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«Kryptowährungen werden sich langfristig durchsetzen»

Gespräch mit Paolo Buzzi, Chief Technology Officer und Mitgründer des Unternehmens.

Der Hype um Kryptowährungen lässt nicht nach – die Swissquote Bank kann den Kontoeröffnungsanträgen kaum nachkommen.

Spekulationsblase oder Revolution in der Finanzwelt? Die Debatte zwischen Befürwortern und Kritikern von Kryptowährungen wird möglicherweise noch lange andauern. Swissquotes CTO Paolo Buzzi geht davon aus, dass es sich bei den virtuellen Währungen um ein langfristiges Phänomen handelt. Erläuterungen.

Laut einer kürzlich in Grossbritannien durchgeführten Umfrage können sich zwei Drittel der sogenannten «Millennials» vorstellen, 2018 in Kryptowährungen zu investieren. Hatten Sie mit einem solch grossen Interesse gerechnet?

Als wir 2016 bei uns mit dem Projekt begannen, war aus den Äusserungen der Leute bereits ein reges Interesse herauszuhören. Dennoch übertrifft die allgemeine Begeisterung unsere Erwartungen. Ob es sich um einen langfristigen Trend handelt, wird die Zukunft zeigen. Der Markt für Kryptowährungen ist stark volatil, es gibt also starke Aufwärtstrends, aber auch grosse Korrekturen. In solch einem Umfeld können bei manchen Personen Zweifel entstehen, was wiederum zu schnellen Verkäufen führen kann. Andere finden das genial und sehen es als Einkaufsmöglichkeit.

Die Einschätzungen zu Kryptowährungen unterscheiden sich stark. Manche Ökonomen loben das Potenzial und die Gewinne, andere sind davon überzeugt, dass es sich um eine Blase handelt. Wie stehen Sie dazu?

Ich glaube, dass die Kryptowährungen sich langfristig durchsetzen werden. Was gerade passiert, ist ziemlich genial. Da die Kryptowährungen a priori von keiner zentralen Instanz beeinflusst werden können, kann man die aktuelle Entwicklung als eine Art Auflehnung gegen das Establishment betrachten. Die im Zusammenhang mit Bitcoin geschaffenen Regeln sind auf Open Access und Transparenz ausgerichtet. Sie sind Teil des Algorithmus und können nicht geändert werden. Die Notenbanken, die normalerweise für den Geldschöpfungsprozess zuständig sind, werden hier durch den Algorithmus ersetzt. Das ist ein wirklich interessantes Konzept.

Das wirft allerdings die Frage auf, ob die traditionellen Analyseraster auch für Kryptowährungen gelten. Oder, anders ausgedrückt: Sind die Ökonomen mit diesem Thema überhaupt schon vertraut?

Diejenigen, die im letzten Jahrhundert wirtschaftliche Zusammenhänge erlernt und angewendet haben, mussten sich zunächst mit der Funktionsweise von Bitcoin vertraut machen. Und die ist gar nicht so einfach, denn die hinter Kryptowährungen stehende Technologie ist relativ komplex, was erst einmal Zurückhaltung hervorruft. Ausserdem steht der Bitcoin-Kurs nicht mit der Realwirtschaft in Zusammenhang, sondern basiert ausschliesslich auf Angebot und Nachfrage. Daher entzieht sich diese Währung jeglichen auf Fundamentaldaten basierenden Überlegungen. Viele raten deswegen zu Recht oder zu Unrecht davon ab, in Kryptowährungen zu investieren. Es führt aber kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass diejenigen, die vor einem Jahr bei einem Kurs von 400 Dollar in Bitcoin investiert haben, heute mit ihrer Geldanlage zufrieden sein können. Ganz zu schweigen von den progressiven Geeks, die bereits vor fünf Jahren Bitcoins gekauft haben.

Investieren Swissquote-Kunden vornehmlich spekulativ oder langfristig in Kryptowährungen?

Wir verfügen noch nicht über ausreichende Informationen, um diese Frage beantworten zu können, aber es scheint, als wollten viele ihre Positionen halten. Diese Anleger sehen Bitcoin als neue, nicht mit den Märkten korrelierte Anlageklasse. Aber natürlich gibt es auch Kunden, die sich in erster Linie für kurzfristige Gewinne interessieren. Diese Kunden schätzen im Übrigen insbesondere, dass sich Kryptowährungen gut für eine technische Analyse eignen. Ausserdem werden diese Vermögenswerte rund um die Uhr gehandelt.

Legen Sie auch persönlich Geld in Kryptowährungen an?

Ja, in alle, die auf unserer Webseite verfügbar sind. Mit Vorliebe in Bitcoin und Ethereum.

Wie stehen Sie zum Sonderfall Ripple, dem als «Bankenwährung» gepriesenen Zahlungsnetzwerk?

Das Netzwerk Ripple (RippleNet) soll sehr schnelle Transaktionen zwischen Banken ermöglichen, daher verfolgen wir seine Weiterentwicklung mit Interesse. An der Ripple-Währung selbst stört mich, dass es sich nicht um ein Open-Source-Format, sondern um ein proprietäres Format handelt. Aber das ist meine rein persönliche Meinung. Ripple kommt mir weniger transparent vor als die anderen Kryptowährungen, aber sie zieht viele Menschen an.

Welche der von Swissquote angebotenen Kryptowährungen (Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Litecoin, Ripple) werden sich durchsetzen?

Das ist die grosse Frage. Derzeit bietet Bitcoin immer noch viele Vorteile: Es handelt sich um eine bewährte Währung, die seit 2009 ausführlich geprüft und abgesichert worden ist. Das lässt sich nicht über jede der unzähligen Kryptowährungen sagen, die täglich oder fast täglich neu dazukommen. Die grössten Nachteile von Bitcoin sind die langsame Transaktionsgeschwindigkeit und die begrenzte Anzahl von Bitcoins, die ausgegeben werden kann. Da sind andere Währungen wie beispielsweise Ethereum deutlich besser.

Werden Sie in naher Zukunft neue Kryptowährungen anbieten?

Durchaus. Wir möchten unser Angebot auf etwa zehn Kryptowährungen erweitern. Zwei Faktoren werden dafür massgebend sein: die Nachfrage der Kunden und der gesetzliche Rahmen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die FINMA (die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, Anm. d. Red.) für alle Kryptowährungen dieselben Rahmenbedingungen aufstellen wird wie für Bitcoin.

Derzeit können Swissquote- Kunden in Euro oder Dollar Geld anlegen und sich ihre Gewinne auszahlen lassen. Werden demnächst auch «Wallets» für Kryptowährungen zur Verfügung stehen?

Der Grund, warum wir zurzeit keine Bitcoins akzeptieren, hängt mit dem Risiko von Geldwäsche zusammen. Um Bitcoins akzeptieren können, müssen wir die Herkunft der Kryptowährung nachverfolgen können. Es gibt Werkzeuge dafür, und wir werden diesen Service (vorbehaltlich einer Autorisierung durch die FINMA) wahrscheinlich in Kürze anbieten. Derzeit gibt es aber seitens der Kunden keine Nachfrage danach. Sie entscheiden sich zu Anlagezwecken für Kryptowährungen.

Sind die Kryptowährungen durch zukünftige Regulierungs- und Verbotsbestrebungen gefährdet?

Was die Regulierung betrifft, gibt es tatsächlich zahlreiche Unbekannte. Die Auswirkungen abzuschätzen, bleibt schwierig. Ich denke aber, dass die Regulierungsinstanzen sich der aktuellen Entwicklung nicht vollständig entgegenstellen können. Dies würde von vielen als Angriff auf ihre Freiheit empfunden. Es ist zu beobachten, dass die Ansätze sich von Land zu Land erheblich unterscheiden. Am liberalsten zeigt sich Japan. Dort wurden Kryptowährungen als legale Währungen für Zahlungen akzeptiert. Das Land hat sogar eine eigene Kryptowährung eingeführt. Die Verantwortlichen haben die Gelegenheit zudem gleich genutzt, um die Akteure im Land zu mehr Transparenz und einer grösseren finanziellen Solidität zu verpflichten. China hingegen hat mehr oder weniger deutlich gemacht, digitale Währungen auf kontrollierte Weise herausgeben zu wollen und diesen Markt erst nach Festlegung entsprechender Regeln wieder zu öffnen. Und Frankreich fordert eine Debatte über die Regulierung von Kryptowährungen beim nächsten G20-Treffen.

Könnten die Kryptowährungen im Falle eines weltweiten Wirtschaftscrashs zu einer Fluchtwährung werden?

Alles ist möglich. Bitcoin wäre dafür sehr gut geeignet. Dann würde die hochriskante Währung sich in einen Fluchtwert verwandeln. In Simbabwe ist das bereits geschehen. Die Simbabwer bevorzugen es aufgrund der Hyperinflation und dem schwierigen Zugang zum Dollar Dollar im Land, ihr Geld in Bitcoins umzuwandeln.

 
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