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«2020 markiert einen Wendepunkt»

Die grossen Gas- und Erdölproduzenten investieren in den noch jungen Markt für Wasserstoff. Auch Shell gehört dazu. Im Interview
erklärt Oliver Bishop, General Manager von Shell Hydrogen, wie er die Zukunft dieses Energieträgers sieht.

Gas- und Ölfirmen reissen sich um die Wasserstoffindustrie. Total und Shell bieten an ihren Tankstellen bereits Wasserstoff an und wollen auch in die Produktion des Gases einsteigen. «Swissquote Magazine» hat dazu Oliver Bishop befragt, General Manager bei Shell Hydrogen, einer Tochter des britischniederländischen Konzerns.

Warum interessieren sich die Gas- und Erdölkonzerne für Wasserstoff?

Wir bei Shell sind der Auffassung, dass diese Energieform ein enormes Potenzial hat und im Verlauf des nächsten Jahrzehnts auf Märkten wie Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Benelux, den USA, Japan und der Schweiz eine immer grössere Rolle spielen wird.

Aus welchen Gründen?

Weltweit wächst die Nachfrage nach Energie. Gleichzeitig müssen die Treibhausgasemissionen verringert werden, um die Klimaziele von Paris einzuhalten. Also braucht man Kraftstoffe mit niedrigem Kohlenstoffgehalt. Insofern denke ich, dass Wasserstoff eine wichtige Rolle spielen wird, sei es in Form von grünem Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien gewonnen wird, oder von blauem Wasserstoff aus Methangas, dessen Kohlenstoffemissionen aufgefangen und unterirdisch gespeichert werden. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Wasserstoff als die saubere Energie der Zukunft gepriesen wird. Was ist diesmal anders?

In der Industrie ist endlich eine echte Dynamik zu spüren. Die Fördermittel der Politik und die erhebliche Senkung der Kosten für die Wasserstoffproduktion machen Wasserstoff zu einer tragfähigen Alternative zu fossilen Energieträgern. In den vergangenen Wochen haben wir erlebt, wie die Europäische Union ein gewaltiges Programm zur Förderung von Wasserstoff beschlossen hat und viele Länder wie Deutschland, China und Australien nachgezogen sind. Diese Investitionen werden helfen, dass es diese Energiequelle über die anfängliche Hürde schafft, genau wie Solar- und Windkraft. Beides wurde jahrzehntelang gefördert, bevor diese Energien den heutigen Stellenwert einnehmen konnten. Ich bin überzeugt, dass 2020 einen Wendepunkt für den Wasserstoff markiert.

Elektroautos mit Batterie werden immer beliebter. Wo liegt der Vorteil von Wasserstoff für den Mobilitätssektor?

Batteriebetriebene Fahrzeuge spielen eine wichtige Rolle. Wenn man jedoch eine hohe Energiedichte benötigt, wird die Grösse der Batterien wegen des Gewichts zu einem Problem. Ich denke, dass der Anteil an Wasserstoff im Schwerverkehr, in der Schifffahrt und vielleicht langfristig auch in der Luftfahrt zunehmen wird. Ich schliesse auch nicht aus, dass grössere Pkws und Firmenwagenflotten von dieser Technologie profitieren. Die Wasserstoffbetankung von Pkws lässt sich in drei Minuten erledigen. Man kann heute ein Brennstoffzellen- Elektroauto kaufen und in ganz Deutschland herumfahren. Es gibt dort fast 90 Stationen. Auch in der Schweiz sind Wasserstofftankstellen in Betrieb und weitere geplant.

 

«Die Produktion von grünem Wasserstoff funktioniert, aber die Kosten sind noch zu hoch»

Oliver Bishop, General Manager von Shell Hydrogen

 

Und in der Industrie?

Wasserstoff ist in vielen Industrien einsetzbar. Man kann etwa die Kohle in den Hochöfen zur Stahlproduktion durch Wasserstoff ersetzen oder fossile Energieträger bei der Herstellung von Zement. Auch Chemie- und Düngemittelproduzenten würden von grünem Wasserstoff profitieren. Sie sind heute bereits Grossabnehmer von Wasserstoff, der mithilfe fossiler Energieträger hergestellt wird.

Wie sieht die Wasserstoffstrategie von Shell aus?

Wir wollen je nach Nachfrage sowohl blauen als auch grünen Wasserstoff ins Programm nehmen. Wir sehen entlang der Wasserstoff-Lieferkette Chancen, einschliesslich der Produktion, der Speicherung sowie des Transports von Wasserstoff und des Verkaufs an Endkunden.

Blauer Wasserstoff, der aus fossilen Energien gewonnen wird, ist immer noch umstritten. Warum setzen Sie nicht ganz auf grünen Wasserstoff?

Langfristig ist dies das Ziel, aber mit blauem Wasserstoff als Übergangslösung kann die Industrie ihre Produktionskosten senken und Wasserstoff schneller konkurrenzfähig machen.

Wann wird grüner Wasserstoff wettbewerbsfähig sein?

Noch steckt die Wasserstoffindustrie in den Kinderschuhen. Auch wenn die Produktionskosten in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken sind, ist die Herstellung von grünem Wasserstoff im Vergleich zu den Alternativen nach wie vor relativ teuer (zwei bis drei Mal so teuer wie grauer Wasserstoff, Anm. d. Red.). Die Produktionstechnologie funktioniert, aber die Kosten sind noch zu hoch. Nach neuesten Schätzungen wird grüner Wasserstoff bis Ende des Jahrzehnts konkurrenzfähig sein im Vergleich mit Methangas.

Haben Sie Vorzeigeprojekte für die Produktion von grünem Wasserstoff?

Im Februar haben wir den Start einer Machbarkeitsstudie für das Projekt NortH2 bekanntgegeben, das wir in den Niederlanden mit unseren Partnern Gasunie und Groningen «Die Produktion von grünem Wasserstoff funktioniert, aber die Kosten sind noch zu hoch» Oliver Bishop, General Manager von Shell Hydrogen Seaports durchführen. Es geht um einen sehr grossen Windpark in der Nordsee mit einer Leistung von bis zu zehn Gigawatt. Die ersten Windkrafträder könnten 2027 zur Produktion von grünem Wasserstoff eingesetzt werden. Sollte das Projekt realisiert werden, soll der von NortH2 produzierte Wasserstoff vorwiegend zur Versorgung der Industrie verwendet werden. Dieser Sektor verbraucht bereits heute grosse Mengen an Wasserstoff, der allerdings noch aus Erdgas gewonnen wird. NortH2 könnte bis 2040 jedes Jahr rund 800’000 Tonnen Wasserstoff produzieren. Auf diese Weise liessen sich jährlich etwa sieben Megatonnen an CO2- Emissionen einsparen

 
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