DISCLAIMER

Our systems have detected that you are using a computer with an IP address located in the USA.
If you are currently not located in the USA, please click “Continue” in order to access our Website.

Local restrictions - provision of cross-border services

Swissquote Bank Ltd (“Swissquote”) is a bank licensed in Switzerland under the supervision of the Swiss Financial Market Supervisory Authority (FINMA). Swissquote is not authorized as a bank or broker by any US authority (such as the CFTC or SEC) neither is it authorized to disseminate offering and solicitation materials for offshore sales of securities and investment services, to make financial promotion or conduct investment or banking activity in the USA whatsoever.

This website may however contain information about services and products that may be considered by US authorities as an invitation or inducement to engage in investment activity having an effect in the USA.

By clicking “Continue”, you confirm that you have read and understood this legal information and that you access the website on your own initiative and without any solicitation from Swissquote.

«ZWEI ODER DREI MULTIS WERDEN DEN MARKT BEHERRSCHEN»

Der CEO des kanadischen Cannabis-Unternehmens Hydropothecary, Sébastien St-Louis, sagt seiner Branche eine rosige Zukunft voraus.

MIT VOLLDAMPF VORAUS

Bis zum Sommer 2013 war nicht abzusehen, dass sich Sébastien St-Louis einmal für Cannabis interessieren würde. Der CEO von Hydropothecary, der einen MBA in Finanzwissenschaften besitzt, leitete zu dieser Zeit eine Immobilienfirma. Zuvor war er als CFO eines Unternehmens für Autoersatzteile sowie in einer Bank tätig gewesen. Die Änderung des kanadischen Gesetzes über medizinisches Marihuana gab dem 34-jährigen Vollblutunternehmer, der bereits mit 17 sein erstes Start-up gründete - eine auf 3D-Simulationen spezialisierte Unternehmensberatung - und mit 20 sein erstes Mietshaus kaufte, den entscheidenden Impuls. Auf seine ersten Gehversuche als Manager zurückblickend sagt er: «Damals war ich einfach noch zu jung. Bei der Gründung von Hydropothecary bin ich komplett anders vorgegangen und habe als Erstes ein starkes Team aufgebaut. Ich habe Marketing-, Rechts- und Finanzexperten an Bord geholt.»

Vaporizer, getrocknete Cannabisblüten, Cannabispulver und -öle: Die kanadische Firma Hydropothecary mit Sitz in Quebec gehört zu den Marktführern für Premiumprodukte auf Marihuanabasis. Fragen an CEO Sébastien St-Louis.

Ab dem 1. Juli wird der Freizeitkonsum von Cannabis in Kanada legal sein. Wird der Rest der Welt diesem Beispiel folgen?

Das Cannabis-Phänomen steckt noch in den Kinderschuhen. Kanada hat den Anfang gemacht, doch schon bald werden wir sehen, dass weitere Länder wie Dänemark, Deutschland oder Australien denselben Weg einschlagen werden. Ich rechne mit einem ähnlichen zeitlichen Verlauf wie in Kanada, also vier bis fünf Jahre für die medizinische Zulassung, danach kommt die vollständige Legalisierung. Auch die USA werden Cannabis in den nächsten acht bis zehn Jahren landesweit zulassen.

Haben Sie keine Angst vor einem möglichen Rückschritt in den USA, falls Washington den Bundesstaaten ein striktes Verbot aufzwingen sollte?

Nein, ich glaube nicht, dass der Lauf der Dinge noch zu stoppen ist. Möglicherweise werden wir mehr oder weniger schlechte Phasen erleben, wie man es von Marktverwerfungen kennt, aber die Legalisierung selbst scheint unumgänglich zu sein. Das kanadische Beispiel wird die Verantwortlichen zum Nachdenken anregen, vor allem hinsichtlich der möglichen Steuereinnahmen.

Sind kanadische Unternehmen im Vorteil?

Sollte es in den nächsten zwölf Monaten keine Gesetzesänderung in den USA geben, werden die kanadischen Anbieter einen entscheidenden Vorsprung haben. Sie werden über Erfahrung auf dem Markt und über einen höheren Cashflow verfügen. Neue Marktteilnehmer werden als Start-ups mit etablierten Unternehmen konkurrieren. Besonders vielversprechende Jungunternehmen werden dann wahrscheinlich von den kanadischen Firmen aufgekauft werden. Meine Prognose lautet, dass über kurz oder lang zwei oder drei Multis den Cannabismarkt beherrschen werden. Und wir beabsichtigen, einer davon zu sein. Canopy Growth hat ebenfalls gute Chancen.

Abgesehen von den finanziellen Hürden: Was hält Marktteilnehmer davon ab, Ihr Modell einfach zu kopieren?

Alles hängt davon ab, von welchem Geschäftsfeld wir sprechen. Cannabis anzubauen, ist in der Tat nicht sehr kompliziert. Doch unser Geschäftsmodell beschränkt sich nicht auf den Anbau. Uns geht es vor allem darum, die Pflanzen weiterzuverarbeiten und in unsere verschiedenen Produkte zu integrieren. Im Moment sind wir ganz klar ein technologischer Manufakturbetrieb. Innovationen und Forschung & Entwicklung sind in diesem Sektor allerdings nicht so einfach, ebenso wenig wie die Freigabe und Marktzulassung neuer Produkte.

Aufgrund der Gesetzeslage präsentiert sich Hydropothecary bislang als Spezialist für Produkte zu ausschliesslich therapeutischen Zwecken. Welchen Einfluss wird die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum auf Ihr Geschäft und Ihre Unternehmensstrategie haben?

Alle Marktuntersuchungen deuten darauf hin, dass die Legalisierung auf sehr grosse Resonanz stossen wird. Der Handel mit therapeutischen Produkten wird zu 90 Prozent durch Produkte für den Freizeitkonsum ersetzt werden. Sobald der Markt legal ist, werden wir unsere Produktlinien entsprechend anpassen, um ein breiteres Publikum ansprechen können.

Es ist davon auszugehen, dass die Legalisierung Auswirkungen auf zahlreiche Branchen haben wird.

Das ist in der Tat so. Meist werden in diesem Zusammenhang die Tabak-, Alkohol- oder Pharmaindustrie genannt. Was den reinen Freizeitkonsum angeht, wird der Markt für Party-Drinks mit Cannabis boomen. Ein Vorteil dieser Getränke ist, dass einem die unangenehmen Nebenwirkungen von Alkohol am nächsten Morgen erspart bleiben. Aber auch andere Sektoren sind betroffen, zum Beispiel der Kosmetik- und Naturproduktebereich sowie, in grösserem Massstab, die Lebensmittelindustrie. Bei Hydropothecary arbeiten wir derzeit an der Entwicklung appetitanregender Cannabisgetränke und Sportsalben (auf Grundlage des in Cannabis enthaltenen Wirkstoffs CBD, Anm. d. Red.).

Wie läuft die Entwicklung von neuen Produkten ab?

Wir haben ein betriebsinternes Team aus rund 30 Ingenieuren und Chemikern, das unter anderem mit der F&E beschäftigt ist. Darüber hinaus wir arbeiten wir auch mit externen wissenschaftlichen Beratern zusammen.

Welche wegweisenden Innovationen sind demnächst auf dem Markt zu erwarten?

Eine der grössten technischen Herausforderungen besteht darin, THC wasserlöslich zu machen. Ist dieses Problem erst einmal gelöst, ist der Weg frei für eine ganze Reihe neuer Produkte. Im Kern geht es um die Wirkung von THC, allerdings ohne den typischen Cannabisgeschmack. Ich denke zum Beispiel an Getränke mit einem niedrigeren THC-Gehalt, die eine schwächere psychotrope Wirkung entfalten.

 

«Hydropothecary arbeitet derzeit an der Entwicklung von appetitanregenden Cannabisgetränke und speziellen Sportsalben»

 

Im vergangenen Oktober hat das US-Unternehmen Constellation Brands, dem auch die Biermarke Corona gehört, 10 Prozent Ihres Rivalen Canopy Growth übernommen. Planen Sie ebenfalls, Ihr Know-how an die Grosskonzerne der Lebensmittel- oder Getränkeindustrie zu verkaufen?

Solche Partnerschaften wird es sicher noch viele geben. Die grossen Getränkeproduzenten werden nicht nur unsere Kunden, sondern auch unsere Partner werden wollen.

Und doch halten viele Anleger den Cannabismarkt nach wie vor für unsicher. Mit welchen Argumenten lassen sich diese Investoren beruhigen?

Kurzfristig, also in den nächsten 18 Monaten, wird der Cashflow der grössten Unternehmen deutlich steigen, was einer Überlebensgarantie gleichkommt. Allein Hydropothecary hat bereits 20’000 Kilogramm Cannabis vorab an die Regierung von Quebec verkauft – die grösste Bestellung, die je getätigt wurde. Und das ist erst der Anfang. Wir gehen davon aus, dass die Mengen in Zukunft deutlich steigen werden.

In einem solchen Mass, dass hohe Gewinne abfallen?

Ja. Lassen Sie es uns rasch überschlagen: Die überwiegende Mehrheit unserer Produkte wird für etwa sieben Dollar pro Gramm verkauft werden. Wir wissen, dass darauf Steuern von etwa einem Dollar anfallen, und wir wissen auch, dass unsere Partner in der Regierung keine Margen von über 50 Prozent akzeptieren werden. Das garantiert uns Einkünfte von rund drei Dollar pro Gramm. Da unsere derzeitigen Kosten aber bei unter einem Dollar pro Gramm liegen, bleiben uns zwei Dollar Gewinn. Ein vorsichtiger Anleger könnte also davon ausgehen, dass sich unsere Gewinne langfristig bei etwa einem Dollar pro Gramm einpendeln, doch ganz objektiv sind die zwei Dollar in meinen Augen realistischer, vor allem, wenn man die zukünftigen Skaleneffekte berücksichtigt. Unser Ziel ist ein jährlicher Absatz von 100 Mio. Gramm. Konservativ geschätzt macht das im Durchschnitt 150 Mio. Dollar Gewinn pro Jahr. So gesehen ist Hydropothecary mit seiner Kapitalisierung von 700 Mio. Dollar noch ein Schnäppchen.

Eine persönliche Frage: Testen Sie Ihre Produkte auch selbst?

Ja, ich konsumiere auch. Dafür habe ich eine ärztliche Verordnung. Freitagabends bevorzuge ich eine Dosis unseres Elixier-Menthol-Sprays gegenüber einem Glas Alkohol.

Wie schätzen Sie den CBD-Markt in der Schweiz ein?

Das ist eine sehr interessante Art der Legalisierung. Es ist ein Anfang. Nach einer Legalisierung von Cannabis in der Schweiz könnten wir uns die Zusammenarbeit mit dem einen oder anderen der bereits bestehenden Schweizer KMU sehr gut vorstellen, da diese bereits über ein Distributionsnetz verfügen. Und wir könnten ihnen eine umfassende Produktpalette anbieten.

 
Live chat