planung, Genehmigung, Finanzierung, Prüfung und Umsetzung grosser Projekte sehr lange brauchen. Zudem fürchten sie, ihre Geschäftsmodelle zu torpedieren, was durch die Blockchain tatsächlich schnell passieren könnte. Zur Stunde beschränken sich die Konzerne darauf, mit der Technologie zu experimentieren, ohne ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Wenn Sie kurzfristig grosse Innovationen sehen wollen, werden Sie diese meiner Meinung nach eher unter den Tausenden Start-ups finden, die in dieser Nische gerade aus dem Boden spriessen.

Woran erkennt man als Anleger besonders vielversprechende Unternehmen?

Man sollte Firmen bevorzugen, die ihre Verpflichtungen gegenüber echten Nutzern einhalten, anstatt leere Versprechungen zu machen. Ich setze auf Unternehmen, die nachvollziehbare Leistungskennzahlen vorweisen können, wie die Zahl aktiver Nutzer, die Anzahl und den Wert der getätigten Transaktionen, die Auftragszahlen, die Art, wie Nutzer entlohnt werden, usw.

 

«Der Einfluss der Blockchain wird sich zwischen 2022 und 2025 so richtig bemerkbar machen»

 

Wenn es um Probleme in der Blockchain-Entwicklung geht, werden oft rechtliche Aspekte genannt...

Ich bin überzeugt, dass sich das Potenzial der Blockchain erst dann entfalten wird, wenn kommerzielle, technische und rechtliche Aspekte zusammengehen. Der Business-Part hängt von der Innovationsfähigkeit ab. Die Technologie selbst wird ständig weiterentwickelt. Doch rechtlich gesehen haben wir leider noch nicht eingesehen, dass wir eine neue Form der Regulierung brauchen. Wir versuchen verzweifelt, bestehende Vorschriften anzuwenden, was in etwa so gut funktioniert, wie einen eckigen Pflock in ein rundes Loch schlagen zu wollen.

Wie lange wird es dauern, bis die Blockchain in der Mitte der Wirtschaft angekommen sein wird?

Ihr Einfluss wird sich zwischen 2022 und 2025 so richtig bemerkbar machen. Wir müssen uns auf eine lange Anlaufphase einstellen, so wie das auch beim Internet der Fall war. Nicht wenige der Technologien müssen erst noch reifen und weiterentwickelt werden, bevor breite Verbraucherkreise sie nutzen können. Wir stehen erst am Anfang. Aktuell sind wir wahrscheinlich erst bei 65 Prozent der Infrastruktur und bei 30 Prozent der Middleware (Programme, die zwischen zwei Anwendungen vermitteln können, Anm. d. Red.) und bestenfalls bei 10 Prozent hinsichtlich der Entwicklung von Anwendungen.

Wie erklären Sie sich, dass der Kurs alternativer Kryptowährungen noch so stark an den Kurs des Bitcoins gekoppelt ist?

Die Kryptowährungskurse bewegen sich derzeit gemeinsam, wie in einer Herde. Die fehlende Unterscheidung zwischen guten und schlechten Projekten zeigt deutlich, wie hochspekulativ dieser Markt ist. Die Menschen verlieren den realen Nutzen der Token aus dem Blick. Theoretisch müssten sich am Ende die besten Kryptowährungen durchsetzen, weil sie solider sind als andere. Doch da die meisten Anleger nur den schnellen Profit suchen und jegliches Mass verloren haben, werden die klassischen Regeln von Angebot und Nachfrage über den Haufen geworfen. Altcoins und Bitcoins werden unter zwei Bedingungen voneinander unabhängig: Es müssen sich mehr besonnene Anleger für den Markt interessieren, und es muss klare Bewertungskriterien für die Währungen geben.

Mr. Blockchain

William Mougayar, Gründer diverser Start-ups im IT-Sektor, befasst sich seit 2013 mit der Blockchain-Technologie. 2016 erschien sein Bestseller «The Business Blockchain». Als Blogger, Redner und Berater ist er international gefragt. Mougayar lebt zurzeit in Toronto, wo er als Managing Partner & Chief Investment Officer für JM3 Capital tätig ist.

 
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