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Der Kampf um die Carrier spitzt sich zu

Mit den Billigfliegern wächst auch der Druck auf die europäischen Flughafenbetreiber. Sie müssen massiv um die Airlines buhlen.

«Die Luftfahrtmessen, die Grossereignisse, bei denen alle Akteure des Luftfahrtsektors aufeinandertreffen, ähneln immer mehr einer Speed-Dating-Veranstaltung, bei der die Flughäfen um die Gunst der Airlines buhlen.» In einem Satz fasst Nicolas Paulissen, Generaldelegierter des französischen Flughafenverbands UAF, die Situation zusammen: Seit etwa 15 Jahren verschärft sich die Konkurrenz zwischen den europäischen Flughafenbetreibern, von denen einige wie Aéroports de Paris (ADP), Flughafen Zürich AG oder Fraport AG an der Börse notiert sind.

Der Grund für diesen Kampf um Einfluss ist dem durchschlagenden Erfolg der Billigflieger zu verdanken. Denn während die traditionellen Fluggesellschaften oft aus staatlichen Unternehmen hervorgegangen und strukturell stark in ihrem Heimatland verankert sind, handelt es sich bei den Billigfluglinien um flexible gesamteuropäische Gesellschaften, die jederzeit bereit sind, einen Flughafen zu verlassen, wenn die Rentabilität nicht mehr stimmt. Ryanair hat kürzlich erst beschlossen, die Standorte Eindhoven und Bremen dichtzumachen und in Weeze am Niederrhein Kapazitäten abzubauen.

Solche Meldungen sind inzwischen an der Tagesordnung: Bei 18’000 innereuropäischen Routen kommen jedes Jahr im Schnitt 3’000 neu dazu und 2’500 werden geschlossen. «Das zeigt die extreme Volatilität des Markts, eine Fluggesellschaft kann von heute auf morgen umziehen», so Olivier Jankovec, Generaldirektor des Airports Council International (ACI). «Für grosse Drehkreuze ist das nicht unbedingt ein Problem, aber für die kleinen Flughäfen kann das Aus für eine Verbindung schwerwiegende Folgen haben.»

Um sich das Ausmass der Entwicklung klarzumachen, muss man zurückblicken. «Vor dreissig Jahren ist niemand übers Wochenende nach Barcelona gereist, da eine Bahnreise zu lange dauerte und Fliegen zu teuer war», sagt Jean-Baptiste Nau, Luftfahrtexperte bei Wavestone. «Mit dem Einzug der Billigfluggesellschaften ist der Massentourismus explodiert.» Das zeigt aber auch, dass der Preis für die Reisenden zum Hauptargument bei der Wahl eines Reiseziels geworden ist: «Wenn Rom zu teuer ist, fliegt man eben nach Lissabon», so Nicolas Paulissen. Das hat zur Folge, dass etwa eine Stadt wie Cluj-Napoca in Rumänien mit dem irischen Cork bestehende Flugdienste halten und um neue konkurrieren muss. Die Flughäfen müssen daher finanzielle Anreize bieten, damit sich die Airlines bei ihnen niederlassen und die Ticketpreise so günstig wie möglich werden. «Das kann durch Rabatte bei den Flughafengebühren erfolgen», so Nicolas Paulissen.

 

«DIE BILLIGFLUGLINIEN BESITZEN INZWISCHEN ERSTAUNLICH VIEL MACHT»

Olivier Jankovec, Generaldirektor für Europa beim Airports Council International

 

«Manche Flughäfen schenken den Gesellschaften sogar Kommunikations- und Werbekampagnen.» Die Destinationen, die von dem Touristenboom profitieren, sind oft aktiv an solchen Verhandlungen beteiligt.

«Die Billigfluglinien besitzen inzwischen erstaunlich viel Macht», meint Olivier Jankovec vom Airports Council International. Das lässt sich auch zahlenmässig belegen: Die Billigflieger waren zwischen 2010 und 2016 mit einem stolzen Anteil von 76 Prozent am Wachstum des Luftverkehrs beteiligt, wie eine Studie des Airports Council International von 2017 ergab. Und durch die Langstrecken-Billigflüge wird sich diese Machtposition noch verstärken. «Mittelgrosse und sogar kleine Regionalflughäfen werden auf den Langstreckenmarkt vorstossen. Cork zum Beispiel bietet inzwischen regelmässige Verbindungen nach Boston und Manchester, aber auch Flüge nach Puerto Vallarta in Mexiko an», berichtet Nicolas Paulissen. «Doch die Möglichkeiten für neue Routen sind nicht unbegrenzt: Es wird nicht zugleich Toulouse-New York und Bordeaux-New York geben, sondern entweder das eine oder das andere.»

Die grossen europäischen Drehkreuze bleiben von dieser Entwicklung zwar weitestgehend verschont, müssen sich aber vor den Wettbewerbern aus den Golfstaaten und der Türkei in Acht nehmen. Denn die Flughäfen von Dubai, Abu Dhabi, Doha und Istanbul werben ihnen immer mehr Umsteigepassagiere ab. Und dieser Durchgangsverkehr macht in London Heathrow immerhin 30 Prozent, in Paris Charles de Gaulle (CDG) 32 und am Flughafen Frankfurt sogar 61 Prozent des Passagieraufkommens aus.

 

 
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