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Die wirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2018 bei Peter Rosenstreich

Was 2018 wichtig wird

Die wirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2018: eine Einschätzung von Peter Rosenstreich, Head of Market Strategy bei Swissquote.

FED: "Bis an die Zähne bewaffnet"

Frei nach einem Musikkritiker, der in den 1980er-Jahren die Band The Clash als «the only group that matters» anpries, ist die Geldpolitik derzeit «das Einzige, was zählt». Geldpolitische
Entscheidungen wirken sich direkt auf den Preis von Vermögenswerten aus. Und so lässt sich das hohe aktuelle
Bewertungsniveau zu einem grossen Teil durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken, allen voran der US-Notenbank (Fed), erklären.

Solange nicht mehrere Zentralbanken eine «Normalisierung» der Geldpolitik einleiten, wird die blinde Risikobereitschaft
anhalten. Während die Zentralbanken mehrerer entwickelter Länder den Märkten Geduld abverlangen, ist die Fed bereit, sofort einzuschreiten, sollte die Inflation wieder anziehen.

2018 wird das amerikanische BIP voraussichtlich um 2,2 Prozent wachsen und die Verknappung am Arbeitsmarkt die PCE-Kerninflation auf 2 Prozent drücken. Doch paradoxerweise hat die gute Konjunktur bisher nicht zu einem Wiederanstieg der Inflation geführt. Die Fed sorgt sich zudem um das Inflationsrisiko, das mit Donald Trumps Haushalts- und Handelspolitik einhergeht. Voraussichtlich wird sie also nach und nach den Leitzins anheben. Ihr Handeln bleibt bestimmt von der Paranoia einer möglichen Inflation. Nach der lange erwarteten Zinsanhebung im Dezember ist 2018 mit drei weiteren geldpolitischen Straffungen zu rechnen.
 

Politische Krise in Spanien schweisst Europa zusammen

Die jüngsten Ereignisse in Katalonien deuten auf einen Wendepunkt im europäischen Projekt hin. Die Aufrufe der katalanischen Regionalregierung, das gewaltsame Einschreiten der Polizei während des Referendums über die Unabhängigkeit
zu verurteilen, wurden nicht erhört: Brüssel und die meisten EU-Mitgliedsstaaten haben keinerlei Kritik an Madrid geäussert.

Die Stimme der Minderheit wurde von der Mehrheit übertönt. Dieses beunruhigende Schweigen entstand im Kielwasser der Wahlsiege zweier Befürworter einer stärkeren politischen Integration, Angela Merkel und Emmanuel Macron, die
(immer noch bzw. seit kurzem) an der Spitze zweier EU-Gründungsstaaten stehen.

Anfang des Jahres liess das Aufkommen der Populisten, die
dem Staatenbund am liebsten den Todesstoss versetzen würden,
noch den Zusammenbruch Europas befürchten. Doch für solche Sorgen gibt es keinen Grund mehr, seit das Trio Macron, Merkel und Draghi eine wirkungsvolle Schutzmauer gegen den Zerfall gebildet hat.

Wachstum auf den Schwellenmärkten

Die Schwellenmärkte sind auch 2017 schneller gewachsen als die entwickelten Märkte und haben höhere Renditen generiert. Dieser Trend dürfte sich 2018 angesichts einer Wachstumsrate
von 4,5 Prozent im Jahr 2017 – die höchste seit 2015 – im Vergleich zu 2,1 Prozent in den entwickelten Ländern fortsetzen.

Zu Jahresbeginn war das Wort «Protektionismus» in aller Munde, nachdem Donald Trump sehr schnell den Rückzug der USA aus der Transpazifischen Partnerschaft (TTP) erklärt und ihren Verbleib im Nordamerikanischen Freihandelsabkommen
(NAFTA) infrage gestellt hatte. Doch seine Rhetorik war nicht von Dauer,und der Welthandel zog 2017 weiter an.

Die globalen Wachstumsprognosen für 2018 wurden vor dem Hintergrund einer zu erwartenden Erholung der Wachstumsaussichten der entwickelten Märkte wiederum nach oben korrigiert (+3,6 Prozent). Die aufstrebenden Märkte werden vor allem von der Intensivierung des weltweiten Handelsgeschehens 2018 profitieren.

Aus diesem Grund hat China auch 15 Freihandelsabkommen mit 23 Ländern und Regionen abgeschlossen. Der Protektionismus
wird weiter für Schlagzeilen sorgen, doch in Wirklichkeit ist
der Handlungsspielraum klein, selbst für die Trump-Regierung. Der Handel zwischen den Schwellenländern bietet ihnen einen gewissen Schutz vor der Teuerung des US-Dollars, aber auch
vor den politischen Unsicherheiten in den USA, in Europa und Japan.

Kryptowährungen, die Wahren Gewinner des "Trumps Trade"

Die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten wurde als reaktionärer Reflex der Wählerschaft interpretiert, der es weniger darum gegangen sei, eine bestimmte Person zu wählen, als darum, ein kaputtes System abzuwählen. Der Aufstieg der Kryptowährungen folgt einer ähnlichen Logik. Seit 40 Jahren greifen die Zentralbanken immer stärker in den Lauf der Welt ein und schaden so dem Ansehen des Staates als Inhaber des Geldmonopols. So stiegen die Bilanzsummen der
Zentralbanken weltweit um 20 Mrd. Dollar, allein die Fed hat «aus dem Nichts» 4 Mrd. geschaffen.

Sicher lässt sich der Wertgewinn von «Altcoins» (alternative Währungen) zum Teil durch Spekulanten und revolutionäre Technologien erklären. Doch vor allem sind sie bei normalen Menschen beliebt, die nicht mehr daran glauben, dass der
Staat ihr Eigentum schützen kann. Den Einwohnern von Venezuela und Simbabwe bieten die virtuellen Währungen
beispielsweise einen Ausweg aus der Unterdrückung und der
Misswirtschaft ihrer skrupellosen Regime. Auch wenn Korrekturen unvermeidlich sind, werden die Kryptowährungen
nicht so bald wieder verschwinden.

China ergreift seine Chance

Bestärkt durch das unberechenbare Verhalten Donald Trumps richtet sich China in seiner neuen Rolle als regionale und weltweite Führungsmacht ein.

In den 1980er-Jahren erklärte Deng Xiaoping, dass das Reich der
Mitte sich entwickeln, «seine Talente verstecken und auf den richtigen Moment [in der Aussenpolitik] warten» müsse. Angesichts der Äusserungen von Staats- und Parteichef Xi Jinping beim Weltwirtschaftsforum 2017 in Davos und beim chinesischen Parteikongress scheint dieser Moment nun gekommen zu sein. 2018 muss die Welt sich auf ein China einstellen, das ebenso selbstbewusst wie wirtschaftsstark ist. Im Hinblick auf seine wirtschaftlichen Reformpläne und deren Umsetzungstempo wird sich das Land nicht nur weiter von
fremden nationalen und supranationalen Einflüssen befreien. Es wird seine Bemühungen auch verstärkt nach innen richten, um sein hybrides politökonomisches Modell zu festigen.

Der politische Trend, der sich beim Kongress der KP Chinas abzeichnete, deutet auf eine Stärkung der Planwirtschaft
hin. So sollen Konjunktureinbrüche aufgefangen werden, die den Machtanspruch der KP gefährden könnten. 2018 dürfte
das chinesische Wachstum sich leicht verlangsamen, auf 6,6 Prozent. Diese Entwicklung geht einher mit einer vorsichtigen
Straffung der chinesischen Geldpolitik.

 
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