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Diese Firmen fahren auf Gas ab

Wasserstoffproduzenten, Hersteller von Brennstoffzellen oder Elektrolyseuren, Energieunternehmen, Autobauer
oder Bahnbetriebe: Auf dem Wasserstoffmarkt tummeln sich ganz unterschiedliche Akteure.

ABB

Sticht in See

  • Gründungsjahr: 1988
  • Sitz: ZÜRICH (CH)
  • Umsatz: USD 27.98 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 144'400

Der Schweizer Grosskonzern unterzeichnete im April 2020 eine Kooperation mit dem französischen Unternehmen Hydrogène de France aus Bordeaux zur gemeinsamen Produktion von Brennstoffzellensystemen für Schiffsantriebe auf Basis der Technologie der kanadischen Ballard Power Systems.

AIR PRODUCTS

Der Weltmarktführer

  • Gründungsjahr: 1940
  • Sitz: ALLENTOWN (US)
  • Umsatz: USD 8,92 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 17'000

Als weltweit grösster Wasserstofflieferant liefert Air Products, der US-Spezialist für Industriegase, derzeit vor allem grauen Wasserstoff.

AIR LIQUIDE

Der Gasriese

  • Gründungsjahr: 1902
  • Sitz: PARIS (FR)
  • Umsatz: EUR 21,9 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 67'200

Im Rahmen seiner «Blue Hydrogen»-Initiative will der Weltmarktführer für technische Gase eine CO2-neutrale Wasserstoffproduktion erreichen. Das Unternehmen baut ausserdem Wasserstofftankstellen für Pkws auf der ganzen Welt.

ALSTOM

Die Nummer eins im Schienenverkehr

  • Gründungsjahr: 1928
  • Sitz: SAINT-OUEN-SUR-SEINE (FR)
  • Umsatz: EUR 8,2 MRD. (2020)
  • Belegschaft: 35'000

2016 stellte Alstom bei der InnoTrans in Berlin den ersten Wasserstoffzug der Welt vor. Unter dem Namen «Coradia iLint» hat er 2018 den Fahrgastbetrieb in Deutschland aufgenommen.

BALLARD

Der Herrscher über die Brennstoffzelle

  • Gründungsjahr: 1979
  • Sitz: BURNABY (CA)
  • Umsatz: USD 106,327 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 700

Die Kanadier werden oft als Weltmarktführer für Brennstoffzellen bezeichnet, ohne dass es Belege dafür gäbe. Doch Ballard ist unbestritten einer der Pioniere dieser Technologie. Ursprünglich wurde das Unternehmen 1979 gegründet, um Lithium- Ionen-Batterien zu entwickeln. 1983 stieg man aber auf Wasserstofftechnologie um. Mit dieser Geschichte ist Ballard seinen Konkurrenten in puncto Erfahrung haushoch überlegen und produziert Brennstoffzellen für Busse, Autos, Strassenbahnen, Gabelstapler und sogar für Drohnen.

Bisher wurden mehr als 760 Busse mit der Ballard-Technologie weltweit verkauft. Zusammen bringen sie mehr als 20 Millionen Kilometer auf den Tacho. Beispielsweise nutzen die Wasserstoffbusse des belgischen Herstellers Van Hool, die in London, aber auch im französischen Pau, im schottischen Aberdeen oder im deutschen Köln fahren, Brennstoffzellen des kanadischen Unternehmens. Ausserdem ist Ballard auf demriesigen chinesischen Markt sehr aktiv und liefert die Brennstoffzellen für die Busse zwischen Foshan und Yunfu, aber auch für mehr als 500 Lkws in Schanghai sowie für die erste Wasserstoff-Strassenbahn der Welt, die der chinesische Hersteller CRRC entwickelt hat.

Im Gegensatz zu vielen Newcomern in der Wasserstoffwelt schreibt Ballard schwarze Zahlen und erzielte 2019 einen Gewinn von 22,6 Mio. Dollar. Die Mehrheit der Analysten empfiehlt den Kauf des Titels, der in diesem Jahr schon eine beachtliche Performance verzeichnet und seit dem 1. Januar um mehr als 90 Prozent gestiegen ist.

CERES POWER

Der Gebäudeversorger

  • Gründungsjahr: 2001
  • Sitz: LONDON (UK)
  • Umsatz: GBP 16,4 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 240

Das britische Unternehmen stellt Festoxidbrennstoffzellen (SOFC) her, die Gebäude mit Strom und Wärme versorgen. Der deutsche Bosch-Konzern hält 18 Prozent an Ceres Power.

CUMMINS

Der geläuterte Motorenhersteller

  • Gründungsjahr: 1919
  • Sitz: COLUMBUS (US)
  • Umsatz: USD 23,6 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 61'600

Die für ihre Dieselmotoren bekannte US-Firma Cummins übernahm 2019 für 290 Mio. Dollar das kanadische Unternehmen Hydrogenics, das auf Elektrolyseure und Brennstoffzellen spezialisiert ist. 2020 erhöhte sie ausserdem ihre Beteiligung an Loop Energy, einem kanadischen Hersteller von Brennstoffzellen für Lkws und Busse.

FAURECIA

Schliesst Partnerschaft mit Hyundai

  • Gründungsjahr: 1997
  • Sitz: NANTERRE (FR)
  • Umsatz: EUR 17,768 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 115'500

Im Februar 2020 gab der französische Automobilzulieferer bekannt, dass er einen Vertrag für die Lieferung von 10’000 Wasserstofftanks für die 1’600 Lkws, die Hyundai bis 2025 in die Schweiz liefern will, erhalten habe.

HYUNDAI

Der koreanische Marktführer

  • Gründungsjahr: 1967
  • Sitz: SEOUL (KR)
  • Umsatz: USD 89,2 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 120'000

Mit ihrem SUV Nexo und ihrem Lkw XCient Fuel Cell hat die Hyundai Motor Company als erster Hersteller ein Serienauto und einen Lkw mit Wasserstoffantrieb auf den Markt gebracht.

ITM POWER

Aussenseiter von der Insel

  • Gründungsjahr: 2011
  • Sitz: SHEFFIELD (UK)
  • Umsatz: GBP 4,6 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 139

Der britische Spitzenreiter ITM Power, Konkurrent der französischen McPhy und der norwegischen Nel, stellt Elektrolyseure her. Der Aktienkurs von ITM Power ist seit Jahresbeginn um fast 220 Prozent nach oben geschnellt.

LINDE

Der deutsche Gaskonzern

  • Gründungsjahr: 1879
  • Sitz: GUILDFORD (UK)
  • Umsatz: USD 28,2 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 79'886

Seit 1910 produziert der deutsche Konkurrent von Air Liquide und Air Products Wasserstoff, vor allem für die Chemie-, Metall- und Erdölindustrie. Linde entwickelt zudem Wasserstofftankstellen für Brennstoffzellenfahrzeuge.

MICHELIN

Das Michelin-Männchen trinkt jetzt Wasserstoff

  • Gründungsjahr: 1889
  • Sitz: CLERMONT-FERRAND (FR)
  • Umsatz: EUR 24,13 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 121'300

Michelin, der Weltmarktführer auf dem Reifenmarkt, gab im November 2019 die Gründung von Symbio in Kooperation mit Faurecia bekannt. Das Gemeinschaftsunternehmen soll Brennstoffzellen für Pkws und Lkws entwickeln, produzieren und vermarkten. Das ehrgeizige französische Duo will 2030 einen Anteil am Weltmarkt von 25 Prozent und einen Umsatz von rund 1,5 Mrd. Euro erzielen.

MCPHY

Der Geheimtipp aus Frankreich

  • Gründungsjahr: 2008
  • Sitz: LA MOTTE-FANJAS (FR)
  • Umsatz: EUR 11,4 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 98

McPhy Energy, 2008 gegründet und seit 2014 an der Börse kotiert, gehört zu den Wegbereitern der Wasserstofftechnologie in Frankreich. Angefangen hat das Unternehmen mit Speichersystemen für Gas, 2013 erweiterte man das Angebot mit der Übernahme der italienischen Firma Piel um die Herstellung von Elektrolyseuren, also Apparaten, mit denen Wasserstoff produziert werden kann. Zudem stellt McPhy Wasserstofftankanlagen für Pkws her.

So baute das Unternehmen unter anderem einen 2-Megawatt (MW)- Elektrolyseur im deutschen Laage. Die im Juni 2020 eröffnete und von erneuerbaren Energien gespeiste Anlage kann CO2-frei 300 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugen, mit denen der Hauptsitz des Unternehmens Apex Energy und ein Gewerbegebiet mit Strom und Wärme versorgt werden. Aber McPhy hat Grösseres vor: Das Unternehmen will Elektrolyseure mit höheren Kapazitäten von bis zu 20 MW oder sogar 100 MW bauen, wodurch auch die Produktionskosten für grünen Wasserstoff sinken würden. Der Chemiekonzern Nouryon (vormals AkzoNobel) und das Gasunternehmen Gasunie gaben im Januar 2020 eine Wasserstoffproduktionsanlage von 20 MW, die grösste Europas, für eine Fabrik in den Niederlanden bei McPhy in Auftrag. Und die beiden niederländischen Partner überlegen bereits, die Leistung auf 60 MW zu erhöhen.

So füllt sich das Auftragsbuch von McPhy, das Unternehmen schliesst permanent neue Verträge. Am 30. Juli wurde beispielsweise bekannt gegeben, die Wasserstoffinfrastruktur im französischen Dijon ausbauen zu wollen, wo Busse und Müllfahrzeuge schon bald mit Wasserstoff fahren werden. Einige Tage später, am 3. August, kaufte ein Kunde, der öffentlich nicht genannt wurde, zwei Wasserstofftankstellen und einen 1-MW-Elektrolyseur bei McPhy.

Das lockt die Anleger. Seit Anfang des Jahres 2020 ist der Aktienkurs des Unternehmens um fast 490 Prozent gestiegen. «McPhy ist eins der bestpositionierten Unternehmen, das von dem Paradigmenwechsel im Wasserstoffbereich profitiert», sagt Xavier Regnard, Analyst bei der Bank Bryan, Garnier & Co. «Das Unternehmen wird unter anderem vom Branchenriesen EDF unterstützt, der seit 2018 Hauptaktionär ist.» 

NEL HYDROGEN

Der explosive Norweger

  • Gründungsjahr: 1927
  • Sitz: OSLO (NO)
  • Umsatz: USD 63,3 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 273

Wie damals Tesla will das amerikanische Start-up Nikola zusammen mit der Vermarktung seiner Brennstoffzellen- Lkws ein eigenes Netz für Wasserstofftankstellen aufbauen. Der Plan ist ehrgeizig: Das Unternehmen hat sich vorgenommen, bis 2028 insgesamt 700 Tankstellen in den USA und in Kanada sowie etwa 50 weitere in Europa zu bauen.

Dazu holt die US-Firma die norwegische Nel Hydrogen ins Boot, bei der sie Mitte dieses Jahres 85 Elektrolyseure bestellt hat. Zusammen können die Anlagen 40’000 Kilogramm Wasserstoff pro Jahr erzeugen. Um dieses Volumen einmal in ein Verhältnis zu setzen: Ein 40-Tonner verbraucht derzeit auf 100 Kilometern neun bis zehn Kilogramm. Weltweit gibt es inzwischen mehr als 3’500 Elektrolyse-Anlagen von Nel. Das Unternehmen verkauft ausserdem Speichersysteme und Tankstellen für Pkws. Am 10. Juni 2019 ist eine der Wasserstofftankstellen von Nel in Sandvika bei Oslo wegen eines.

Montagefehlers am Tank explodiert. Nach dem Vorfall, bei dem niemand zu Schaden kam, brach der Aktienkurs des Unternehmens an der Börse von Oslo um 20 Prozent ein. Nel war gezwungen, seine Kunden zu bitten, die Tankstellen, die sich vorwiegend in Deutschland und in den USA befinden, für die Dauer der Untersuchung zu schliessen.

Doch diese Krise ist überstanden. Getrieben von den massiven Wasserstoff- Förderprogrammen der Regierung ist die Nel-Aktie seit Jahresbeginn um fast 110 Prozent gestiegen. «Mehrere europäische Unternehmen wie Nel Hydrogen, McPhy Energy und ITM Power wetteifern um die Führung auf dem Elektrolyseur-Markt», sagt Xavier Regnard, Analyst bei der Bank Bryan, Garnier & Co. «Doch im Moment ist es unmöglich zu sagen, wer das Rennen für sich entscheiden wird.»

NIKOLA

Der Tesla unter den LKWS

  • Gründungsjahr: 2014
  • Sitz: PHOENIX (US)
  • Belegschaft: 300

Mitteilung an unsere Leser: Dieses Portrait erschien in der September-Ausgabe (Nr. 4) des Swissquote Magazine und wurde daher vor dem Betrugsskandal, der Nikola aktuell schwächt, publiziert.

Der 1943 gestorbene amerikanische Ingenieur Nikola Tesla, Entdecker des Wechselstroms, hätte sicher nie gedacht, dass er 70 Jahre nach seinem Tod einmal zum Liebling der Märkte avancieren würde. Und doch steht der Name des aus Serbien stammenden Tüftlers heute wie kein anderer für eine berühmte Elektroautomarke. Auch sein Vorname Nikola ist gerade dabei, sich einen Platz an der Sonne der Wall Street zu sichern.

Das amerikanische Start-up Nikola Corporation, das erst vor sechs Jahren gegründet wurde, entwickelt wasserstoffbetriebene Elektro-Lkws. Am 4. Juni ging die Firma über eine Fusion mit der bereits seit 2018 an der NASDAQ gelisteten VectoIQ an die Börse. Ein denkwürdiges Ereignis. Fünf Tage nach dem IPO schnellte die Kapitalisierung am 9. Juni auf 34 Mrd. Dollar hoch, noch über den Wert von Ford (30 Mrd.), und fiel dann allmählich wieder unter die derzeitige Marke von 13 Mrd. Dollar.

Eine Bewertung, die vor allem deshalb verblüfft, weil das Unternehmen noch nicht einen einzigen Lkw verkauft hat. Der Hype um Nikola hängt mit der Entwicklung von Wasserstofffahrzeugen zusammen. Und die gelten bei vielen Beobachtern als die zukünftigen Teslas. Und dennoch setzt das Start-up aus Phoenix auf eine ganz andere Strategie als der prestigeträchtige Rivale.

Denn während man bei Tesla mit seinem hitzigen Chef Elon Musk immer Wert darauf gelegt hat, alles alleine zu machen, geht Nikola eine Kooperation nach der anderen ein. Die Brennstoffzellen für seine Fahrzeuge besorgt sich das Unternehmen beim deutschen Bosch-Konzern, der seit 2019 Aktionär von Nikola ist. Die Elektrolyseure, die den Wasserstoff produzieren, der über die Tankstellen vertrieben wird, will das Start-up beim norwegischen Unternehmen Nel bestellen, wie es am 3. Juni verkündete.

Und bei den Fahrgestellen seiner Lkws verlässt sich Nikola auf die Partnerschaft mit der italienischen CNH-Holding, die ebenfalls Aktionär von Nikola und Eigentümer der Marke Iveco ist. Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied: Nikola setzt nicht nur auf ein einziges Produkt. Zwar konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die Wasserstofftechnologie, entwickelt aber auch batteriebetriebene Elektromodelle. Der Nikola Tre, in Wirklichkeit ein umfirmierter Iveco, läuft zum Beispiel mit Batterien, während die beiden anderen Sattelschlepper des Unternehmens (Nikola One und Nikola Two) mit Wasserstoff betrieben werden.

Das Start-up gibt an, bereits 14’000 Vorbestellungen für seine Brennstoffzellen- Lkws im Wert von rund zehn Mrd. Dollar Umsatz verbucht zu haben. Davon seien allein 800 vom US-Bierkonzern Anheuser-Busch geordert worden. Die Fahrzeuge kommen allerdings erst ab 2023 auf den Markt. Im Nikola-Sortiment findet sich zudem der Wasserstoff-Pick-up «Badger». Das dürfte wiederum Elon Musk ärgern, der ebenfalls einen Pick-up – den futuristischen Cybertruck – und einen Sattelschlepper namens «Semi» in der Pipeline hat, die beide mit Batterien betrieben werden. Im Juni trieb der Tesla-Chef seine Belegschaft an, bei der Entwicklung des Sattelschleppers, der 2021 auf den Markt kommen soll, Tempo zu machen. Doch Tesla ist nicht die einzige Konkurrenz. Die Wasserstoff-Pioniere Toyota und Hyundai sind bereits einen Schritt voraus.

PLASTIC OMNIUM

Der Tankhersteller

  • Gründungsjahr: 1946
  • Sitz: LYON (FR)
  • Umsatz: EUR 9,2 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 32'000

Der französische Automobilzulieferer hat in den letzten vier Jahren mehr als 200 Mio. in die Wasserstofftechnologie investiert. Der Mut hat sich bezahlt gemacht: Das Unternehmen vermeldete 2019 den Abschluss einer ersten Bestellung über 5’000 Wasserstofftanks für die Busse eines deutschen Herstellers.

PLUG POWER

Der Unterstützer von Amazon

  • Gründungsjahr: 1997
  • Sitz: LATHAM (US)
  • Umsatz: USD 230,2 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 835

Das auf Brennstoffzellen spezialisierte US-Unternehmen Plug Power diversifiziert sich und will die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abdecken. Im Juni 2020 gab die Firma die Übernahme von zwei Unternehmen aus der Branche bekannt: United Hydrogen und Giner ELX. Ersteres produziert 6,4 Tonnen Wasserstoff pro Tag, Letzteres stellt Elektrolyseure her. Die Brennstoffzellen von Plug Power werden vor allem in den Flurförderzeugen (gleislose Hubwagen oder Schlepper) von Handelsriesen wie Carrefour, Walmart und Amazon eingesetzt.

POWERCELL

Der schwedische Aussenseiter

  • Gründungsjahr: 2008
  • Sitz: GÖTEBORG (SE)
  • Umsatz: USD 7,67 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 48

Das Jahr 2019 wird sicherlich als Wendepunkt in die Historie des Brennstoffzellen-Spezialisten PowerCell eingehen. Denn im Mai gab das kleine schwedische Unternehmen bekannt, jetzt in Kooperation mit dem deutschen Bosch-Konzern Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen (PEM) zu entwickeln, die spätestens 2022 auf den Markt kommen sollen. Der Zusammenschluss bedeutet für Bosch den Einstieg in den Markt mobiler Brennstoffzellen für Lkws, Busse und Pkws. Ein wichtiger Schritt für den deutschen Zulieferer.

Denn noch 2017 hatte sich Bosch aus der Entwicklung von Batteriezellen für Elektroautos zurückgezogen und damit seinen uneinholbaren Rückstand zur Konkurrenz eingestanden. Einen neuen Versuch will das deutsche Unternehmen jetzt mit der Wasserstofftechnologie starten – eine Wende, die mit der 11,3-prozentigen Beteiligung an PowerCell 2019 eingeleitet wurde.

Für PowerCell, das seit seiner Gründung die Verlustzone nie verlassen hat, ist das die einmalige Chance, die Produktion hochzufahren. Bisher hat das schwedische Unternehmen seine Technologie nur für Prototypen von Lkws und Pkws geliefert. Bosch dagegen zielt auf den Massenmarkt ab. «Technologie zu industrialisieren ist eine unserer Stärken. Das gehen wir jetzt konsequent an und erschliessen uns diesen Markt», so Bosch- Geschäftsführer Stefan Hartung in einer Pressemitteilung. Bosch geht davon aus, dass 2030 bis zu 20 Prozent aller Elektrofahrzeuge auf der Welt von Brennstoffzellen angetrieben werden, was einen potenziellen Umsatz von mehreren Milliarden Euro bedeutet.

«Mit seiner ganzen Power und Kompetenz eröffnet Bosch unserer Brennstoffzellentechnik die Möglichkeit, im Automotive-Markt Fuss zu fassen», freut sich Per Wassén, der CEO von PowerCell in einer Mitteilung des Unternehmens. «Bosch ist der beste Partner, den wir uns dafür vorstellen können.» Die Mehrheit der Analysten empfiehlt, den PowerCell- Titel zu halten, der seit Beginn des Jahres 2020 bereits um mehr als 60 Prozent an Wert zugelegt hat.

STADLER

Bringt H2 auf die Schiene

  • Gründungsjahr: 1942
  • Sitz: BUSSNANG (CH)
  • Umsatz: CHF 3,2 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 10'918

Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller hat im November 2019 den Auftrag für die Lieferung eines mit Wasserstoff angetriebenen Zuges erhalten. Das erste Modell soll 2024 in Kalifornien in Betrieb genommen werden.

TOYOTA

Der Pionier mit Ausdauer

  • Gründungsjahr: 1937
  • Sitz: TOYOTA CITY (JP)
  • Umsatz: USD 274,5 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 359'542

Die nun doch wegen der Corona- Pandemie verschobenen Olympischen Spiele von Tokio 2020 sollten eigentlich eine grosse Werbeveranstaltung für die Wasserstofftechnologie von Toyota werden. Als offizieller Partner der Spiele hatte der japanische Konzern den Organisatoren 500 Exemplare seines Brennstoffzellenautos Mirai für den Transport der Athleten zur Verfügung gestellt. Und zusätzlich noch 100 der seit März 2018 erhältlichen Sora-Wasserstoffbusse, um die Zuschauer im Grossraum Tokio zu befördern.

Toyota glaubt seit Langem an Wasserstoff. Während sich alle Hersteller auf der Welt auf Elektroautos mit Batterie stürzen, hat das japanische Unternehmen immer noch kein Modell mit Lithium-Ionen-Antrieb im Angebot. Stattdessen entwickelt der Konzern lieber Hybridfahrzeuge (Benziner mit Elektromotor und Hilfsbatterien) und konzentriert sich auf die Brennstoffzelle. So vertreibt Toyota bereits seit 2014 den Mirai (japanisch für «Zukunft»), eines der ersten Serienfahrzeuge mit Brennstoffzelle weltweit (gemeinsam mit dem Honda Clarity und dem Hyundai iX35). Sechs Jahre später haben nur 10’000 Mirai den Besitzer gewechselt. Tesla hat im Vergleich dazu 367’500 Autos alleine im Jahr 2019 verkauft. Doch trotz des niedrigen Absatzes rückt Toyota nicht von seinem Plan ab.

Bei der Tokyo Motor Show 2019 stellte der japanische Autobauer den Mirai 2 vor, der Ende 2020 in Japan und ab 2021 in Europa auf den Markt kommen wird. Derzeit erweitert der Konzern seine Produktionskapazitäten auf bis zu 30’000 Fahrzeuge pro Jahr nach 2020, zehn Mal mehr als zurzeit. Ein weiteres Modell soll ausserdem unter der Marke Nexus herauskommen und auch ein Lkw. Werbung für all diese Modelle wird der Hersteller bei den Olympischen Spielen von Paris 2024 machen können.

Toyota will den Organisatoren der Veranstaltung 3’000 Autos und 1’200 Busse mit Brennstoffzelle zur Verfügung stellen. «Die Idee dahinter ist, zu zeigen, dass Wasserstoff Teil des normalen Lebens aller werden kann. Die Leute sollen diese Erkenntnis von den Spielen mitnehmen», erklärte vor einigen Monaten Yasunobu Seki, Leiter der Abteilung für Olympiaprojekte von Toyota.

WEICHAI POWER

Der Ehrgeizling aus China

  • Gründungsjahr: 2002
  • Sitz: WEIFANG (CN)
  • Umsatz: USD 25,23 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 42'000

Der Dieselmotorenhersteller eröffnete 2020 in Shandong die weltweit grösste Brennstoffzellenfabrik, die pro Jahr 20’000 Stück herstellen kann. Ein Grossteil der Produktion soll in Bussen verbaut werden.

 
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